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StrategieSit & Go

Das Preflopspiel (1): Openraising

Die erste Setzrunde in jeder Pokerhand wird "preflop" genannt. Diese Setzrunde findet statt, bevor die ersten Gemeinschaftskarten aufgedeckt werden.

In SNGs werden sich einzelne Preflopsituationen stark voneinander unterscheiden, da sich die Stacksizes und Turnierphasen häufig ändern. Bestimmte Stacksizes vertragen sich besonders gut mit entsprechenden Spielzügen, aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Es gibt bestimmte Betsizes, welche in einigen Situationen sehr gut funktionieren aber in anderen eher suboptimal sind.

In dieser Lektion wirst du lernen, welche Aktionen du preflop in Erwägung ziehen solltest, wenn alle Spiele vor dir gefoldet haben und welche Faktoren beim Fällen dieser Entscheidungen zu beachten sind. Du wirst also die theoretischen Grundlagen zur Konstruktion deiner Preflop-Ranges in unopened Pots lernen.

In einen unopened Pot einsteigen

Wenn du als Erster in einen Pot einsteigen willst und eine spielbare Hand hast, kannst du zwischen einem Limp - also einem Call des Big Blinds - oder einem Raise wählen. Grundsätzlich ist das Limpen nicht empfehlenswert. Es ist fast immer besser zu raisen, um die Initiative zu haben oder den Pot direkt zu gewinnen, wenn alle folden.

Es gibt ein paar mögliche Ausnahmen von dieser Regel. Die häufigste kommt dann zum Tragen, wenn du an einem loose-passiven Tisch sitzt, an dem du mit hohen Implied Odds Hände wie kleine Pocketpairs oder suited Connectors limpen kannst. Dies wird meistens auf den Micros vorkommen.

Grundsätzlich solltest du also immer raisen, wenn du als Erster in einen Pot einsteigst. Deine Raise-Size solltest du dabei von drei Faktoren abhängig machen: Der effektiven Stack, deine Position am Tisch, und deine Openraise-Range in der konkreten Situation (welche wiederum von deiner Position und deinen Reads auf die Spieler hinter dir abhängt).

Schau dir nun genauer an wie, wann und weshalb du deine Openraise-Sizes unterschiedlich gestalten solltest.

Effektive Stacksize

Der wichtigste Faktor bei der Wahl zwischen den möglichen Preflopaktionen ist dein effektiver Stack. Dein Stack beschränkt deine Möglichkeiten. Dabei ist es nicht nur dein Stack der zählt, sondern der effektive Stack.

Nehmen wir zum Beispiel an, du hast 100BB, aber die übrigen Spieler in der Hand haben nur noch weniger als 20BB. Es macht in diesem Fall keinen Unterschied, ob du 20BB oder 100BB hast, also macht es keinen Sinn, deinen Stack im Bezug auf die möglichen Aktionen als 100BB Stack zu betrachten.

Wenn alle Spieler in einer Hand mindestens ebenso viele Chips haben wie du, ist der effektive Stack genau so groß wie dein eigener. Wenn einige Spieler kleinere Stacks haben als du, ist der effektive Stack immer so groß wie der kleinere: Dein eigener Stack und der durchschnittliche Stack der Spieler, die noch eagieren müssen.

Wenn die Stacks von drei oder mehr Spielern, die noch agieren müssen, sich erheblich unterscheiden, ist es ratsam, den größten und den kleinsten Stack nicht miteinzubeziehen wenn du den durchschnittlichen Stack ermittelst, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Schau dir ein paar Beispiele für die Berechnung des effektiven Stacks nach dieser Methode an:

Stack in BBs
Gegner 1
Gegner 2
Gegner 3
Gegner 4  Durchschnittlicher Stack der Gegner
Heros effektiver Stack



Hero: 10BB
20
30
25
15 (20+30+25+15)/4 = 22.5 10
6
6
12
12 (6+6+12+12)/4
= 9
9
2
6
10
20 (6+10)/2
= 8
8

Klein openraisen

Grundsätzlich solltest du mit einer weiten Openraise-Range kleiner raisen, als mit einer tighten Openraise-Range. Diese Abhängigkeit ist deswegen sinnvoll, weil die meisten Gegner sich deinen Raise-Sizes nicht korrekt anpassen. Man könnte auch sagen, dass sie gegen kleine Bets zu viel folden und gegen große Bets zu wenig.

