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StrategieSit & Go

Das Preflopspiel (4): Unkonventionelle Spielzüge

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:

Du kennst bereits die meisten Standard Spielzüge für das Preflop-Spiel. Allerdings gibt es Situationen, in denen du davon abweichen kannst.

In dieser Lektion lernst du, wann und wie du kreativer spielen kannst. Du lernst die Vor- und Nachteile der Nicht-Standard-Preflopplays kennen und wie du sie vernünftig und ohne zu übertreiben nutzt, um deinen Profit zu maximieren.

Trappen

Es kommt manchmal vor, dass du die Range deines Gegners so deutlich schlägst, dass es besser sein kann, ihn den Flop günstig sehen zu lassen, anstatt ihn preflop zum Folden zu bringen. Die Idee dahinter ist, ihm die Chance zu geben, eine teure zweitbeste Hand zu machen, um postflop mehr Chips von ihm in die Mitte zu bekommen. Dies ist sinnvoll, wenn dein Gegner vor dem Flop einen Großteil seiner Openraise-Range auf ein Reraise folden würde.

Das erreichst du, indem du sein Openraise mit einer sehr starken Hand nur callst, anstatt in solch einer Situation wie üblich zu 3-betten. Allerdings solltest du zum Trappen nur das obere Ende deiner Range verwenden. Oft ist das nur AA, denn selbst mit KK ist es meist besser, die Chancen auf einen guten Pot preflop zu nutzen und zu verhindern, dass dein Gegner mit seinen Ax-Händen günstig ein Paar Asse bilden kann.

Du solltest außerdem vermeiden zu trappen, wenn die Chancen hoch sind, dass Spieler hinter dir auch noch callen, da das obere Ende deiner Range in Multiway-Pots deutlich schlechter aussieht. Auch an einem Tisch mit guten Spielern solltest du nicht oft trappen, da diese deine Strategie erkennen, sobald die Hand zum Showdown geht. Gute Spieler können daraus schließen, dass deine Reraising-Range schwächer ist und dies exploiten, indem sie deine 3-Bets öfter angreifen und erneut raisen.

Sieh dir das folgende Beispiel an, indem die Gelegenheit zu trappen günstig ist:

trapping

In diesem Beispiel nehmen wir an, dass dein Gegner mit einer Range von 77+, ATs+, KJs+, AJo+, KQo openraist und den Repush mit TT+ und AK callt. Der cEV eines Repushs liegt demnach bei etwa +1.344 Chips.

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Heros Foldequity preflop: 62%

Heros Equity gegen die Callingrange des Gegners: 83%

cEV (Repush) = 62% * (3.700 – 3.000) + 38% * (83% * 6.500 – 3.000) = ~ 1344

Unter den gegebenen Umständen in diesem Beispiel ist es möglich, den cEV der Trap zu berechnen. Wenn Villain immer c-bettet (50% Potsize) und das Check-Raise von Hero auf dem Flop mit Second-Pair, einem Open-ended-Straightdraw, einem Flushdraw oder besser callt, dann liegt der cEV von Heros Trap (Call preflop und Check-Raise All-in gegen die Flop-c-Bet) bei etwa +1.770 Chips. Dieses Beispiel ist etwas vereinfacht dargestellt, es zeigt aber gut die Grundsätze dieses Konzepts.

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Heros Foldequity auf dem Flop: 37%

Heros Equity gegen die Flop-Callingrange des Gegners: 79%

cEV (Trap) = 37% * (4.150 – 3.000) + 63% * (79% * 6.500 – 3.000) = ~ 1.770

Du kannst dieses Play auch nutzen, um ein Reraise von einem Spieler hinter dir zu provozieren. Wenn du aggressive Spieler hinter dir hast, könnten diese die Gelegenheit für ein Reraise nach deinem Call sehen. Im weiteren Verlauf dieser Lektion wirst du erfahren, warum das so ist. Auf diese Weise kann es dir gelingen, dass diese Spieler mit relativ schwachen Händen viele Chips in den Pot investieren, während sie die meisten dieser Hände auf eine 3-Bet von dir folden würden.

Eine weitere Möglichkeit zu trappen ist, mit einer starken Hand, wie etwa Assen, zu openlimpen, anstatt zu openraisen oder zu openpushen. Allerdings ist diese Spielweise sehr leicht zu durchschauen und sollte nur gegen schwache und unerfahrene Spieler eingesetzt werden. Es ist zudem riskant, da du umsonst Equity verschenkst, falls deine Gegner nicht dazu neigen, postflop so große Fehler zu machen, dass sich das Risiko lohnt.

