Mit Strategie zum dauerhaften Erfolg im Online Poker – jetzt kostenlos anmelden!

Die stärksten Strategien Mit der richtigen Strategie wird Poker zum Kinderspiel. Unsere Autoren zeigen Schritt für Schritt, wie es geht.

Die klügsten Köpfe Lerne von und mit international erfolgreichen Pokerprofis in unseren Live-Coachings und im Forum.

Gratis Pokergeld PokerStrategy.com kostet dich nichts. Und es wartet gratis Pokergeld auf dich.

Du bist schon PokerStrategy.com Mitglied? Logg dich hier ein

StrategieFixed Limit

Top-Paare am Flop ohne Initiative


Einleitung

In der Anfänger-Sektion wird gesagt, mit Top-Paaren und Überpaaren soll man selbst setzen bzw. einmal erhöhen. Dies ist natürlich eine grobe Vereinfachung, trifft jedoch weitestgehend auf den Fall zu, wenn wir vor dem Flop als letzter erhöht haben, also die Initiative haben. Dann sollte man mit Top-Paaren und besser quasi immer selbst setzen.

Haben wir nicht die Initiative, ist es nicht so einfach.


Faktoren für die richtige Spielweise

Entscheidend für die richtige Spielweise sind folgende Faktoren:
  • Die eigene relative Position zum Aggressor vorm Flop(derjenige mit Initiative).
  • Die Gemeinschaftskarten, also die Boardstruktur.
  • Die Anzahl von Gegnern.

In den Folgenden 3 Händen wird jeweils exemplarisch illustriert, wann welche Spielweise vorzuziehen ist.


Hand 1

Donk

Wie liest man eine Beispielhand?

0,10/0,20 Fixed-Limit Hold'em (10 handed)

Preflop: Hero is BB with 8, T
UTG raises, 2 folds, MP1 calls, MP2 folds, MP3 calls, 3 folds, Hero calls.

Flop: (10,50 SB) 4, 6, 8 (4 players)
Hero bets, UTG raises, 2 folds, Hero 3-bets, UTG calls.


Generell sollte mit Top-Paar Händen das Ziel sein, die Gegner zu minimieren.
Diese Art von Händen sind in der Regel sehr verwundbar, daher steigen unsere Gewinnchancen stark, wenn weniger Gegner in der Hand sind.
Am besten sollen möglichst viele Spieler mit 2 Bets auf einmal konfrontiert werden.

Im Fixed Limit ist es üblich, das derjenige, der vor dem Flop erhöht hat, auch den Flop setzt, wenn alle vor ihm schieben (Wir machen solche 'Contibets' ja auch), bzw wird auch oft am Flop erhöht nur mit Überkarten. Das kann man sich zu nutze machen, indem man den Aggressor dazu benutzt, seine Hand zu schützen.

Entscheidend dabei ist die eigene Position zu ihm. In dieser Hand haben wir zwar das Top-Paar getroffen, aber wollen viele Karten am Turn nicht sehen.
Der Aggressor vorm Flop sitzt hier direkt hinter uns, setzen wir, wird er oft erhöhen und die Gegner hinter uns mit 2 Bets konfrontieren. Die müssen dann entweder Hände weglegen, die uns noch leicht überholen können, oder müssen 2 Einsätze bezahlen, beides ist für uns wünschenswert.

So eine 'Donkbet' (ein Einsatz entgegen der Initiative), ist also die beste Spielweise, wenn man noch viele Gegner hinter sich hat, wenn man eine verwundbare Hand hat und der Aggressor vorm Flop direkt nach einem drankommt.

Wird dann erhöht, sollte man in den meisten Fällen 3-betten, also nochmal erhöhen, um die Initiative zu erhalten.

Wann sollte man noch donken?
Man sollte auch den Flop ohne Initiative setzen, wenn viele Gegner am Flop sind und es nicht klar ist, ob der Aggressor vorm Flop überhaupt eine Contibet macht, also auch setzt ohne getroffen zu haben.


