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How to avoid major Mistakes Teil 3

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How to avoid major Mistakes Teil 3

von firsttsunami

Das Sprichtwort "Alle guten Dinge sind 3", findet auch bei unserer Kolumnenserie "How to avoid Major Mistakes" (Teil 1, Teil 2) Anwendung.

Es wäre anmaßend, zu behaupten, man könne alle wesentlichen Fehler in 3 Kolumnen konzentrieren. Das gelingt natürlich nicht und entspricht auch nicht der Intention. Man darf aber zumindestens behaupten, dass eine Vielzahl wichtiger Fehler ins Bewusstsein der Leser transportiert wurde.

FEHLER 1: ZU LOOSES DOWNCALLEN GEGEN MANIACS
Häufig sieht man bei Beispielhänden im Forum, dass Spieler sich gezwungen sehen, gegen eine Maniac 2,5 BB bis zum Showdown zu investieren, obwohl ihre Hand das nicht hergibt, nur aus Angst, geblufft zu werden.

Gemeint ist eine Situation, in der du gegen einen Maniac mit mutmaßlichen Stats von (60/37/2.5/44) spielst. Dass man gegen so einen Gegner wegen der Bluffwahrscheinlichkeit öfter zum Showdown muss als gegen einen reasonable TAG, soll dabei nicht bestritten werden.

Dennoch muss man auch gegen einen Maniac in Situationen, in denen deine Hand sehr sehr schwach, der Pot sehr klein und das Board sehr drawheavy ist (viele Outs gegen uns), den Foldbutton betätigen können gemäß dem Motto "Winning by Folding".

Man sollte nicht des Gegners wegen jede Hand aus Prinzip zum Showdown bringen, sondern auch hier Spots finden, wo ein Laydown die bessere Option ist, auch wenn man manchmal die bessere Hand foldet.

Was zu oft vergessen wird:
  • Ein Maniac kann das Board genauso gut treffen wie du.
  • Ein Maniac blufft auf manchen Boards auch nicht zu 100%.

Beispiel 1:

Preflop: Hero is BB with 3, 3
MP2 folds, MP3 raises, 3 folds, Hero calls.

Flop: (4.50 SB) Q, J, 9 (2 players)
Hero checks, MP3 bets, Hero folds.

Final Pot: 2.75 BB

Hier hast du eine Situation, in der der oben genannte Maniac (60/37/2.5/44) aus MP3 geraist hat. Du hast mit 33 im Big Blind defendet.

Das Board ist alles andere als gut für dich. Viele Hände haben entweder getroffen oder haben sehr viele Outs gegen dich. Hier solltest du nicht downcallen, sondern den Flop einfach check/folden.

Schauen wir uns einmal deine Equity an gegen seine 37% Openraising-Range.

37%: 44+, A2s+, K3s+, Q5s+, J7s+, T7s+, 97s+, 87s, A4o+, K7o+, Q9o+, J9o+, T9o

Im Artikel Heads-up am Flop OOP: Check/Call mit Showdownvalue von OnkelHotte und Korn ist nachzulesen, dass du in einem raised Pot 37% Equity benötigst für einen Calldown.

Im Artikel ist von einem Bet-Roboter die Rede, der jede Straße einfach willkürlich durchbettet. Gegen diesen benötigst du 34% Equity, aber du solltest noch mindestens 2% addieren, da ein Maniac in manchen Situationen vielleicht auch etwas Denkvermögen besitzt und nicht stur zu 100% auf allen Straßen durchbettet. 36% ist also eine gute Kalkulationsgrundlage.

equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 70.312% 69.30% 01.01% 279914 4091.50 { 44+, A2s+, K3s+, Q5s+, J7s+, T7s+, 97s+, 87s, A4o+, K7o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Hand 1: 29.688% 28.67% 01.01% 115823 4091.50 { 3c3d }

Du hast hier nur 29% Equity. Das reicht keineswegs für einen Calldown und du solltest deine Hand einfach weglegen, da es auch fast keine Karten gibt, die gut für dich sind. Du wirst auf den weiteren Straßen nur verleitet, kostspielige Fehlentscheidungen zu treffen. Darum hier ganz klar: Check/Fold Flop

Beispiel 2:

Preflop: Hero is SB with A, 4
4 folds, Hero raises, BB calls.