Beachte, dass Trappen generell eher mit relativ kleinen effektiven Stacks sinnvoll ist – idealerweise unter 20 BB. Mit größeren Stacks ist es fast immer besser, for Value zu reraisen.

Stop and Go

Beim Stop and Go gibt es Ähnlichkeiten zur Trap, da man preflop im Big Blind nur callt, anstatt All-in zu reraisen, was dem Standard-Play entsprechen würde.

Trotzdem ist es ein gänzlich anderes Konzept, denn bei einer Trap geht es darum, den Gegner den Flop treffen zu lassen und Chips zu investieren, während ein Stop and Go darauf beruht, dass dein Gegner den Flop verpasst und folden muss, obwohl er preflop committed wäre, deinen Push zu callen.

Ein Stop and Go sollte dann durchgeführt werden, wenn ein Repush profitabel, oder knapp unprofitabel, ist, die erhöhte Foldequity postflop durch den Stop and Go jedoch das noch bessere Play darstellt.

Sieh dir das folgende Beispiel an, in dem der UTG minraist und du mit einem Stack von 7 BB im Big Blind sitzt (einschließlich des geposteten Big Blinds):

stopandgo

Wenn du nun preflop All-in gehst, bekommt dein Gegner Potodds von mehr als 2:1 auf einen Call, so dass er wahrscheinlich mit all seinen Händen callen wird, die er openraist. Angenommen, er ist LAG und du kannst ihn nach seinem Minraise auf die Top 20% Range setzen. Mit JTs hast du damit etwa 39% Equity. Der cEV eines Repushs liegt daher bei etwa -135 Chips.

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Heros Foldequity preflop: 0%

Heros Equity gegen die Callingrange des Gegners: 39%

cEV (Repush) = 39% * 16.000 – 6.375 = -135

Wenn du jedoch preflop nur callst und dann auf jedem Flop All-in gehst, bekommt dein Gegner zwar die gleichen Odds, wird aber, wenn er den Flop verpasst hat – was relativ oft vorkommt – noch häufig einen Fold finden, so dass sich der EV deines Plays erhöht. Als einfaches Beispiel nehmen wir an, dass er auf dem Flop mit einem Paar oder besser (ausgenommen Paare auf dem Board) oder einem Draw (Gutshot, OESD oder Flushdraw) callt. Das heißt, dass er in 40% der Fälle foldet und du 4.250 Chips gewinnst. Wenn er jedoch callt, hast du immer noch etwa 36% Equity im Durchschnitt und gewinnst dadurch 5.760 für einen Einsatz von 6.375 Chips. Dein Netto-Verlust ist dadurch 615. Der gesamte cEV des Stop and Go liegt damit bei +1.331 Chips.

Spoiler 4 Spoiler schließen Spoiler öffnen

Heros Foldequity auf dem Flop: 40%

Heros Equity gegen die Callingrange des Gegners: 36%

cEV (Stop and Go) = 40% * (10.625 - 6.375) + 60% * (36% * 16.000 - 6.375) = 1.331

Dieses Beispiel ist zwar etwas extrem, da du zum einen eine Hand hältst, die sehr gut floppen kann und zum anderen dein Gegner eine loose Preflop-Range und eine tighte Flop-Callingrange hat. Trotzdem veranschaulicht es den Grundgedanken des Konzepts gut.

Grundsätzlich solltest du dieses Play nicht mit deinen sehr starken Händen durchführen, mit denen du gerne möchtest, dass dein Gegner callt. Du kannst es aber dennoch mit Trappen balancen. Der Hauptunterschied tritt dann postflop auf, da du bei einem Stop and Go mit einer Donkbet All-in gehst, während du bei einer Trap zu deinem Gegner checkst, um eine Bet zu induzieren.

Dieser Spielzug funktioniert nur, solange deine Gegner nicht komplett durchschaut haben, was du tust. Du solltest also nicht zu oft gegen gute Spieler Stop and Go spielen.

Squeezen

squeezing

Ein Squeeze ist eine 3-Bet, aber in einer speziellen Situation. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Squeeze ein sehr mächtiges Play sein kann und in bestimmten Situationen sogar mit einer weiteren Range als bei einer normalen 3-Bet durchgeführt werden kann.

Eine 3-Bet wird zum Squeeze, wenn das Openraise bereits von mindestens einem Spieler gecallt wurde.