Aus diesem Grund willst du mit einer tighten und starken Range Value bekommen und protecten, wogegen du mit einer weiten Range billig stealen möchtest. Denke daran, dass es hierbei auf deine Range ankommt und nicht auf deine konkrete Hand. Du solltest also deine Openraise-Size nicht aufgrund deiner konkreten Hand ändern.

In der frühen Phase eines SNGs (nehmen wir an, es gibt keine Antes und die Stacksizes sind >50BB), wenn deine Range relativ stark ist, ist es empfehlenswert aus früher und mittlerer Position 3BB zu openraisen. Von Cutoff und Smallblind empfiehlt es sich, 2,5BB zu raisen und vom Button zu minraisen (2BB). Grundsätzlich sollten die Raise-Sizes vom Button und vom Small Blind unabhängig von den Stacks gleich bleiben.

Wenn dein effektiver Stack unter 50BB fällt, solltest du anfangen, deine Raise-Sizes aus EP, MP und vom CO zu senken. Es ist besser sie schrittweise zu senken, wenn die Stacks von 50BB auf 25BB fallen. Bei effektiven Stackizes von unter 25BB sollte deine Openraise-Size aus jeder Position bis auf den Small-Blind ein Minraise sein.

Antes ändern nicht viel an den angemessenen Raise-Sizes. Allerdings gibt es vor den Antes nicht so viel Anreiz zu stealen, also sollten deine Ranges tighter sein. Ausserdem solltest du dein Sizing etwas größer gestalten, wenn Antes im Spiel sind, um mehr Value zu bekommen und deine Range zu protecten.

Meistens fällt der Beginn der Antephase zusammen mit dem Sinken der effektiven Stacks unter 50BB, sodass die Ratschläge aus dieser Lektion einfach anwendbar sind.

Manchmal openraist du mit einer Hand aus deiner Raise/Folding Range (diese Schreibweise bezeichnet ein Raise mit dem Plan, auf weitere Action zu folden) und ein Shortstack geht daraufhin All-in.

In diesen Fällen ist es wichtig zu überprüfen, ob du immer noch folden solltest. Du könntest gegen den Shortstack committed sein: Die Odds, die der Pot dir gibt, verpflichten dich zu einem Call. In der nächsten Lektion wirst du mehr Informationen zu diesem Konzept erhalten.

Diese Möglichkeit kann es erfordern, dass du kleine Änderungen an deiner Openraise-Range vornimmst, wie zum Beispiel mehr Highcards anstatt von suited Connectors zu raisen.

Open pushing (Push-or-Fold)

Kleine Openraises, welche du von Anfang des Turniers an verwenden solltest, sind nur so lange optimal, wie die effektiven Stacks noch nicht "short" (also unter 20BB) sind.

Solange deine Gegner deine Minraises nur selten callen, und ansonsten nach einer Strategie spielen, bei der sie entweder All-in gehen oder folden, solltest du so lange minraisen, wie die Stacksizes noch nicht zu klein sind, um Minraise/Fold zu spielen. Wenn du nach einem Minraise schon zum Pot commited bist, solltest du keine Hand Minraise/Fold spielen. Wann dieser Punkt erreicht ist, hängt immer von den Umständen ab, aber normalerweise ist die Grenze bei 8-9BB.

Wenn diese Umstände nicht gegeben sind, also wenn dein Stack zu klein ist oder deine Gegner zuviele Minraises flatcallen, kannst du eine andere Herangehensweise anwenden.

Diese Herangehensweise wird Push-or-Fold genannt, was bedeutet, dass du immer All-in gehst wenn du dich entscheidest, in den Pot einzusteigen. Auf diese Weise vermeidest du, dass deine Gegner dich flatcallen, wenn du dich mit einer Hand postflop unsicher fühlst. Außerdem maximierst du deine Foldequity. Der einzige Nachteil ist, dass Push-or-Fold nur mit einem kleinen Stack verwendet werden kann, da sonst die Risk-Reward-Ratio zu groß wird.

Wenn deine Gegner häufig Minraises callen, kannst du Push-or-Fold bei effektiven Stacks bis zu 14BB anwenden, und in Situationen mit hohem Risikoaufschlag - wie an der Bubble- kannst du sogar bei Stacks um 20BB noch Push-or-Fold spielen.

Bei effektiven Stacks unter 8-9BB solltest normalerweise nur Push-or-Fold spielen. Über 20BB solltest du nur mit einem kleinen Raise in den Pot einsteigen und niemals openpushen.