Flop: (4.00 SB) T, 9, 8 (2 players)
Hero bets, BB raises, Hero folds.

Final Pot: 3.50 BB

Eine ähnliche Situation wie zuvor. Du raist im SB mit A4o gegen einen Maniac im Big Blind. Er defendet passiv mit einem Call und du verfehlst das Board absolut.

Du contibettest, wirst geraist. Es ist an dieser Stelle schwer, eine Range festzulegen, aber auch hier solltest du im bisher noch kleinen Pot mit einer fast wertlosen Hand mit sehr schlechter Playability den Foldbutton betätigen.

Vielleicht sagst du: Mit Ace high liege ich doch aber gegen viele Draws noch vorne. Das ist richtig, aber:
  • Der Pot ist nur 3,5BB groß.
  • Ein Draw hat meistens 10 Outs oder mehr und dagegen bist du nur leichter Favorit von der Equity her. Gegen seine made Hands bist du jedoch klarer Underdog, weil du nur 3 Outs auf das Ace haben.
  • Du bist out of Position.
  • Es gibt kaum gute Turnkarten, bei denen du weiterspielen kannst.
  • Du zahlst immer 2,5 BB bis zum Showdown, weil ein Maniac am River fast nie check behind spielen wird.
  • Du hast keine implied Odds, sondern nur reverse implied Odds. Maximal auf das A hast du 1 BB Implieds, aber mit den restlichen Händen wird er dich gnadenlos valuebetten. Und wenn die 4 kommt, kannst du nicht raisen und hast sowieso oft nur die zweitbeste Hand.
Fazit: Gegen einen Maniac darf man nicht aus Prinzip oder Protest downcallen, weil man sich nicht bluffen lassen möchte. Sehr schwache Hände mit fragwürdigem Showdownvalue in kleinen Pötten sollte man einfach aufgeben und auf bessere Spots warten.

Auch wenn man manchmal die beste Hand foldet, ist es längerfristig besser und varianzschonender, einem Maniac kleine Pötte zu schenken und dann lieber auf Situationen zu warten, in denen man eine starke Hand hat.

Der Maniacstil, der durch seine überaggressive Spielweise ausgezeichnet ist, wird nämlich dann erst profitabel, wenn Spieler anfangen, zu loose Calldowns zu machen, so dass er aus allen Händen das letzte bisschen Value extrahieren kann. Man sollte also sehr marginale Hände also eher underplayen und mittelstarke Hände (zum Beispiel Midpair) bis starke Hände (Toppair+) overplayen.

FEHLER 2: WEAKES RIVERPLAY - VERPASSTE VALUEBETS AM RIVER
In Forendiskussionen, in denen ein Spieler seine Stats auf Richtigkeit überprüfen lassen möchte, ist ein bestimmter Wert ziemlich auffällig. Die Rede ist vom River AF. Der River AF sollte optimalerweise bei 1.8-2.0 liegen. Bei vielen sieht man aber einen River AF von 1.5 oder sogar darunter. Daran kann man klar erkennen, dass der Spieler am River Valuebets verpasst, weil er seine Handstärke und die Callingrange des Gegners falsch einschätzt.

Grade auf den unteren Limits, wo verständlicherweise das Spielverständnis noch nicht so ausgeprägt ist, sieht man diesen Fehler häufig. Man hat bis zum River ein gutes Toppair mit gutem Kicker. Dann kommt am River eine Overcard. Der Spieler steigt dann oft auf check/call bzw. check behind um, weil er Angst hat, der Gegner könnte am River zum Beispiel das Ass getroffen haben und raisen.

Beispiel 1:

Preflop: Hero is CO with K, Q
MP2 folds, MP3 calls, Hero raises, 3 folds, MP3 calls.

Flop: (5.50 SB) Q, 9, 8 (2 players)
MP3 checks, Hero bets, MP3 calls.

Turn: (3.75 BB) 3 (2 players)
MP3 checks, Hero bets, MP3 calls.

River: (5.75 BB) A (2 players)
MP3 checks, Hero checks.

Final Pot: 5.75 BB

Hier bist du im CO und hast mit KQs preflop geraist. MP3 hat nur gelimpt. Du hast Toppair und den zweitbesten Kicker. Du bettest Flop und Turn und am River kommt das Ass. In dieser Hand checkst du behind, obwohl du am River eine glasklare Valuebet hast.