Der größte Vorteil bei einem Squeeze ist, dass der direkte Profit höher ist, da mehr Chips im Pot sind, die gestohlen werden können, während das Risiko nicht unbedingt ansteigt. Es gibt zwei Gründe dafür, dass deine Foldequity auch bei zwei oder mehr Spielern im Pot nicht abfällt.

Erstens muss der Openraiser nun nicht nur über deine Handstärke nachdenken, sondern sich auch noch Sorgen um die des Overcallers machen, falls einer von ihnen eine Hand hält, mit der er fortfahren möchte. Zweitens hat der Overcaller in den meisten Fällen eine gecappte Range, und auch, wenn er ein Monster halten könnte, ist die Chance doch größer, dass er eine Hand hat, die er auf deine 3-Bet foldet.

Der Grund dafür, dass sich der Openraiser über den Overcaller mehr Sorgen machen muss als du, ist, dass er mehr Chips als du investieren muss (und somit auch mehr Risiko eingehen muss), um herauszufinden, ob dieser trappt. Das liegt daran, dass das Callen eines Squeeze für den Openraiser fast immer außer Frage steht, da er dann out of Position in einem Multiwaypot spielen müsste. Deswegen muss er meist 4-betten, wenn er seine Hand weiterspielen möchte.

Als Konsequenz aus den oben genannten Aspekten ist das Risk-Reward-Verhältnis für dich besser, als bei einer einfachen 3-Bet, weswegen der Squeeze ähnlich häufig und mit einer ähnlichen Range durchgeführt werden sollte, wie eine normale 3-Bet gegen nur einen Gegner in derselben Situation.

Betsize-Manipulationen

sizing manipulation

Die Preflop-Setzgrößen, die in den vorherigen Lektionen eingeführt wurden, dienen als Empfehlung für eine gebalancte Strategie. Manchmal jedoch, wenn du gegen schwache Gegner spielst, die entweder zuviel callen oder zu viel folden, unabhängig von der Setzgröße, gibt es keinen Grund, sein Spiel zu balancen.

Im Gegenteil, du solltest die Schwächen deiner Gegner ausnutzen und entsprechend spielen. Im Speziellen schließt das etwa Minraisen aus dem Small Blind mit schwachen Händen ein, wenn dein Gegner tight und straightforward spielt und seinen Big Blind nicht mit marginalen Händen verteidigt, auch wenn er Position hat und einen guten Preis bekommt.

Am anderen Ende des Spektrums gibt es Situationen, in denen du größer openraisen und reraisen solltest, wenn du gegen Callingstations spielst und eine starke Hand hast. Wenn du glaubst, dass die Range deines Gegners unelastisch ist (sich also nicht an dein Bet-Sizing anpasst) und viele schwache Hände enthält, mit denen er callen würde, solltest du so groß wie möglich raisen, ohne jedoch dadurch seine Callingrange zu verkleinern.

Ein extremes (aber manchmal profitables) Beispiel ist der Openpush mit AA bei sehr großen Stacks (typischerweise in den frühen Leveln), um einen Call aus Neugier von Händen wie 99+ undAQ+ zu bekommen. Während du über vier Streets mit normalen Valuebets nur einen Bruchteil deines Stacks gegen diese Hände in die Mitte bringen würdest, bekommst du so den gesamten Stack.

Zusammenfassung

In dieser Lektion hast du gelernt, dass:

  • du manchmal trappen solltest, um deine Foldequity zu reduzieren oder ein Stop and Go durchführen kannst, um sie zu erhöhen.
  • ein Squeeze ist meist mindestens so profitabel ist, wie eine normale 3-Bet gegen nur einen Gegner.
  • es kann gegen schwache Gegner sinnvoll sein kann, deine Bet-Sizes abhängig von der Handstärke zu variieren.

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Kommentare (1)

#1 patonholdem, 01.12.13 08:56

"In diesem Beispiel nehmen wir an, dass dein Gegner mit einer Range von 77+, ATs+, KJs+, AJo+, KQo openraist und den Repush mit TT+ und AK callt. Der cEV eines Repushs liegt demnach bei etwa +1.344 Chips."<br /> <br /> Wie wurde hier der cEV berechnet? Wenn ich das richtig verstanden habe, wäre der cEV bei einem call, meines repushes cEV= (6750*0.84 + 0 *0.16)-3000 = +2670. oder habe ich was falsch verstanden?