Das Erstellen deiner Openraise-Range

Bei effektiven Stacks zwischen 8 und 20BB kannst du dich zwischen einem kleinen Raise und einem Openpush entscheiden. Diese Entscheidung hängt nicht nur von den Tendenzen deiner Gegner, sondern auch von deiner Hand ab. Im Idealfall solltest du eine geteilte Opening-Range haben, welche aus einer Openpush-Range und einer Range für kleine Openraises besteht. Letztere setzt sich wieder aus zwei Teilen zusammen – einer Raise/Call-Range und einer Raise/Fold-Range.

Du solltest dabei damit anfangen, deine Push-Range zu konstruieren. Standardmäßig solltest du mit einer möglichst kleinen Range pushen. Mit deinen Bluffs (Raise/Folds) möchtest du möglichst billige Steals erwirken, und du solltest deine besten Hände (Raise/Calls) genau so spielen, um nicht exploitable zu sein. Sonst könnten deine Gegner immer deine Minraises attackieren, und du müsstest immer folden.

Die Konsequenz daraus ist, dass deine Push-Range capped ist. Das bedeutet, dass sie nicht das obere Ende deiner Range beinhaltet. Es ist wichtig, nur mit einer Range zu pushen die so stark ist, dass deine capped Range nicht exploited werden kann. Gleichzeitig muss sie schwach genug sein, dass du Pofit machst, wenn deine Gegner folden anstatt zu callen. Typischerweise handelt es sich hier um eine kleine Range von Händen, darunter kleine bis mittlere Pocketpairs, mittlere bis hohe suited Connectors oder Gapper, Broadways, suited Aces und mittlere bis hohe offsuit Aces. Beachte dabei, dass es in Situationen mit hohem Risikoaufschlag am besten ist, deine komplette Opening-Range zu pushen.

Wenn du deine Push-Range bestimmt hast, ist der Rest ziemlich einfach. Alle Hände über deiner Push-Range (also stärkere Hände) werden zu deiner Raise/Call-Range. Von den nächststärkeren Händen, die du sonst folden würdest, nimmst du die größtmögliche Menge, von der du noch annimmst, dass dein Gegner sich nicht anpassen und mit einer weiten Range drüberpushen wird, und packst sie in deine Raise/Fold-Range.

Hier ist ein Beispiel einer Openraise-Range, aufgeteilt in Openpushes und kleine Raises:


Raise/Call: 66+, A7s+, A8o+ (#154)

Raise/Fold: K7s-K2s, A5o-A2o, K8o-K4o, QTo (#144)

Openpush:55-22, A6s-A2s, K8s+, Q9s+, J9s+, T9s, 98s, A7o-A6o, K9o+, QJo (#176)

Zusammenfassung

In dieser Lektion hast du gelernt:

  • Wenn du als erster in einen Pot einsteigen möchtest, solltest du immer raisen.
  • Die Größe deines Raises hängt ob vom effektiven Stack, deiner Position am Tisch und deiner Opening-Range.
  • Du solltest Push-or-Fold spielen wenn dein Stack unter 8-9BB fällt, gegen Gegner die häufig flatcallen sogar bis zu 14BB, und in Situationen mit hohem Risikoaufschlag bis zu 20BB.
  • Wenn deine Gegner deine Minraises nicht flatcallen, exploite sie indem du deine Push-Range so klein wie möglich und deine Raise/Fold-Range so weit wie möglich gestaltest.

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Diskussion
 

Kommentare (4)

#1 Hornisse, 08.08.13 23:57

hey sehr guter Artikel, doch eines ist mir nicht klar, wie verhalte ich mich wenn ich Hände bekomme,die in die Kategorie openpush fallen? Und bei den Rais call Handen geh würd ich denn auch all in gehen ne?greetz

#2 TigerTino, 24.09.13 13:24

Hmm - ich sehe hier einen Widerspruch: "schrittweise zu senken, wenn die Stacks von 50BB auf 25BB fallen". Die Stacks fallen ja nicht plötzlich von 50 auf 25BB. Soll ich also zwischen 50 und 25BB 2,5BB aus früher und mittlerer Position openraisen?

#3 TigerTino, 24.09.13 21:17

Noch 'ne Frage: Hier wird nirgends darauf eingegangen, mit welchen Karten man aus welcher Position raisen/pushen sollte. Für jede Position eine eigene Open-Raise-Range zu erstellen überfordert mich in der Silbersektion doch noch ein wenig.

#4 Teenystar, 29.09.13 20:06

@TigerTino: Das die Stacks fallen, bezieht sich denke ich auf die steigenden Blinds. Steigen Sie von 25 auf 50 halbiert sich ja dein Stack.