Wichtig ist, dass man hier seine Angst ablegt, geraist zu werden. Ein Checkraise müsste man gegen Unknown callen. Aber gerade das Ass wird am River sehr oft gedonkt und wenn man hier nicht bettet, verliert man Value.

Der Gegner wird in den meisten Situationen viel öfter eine schlechtere made Hand downcallen und nicht die Overcard wie das A getroffen haben. Man zahlt zwar manchmal, wenn man geraist wird, 1 BB mehr. Das ist natürlich ärgerlich, aber viel schlimmer als das Raise ist die verpasste Valuebet gegen x8 x9 und kleine Pocketpairs, die den River evtl. noch callen, je nachdem wie hoch der WTSD des Gegners ist.

Rechenbeispiel anhand einer plausiblen Range des Gegners:

Nimm an, dass der Gegner nicht total gehirnverbrannt ist und Hände wie A2-A7 check/call an Flop und Turn spielt. Nimm weiterhin an, dass der Gegner zumindestens eine Dame gecheckraist hätte.

Plausibel sind also nur Hände wie A8, A9, AT, AJ mit Gutshot oder Ass-Kombinationen, die einen Flushdraw gehabt haben.

Du bist am River also hinten gegen: A9, AT, AJ, A2-A7

Du bist jedoch vorne gegen Hände, die oft noch callen werden: 77-22, J9s-J8s, T8s+, 97s+, K9o-K8o, J9o-J8o, T8o+, 98o

Wenn du am River über 50% Equity hast, dann hast du eine klare Valuebet. Fassen wir die Range der besseren Hände und schlechteren zusammen und schauen uns die Equity am River an.

equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 38.961% 38.96% 00.00% 60 0.00 { 77-22, AJs-A8s, Ah7h, Ah6h, Ah5h, Ah4h, Ah3h, Ah2h, J9s-J8s, T8s+, 97s+, AJo-A8o, K9o-K8o, J9o-J8o, T8o+, 98o }
Hand 1: 61.039% 61.04% 00.00% 94 0.00 { KsQs }

Am River hast du 61% Equity und somit eine klare Valuebet. Mit den meisten Assen wird der Gegner auch eher nur check/callen und nicht check/raisen.

Wenn du genau 50% Equity hättest, wäre deine Bet neutral, da jeder die Hälfte bekommt.  Hier liegst du aber 11% über dem Durchschnitt und verlierst bei einem Check -0,11 BB. Gerade gegen vermeintlich passive Gegner mit einem üblicherweise hohen WTSD muss man lernen, auch in Spots, in denen man zum Beispiel nur Lowpair hat, den River zu valuebetten.

Beispiel 2:

Preflop: Hero is SB with A, T
4 folds, Hero raises, BB calls.

Flop: (4.00 SB) T, 8, 6 (2 players)
Hero bets, BB calls.

Turn: (3.00 BB) J (2 players)
Hero bets, BB calls.

River: (5.00 BB) K (2 players)
Hero bets, BB calls.

Final Pot: 7.00 BB

Hier eine Situation, in der du am River nur noch 3rd Pair hältst auf einem Board mit zwei vermeintlich gefährlichen Scarecards. Diese Situation ist natürlich nicht so eindeutig wie die obrige Situation, aber es soll aufgezeigt werden, dass man grade im Heads-up auch ein Lowpair valuebetten muss, da die Gegner einfach auch viele schlechtere Hände als 3rd Pair am River callen.

Hier hast du am River nur noch Lowpair, aber dennoch ist es besser, am River zu betten anstatt zu checken. Deine Hand ist nämlich zu stark, um zu check/folden, weil einige Draws nicht angekommen sind und der Gegner evtl. sogar ein schlechteres Pair bettet.

Wenn du check/callst, investierst du auch 1 BB wie bei Bet. Jedoch betten so oder so alle besseren Hände, wenn du checkst. Und schlechtere, von denen du noch einen Call bekommst, wenn du bettest, checken dann behind.

Der Nachteil am River ist, dass du geraist werden kannst. Bei diesem Boardverlauf, bei dem zum River hin aber ein paar Draws angekommen sind und bei dem die Gegner auf den unteren Limits selten bluffraisen, kannst du gegen die meisten Gegner auf ein Raise folden.

Du hast also das selbe Investment wie bei einer Bet: 1 BB. Ein Jack hätte normal am Turn geraist. Den Jack kannst du also ausschließen. Der König komplettiert eigentlich nur Hände wie KQ, KT, K6, K8 und K9.

Hände, mit denen der Gegner meist noch callt, aber selten raist: 55-22, A8s, A6s, KTs-K6s, QTs-Q8s, Q6s, T9s, T7s, 98s, 87s, 85s, 76s, 65s, A8o, A6o, KQo, KTo-K6o, QTo-Q8o, T9o, 98o, 87o

equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 40.331% 40.33% 00.00% 73 0.00 { 55-22, A8s, A6s, KTs-K6s, QTs-Q8s, Q6s, T9s, T7s, 98s, 87s, 85s, 76s, 65s, A8o, A6o, KQo, KTo-K6o, QTo-Q8o, T9o, 98o, 87o }
Hand 1: 59.669% 59.67% 00.00% 108 0.00 { AsTh }

Hier hast du nun eine Range, die viele Lowpairs mit der 8, der 6 und der T beeinhaltet. Es sind auch die Hände enthalten, die mit dem König am River improved haben. Evtl. hat der Gegner auch Q9 und hat sein Raise auf den River verlegt.

Die meisten Hände sind aber viel schlechter und callen noch, da du dank des günstigen Boardverlaufs, Highcard an Turn und River, den River mit einer hoffnungslosen Hand nochmal bluffbetten könntest. Du hast hier wieder fast 60% Equity und somit wieder eine glasklare Valuebet.

Fazit: Du musst lernen, deine Handstärke am River richtig zu bewerten und auch dünne Valuebets zu machen, da einige Gegner einfach schlecht sind und mit den marginalsten Händen wie K oder Ace high zum Showdown gehen.

Nur eine Highcard an Turn oder River kann grundsätzlich niemals ein Grund sein, direkt ängstlich zu werden und zu denken, du seist nun geschlagen. Diese Angst solltest du ablegen, da ein gutes Low- oder Midpair nach einem Turncall vom Gegner am River sehr oft noch die beste Hand ist und die Gegner dich mit zu vielen schlechteren Händen auszahlen.

FEHLER 3: SICH OHNE FOLDEQUITY MIT DRAWS ISOLIEREN
In vielen Strategieartikeln von PokerStrategy.com wird vermittelt, dass man starke Draws wie Flushdraws oder open-ended Straightdraws aggressiv spielen sollte.

Poker wäre aber nicht Poker, wenn es nicht auch Ausnahmesituationen gäbe. In manchen Situationen ist es sehr gut, seinen Draw aggressiv zu spielen. In manchen Situationen sprechen aber alle Gründe dagegen und man sollte lieber passiv bleiben. Es hängt alles von der Frage ab: Kann ich den Pot unimproved gewinnen durch ausreichende Foldequity oder nicht?

Hier ein Spot, in dem alles für eine aggressive Spielweise spricht:

Preflop: Hero is BB with 8, 7
2 folds, CO raises, 2 folds, Hero calls.

Flop: (4.50 SB) K, 9, 4 (2 players)
Hero checks, CO bets, Hero raises.

Final Pot: 3.75 BB

Du hast mit 87s im BB defendet und triffst einen Flushdraw. Hier musst auf jeden Fall den Flop checkraisen, da der Gegner kleine offsuited Asse oder auch suited Asse, T J und Q high Hände am FLop oder spätestens am Turn oder River folden könnte.

Ein Spot, in dem alles für eine passive Spielweise spricht:

Preflop: Hero is SB with J, T
2 folds, CO calls, BU folds, Hero raises, BB calls, CO calls.

Flop: (6.00 SB) K, Q, 7 (3 players)
Hero bets, BB calls, CO raises.

Final Pot: 5.00 BB

Hier hast du nach einem CO-Limper aus dem SB mit JT geraist, um den Limper zu isolieren. Der BB ist unknown und callt bloß. Du triffst einen OESD und contibettest. Der BB callt und der Limper raist auf einmal.

In dieser Situation spricht alles für eine passive Spielweise. Das Raise wird oft die Q oder der König sein und deine Outs auf J und T sind wertlos. Du wirst den CO auch mit einer 3-Bet von einem K oder Q nicht runterbekommen. Du hast nur Outs auf die Straight.

Damit hast du 34% Equity, abzüglich Rake etwas weniger und bist somit auch kein Favorit mehr in der Hand.

Die größte Equity wird CO in dieser Hand haben. Wenn du 3-bettest, dann bringst du den BB evtl. zum Folden und protectest mit J high für den Cutoff. Deine Equity steigt dann zwar, aber was bringt dir das, wenn fast die ganze Equity des BB auf den CO als Favoriten übergeht und du zudem auch noch ein Turnraise riskierst, da er mit KQ deine 3-Bet nur callen könnte, um nochmal den Turn zu raisen.

Hier gibt es keine Chance mehr, den Pot unimproved zu gewinnen. Die richtige Spielweise ist also call Flop, call Turn, fold River unimproved, improved an Turn oder River check/raise.

Beispiel 2:

Preflop: Hero is SB with 9, 8
2 folds, CO calls, BU folds, Hero calls, BB checks.

Flop: (3.00 SB) K, J, 5 (3 players)
Hero bets, BB calls, CO raises, Hero calls, BB calls.

Turn: (4.50 BB) @KK@

In diesem Beispiel hast du für 1:5 im Big Blind 98 completet, nachdem der CO nur gelimpt hat. Du triffst am Flop einen Flushdraw. Da der Pot unraised ist und du auch nur 2 Gegenspieler hast, solltest du den Flop betten, da die gute Chance besteht, den Pot gleich unimproved zu gewinnen, indem du bessere Hände wie T high, Q high oder Ace high zum Folden bringst.

Du bettest. Der BB callt und der CO raist. Darauf solltest du auf keinen Fall 3-betten, da ...

  • ... der Pot sehr klein ist und das Raise vom Cutoff somit mehr Stärke beweist, denn sein Investment ist in Relation zum Pot größer als in einem raised Pot.
  • ... du dich mit einer 3-Bet fast immer gegen die bessere Hand isolieren würdest. Du hast keinen Nutzen, wenn BB foldet. Dieser Fold schmälert nur deine implied Odds.
  • ... abzüglich Rake, der Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen höheren Flush hat, der Tatsache, dass du bei einem Fold vom BB unter der Durchschnittsequity liegst, und CO evtl. noch cappt, ein Valueplay am Flop gar nicht mehr gewährleistet ist.
  • ... du durch die Initiative ein Raise am Turn provozierst, da CO mit KJ deine 3-Bet nur callen könnte, um den Turn erneut zu raisen.
  • ... du auf diesem Board kaum eine made Hand auf irgendeiner Straße zum Folden bewegen wirst und dein Zusatzinvesment in % deine Foldequity weit übersteigt.
 

Kommentare (7)

#1 storge, 02.06.08 17:25

Fehler 2, Beispiel 2: ich find's gegen unknown immer so schwer dann am River b/f zu spielen, auf die (vermeintliche) Scarecard, aber die einzige Alternative ist wohl c/f und das ist zu weak.

#2 JollyRoger183, 02.06.08 19:01

nice work - v.a. die Rangeaufstellungen und -analysen von dir gefallen mir immer sehr gut!!<br /> <br /> zu 1) "Man sollte also sehr marginale Hände also eher underplayen und mittelstarke Hände (zum Beispiel Midpair) bis starke Hände (Toppair+) overplayen. "<br /> <br /> So hat es Kobeyard in nem Video auch mal gesagt (und so sehen es wahrscheinlich die meisten guten Spieler) - kannst den Satz also nochmal *fett* nachdrucken, weil der den ganzen Artikel schön zusammenfasst.<br /> <br /> zu 2) - ich hab irgendwo mal gelesen, dass man für ne Riverbet 55% EQ braucht - wo kommt die Zahl her? liegt das daran, dass man auch mal von besseren Händen gecalled wird, oder manchen Raise noch callen muss. Macht es einen Unterschied ob OOP oder IP - mMn schon, denn mit c/c payt man bessere Hände aus und verschenkt gegen schlechtere Value IP hat man da schon ein paar mehr Möglichkeiten (aber das ist dann ja eher bet Turn for freeSD).<br /> <br /> Bsp. 2 hätte man auch gut A8 wählenen können. Dass TP am Flop fast immer tripel-Valuebet bedeutet sollte ja fast jedem klar sein.<br /> Kannst vielleicht noch erwähnen, dass man im Blindbattle noch sehr viel marginale Valuebets hat und gegen bestimmte PF-Aktion auch auf lowcardboards - Valuebets gegen A-high platziern lernen muss. Finde Valuebet gegen A-high ist für viele Anfänger eher unbegreiflich - aber auf höhren Limits gang und gebe.<br /> <br /> zu 3.) sehr gute Thema - da könnte man sicher noch mehr zu schreiben - v.a. das viele gegen pf-3better nicht semibluffen usw - was man aber ab und zu machen sollte, da der pott ja auch größer ist und wir mehr stärke zeigen. Was bedeutet denn die Turn @KK@ bei Bsp.2?<br /> <br /> Mir sind bei semibluffs neulich 2 Gegner aufgefallen. Der eine hat ui A-high downgecalled gegen mein c/r obwohl am River der einzige Draw (FD) ankamm. Und einer hat am River gefoldet weil der FD ankamm - ich hatte aber nur einen OESD, der ui blieb und ich musste nochmal betten - ist also auch sehr wichtig reads zu entwickeln welche Gegner wirklich mitdenken - manche Fishe Folden AK z.b. niemals.<br /> <br />

#3 storge, 02.06.08 20:09

Naja, gegen PF 3-better lohnen sich semibluffs selten, weil sie ja immer SD value haben und uns häufig downcallen. Die Range ist einfach viel tighter und dadurch haben wir deutlich weniger FE.<br /> <br /> Aber klar, auch da gibt's sicher gute Spots gegen entsprechende Gegner.

#4 firsttsunami, 03.06.08 08:27

Vielen Dank euch beiden für euer Feedback. :) <br /> <br /> @Jolly<br /> <br /> 2)<br /> <br /> Wo die 55% herkommen weiss ich nicht genau aber ich könnte mir schon vorstellen, dass da eine Raisegefahr eingebaut ist und wir 2BB zahlen müssen und daher mehr EQ brauchen. Wo genau hast du das gelesen?<br /> <br /> 3)<br /> <br /> Man könnte hier natürlich noch knappere Spots nehmen. Es geht hier ja aber um Major Mistakes und in manchen Spots sollte man schon gegen A high valuebetten aber so ein Beispiel wäre nicht so eindeutig und ist schon ein Fehler aber für jeden Status sowas als Major Mistake zu deklarieren fand ich halt nicht so gut.

#5 firsttsunami, 03.06.08 08:28

@KK@ ist nur ein FOrmatierungsfehler. Bitte überlesen :D

#6 cjheigl, 03.06.08 15:37

Leider gibt's keinen Feedbackthread und man kann auch keinen aufmachen :(<br /> <br /> Eine Anmerkung zu Fehler 2 Beispiel 2:<br /> <br /> Es stimmt nicht ganz, dass eine Bet eine Valuebet ist, wenn man eine Equity > 50% hat. Sie ist am River dann eine Valuebet, wenn man gegen das, was callt, öfter als zu 50% vorne ist. Was nicht callt ist auch in der Equity enthalten, interessiert aber nicht, weil es keinen Value erzeugt.<br /> <br /> Jolly Rogers 55% Equity werden genau aus diesem Grund in Holdem Poker for Advanced Players empfohlen (und wegen der Gefahr eines Checkraises). Im gewählten Beispiel hat man 61% Equity und das ist auf jeden Fall genug. Es gibt aber auch Fälle, wo es wesentlich knapper ist. Diese "Regel" gilt aber nur für das Spiel in Position, wenn der Gegner schon gecheckt hat. Ausser Position sollte man grundsätzlich betten, wenn man ohnehin vorhat, eine Bet zu callen und die eigene Hand stärker als ein Bluffcatch ist.<br />

#7 firsttsunami, 05.06.08 13:31

Danke für die Anmerkung cjheigl. Das mit den 55% macht natürlich Sinn und dass die Equity nur für die Hände gilt die callen sollte klar sein. Ich hätte es klarer formulieren sollen aber ich habe ja auch nur die Hände genommen die er am River auch noch called.