Hand 2

Schieben und Erhöhen

Wie liest man eine Beispielhand?

0,10/0,20 Fixed-Limit Hold'em (10 handed)

Preflop: Hero is BB with J, T
UTG folds, UTG+1 calls, 2 folds, MP2 raises, 4 folds, Hero calls, UTG+1 calls.

Flop: (6,50 SB) T, 8, 5 (3 players)
Hero checks, UTG+1 checks, MP2 bets, Hero raises, UTG+1 folds, MP2 calls.


Wieder haben wir ein verwundbares Top-Paar (Es sind Straßenchancen, Überkarten oder kleinere Paare bei den Gegnern möglich, vor denen wir unsere Hand schützen wollen) und nicht die Initiative.

Wie schon erwähnt, setzen die meisten Gegner jeden Flop, vor allem gegen nur 2 Gegner, wenn sie vor dem Flop erhöht haben.

Dies sollte man sich auch hier zu nutze machen. Der Unterschied zu Hand 1 ist unsere Position zum Aggressor vorm Flop. Wir haben einen Spieler zwischen uns.
Würden wir hier reinsetzen (donken), wird dieser Spieler für eine Bet mitgehen können und so auch noch eine mögliche Erhöhung hinter sich mitgehen müssen. Das Ziel ist es aber, wieder ihn mit 2 Einsätzen auf einmal zu konfrontieren und ihn so aus der Hand zu drängen.

Das erreicht man hier eben durch Schieben und Erhöhen von einem Einsatz des Gegners.

Man sollte diesen Zug am Flop also immer anwenden, wenn man direkt hinter dem Aggressor an der Reihe ist und man sicher sein kann, dass er auch eine Continuation Bet macht, also den Flop immer setzt. (also wenn man nur zu dritt oder viert am Flop ist).


Hand 3

Schieben und Mitgehen

Wie liest man eine Beispielhand?

0,10/0,20 Fixed-Limit Hold'em (10 handed)

Preflop: Hero is UTG+2 with Q, K
2 folds, Hero raises, 3 folds, CO 3-bets, 3 folds, Hero calls.

Flop: (7,50 SB) K, 8, 3 (2 players)
Hero checks, CO bets, Hero calls.


In seltenen Fällen ist es richtig, mit Toppaaren passiv zu spielen und nicht die Initiative versuchen zu erlangen, also zu schieben und nur mitzugehen.

Dies ist allerdings fast nur in 1 gegen 1 Situationen gegeben und mit besonderen Boardtexturen (die Zusammensetzung der Gemeinschaftskarten).

Der Grund, warum hier eine passive Spielweise besser ist, ist der, dass wir hier unsere Hand fast nicht beschützen müssen. Wenn wir vorne liegen, hat der Gegner nämlich maximal 3 Karten, die ihm helfen (wenn er z.B. AQ oder AJ hat).

Weil wir nicht wollen, dass er eine solche Hand weglegt, die keine guten Chancen hat, uns zu überholen und weil wir so den Verlust minimieren, sollten wir hinten liegen, ist hier check/call am besten, also schieben und einen Einsatz seinerseits mitgehen.

Dies ist eine Way Ahead-Way Behind Situation, dazu gibt es einen Artikel in der Silber Sektion.


Fazit

Beim Spielen von Top-Paar ohne Initiative sollte man also immer auf die drei Dinge Position zum Aggressor, Boardstruktur und Anzahl der Gegner achten. Wir haben gesehen, wie man damit am besten zwischen den einzelnen Zügen entscheiden kann.
 

Kommentare (12)

#1 lcdaniel, 02.03.09 18:31

Bie Hand 3: Wird am Turn geraist nach der Bet von Villain?

#2 HamburgmeinePerle, 05.03.09 14:41

#1:<br /> <br /> nein, es steht ja am ende, dass dies eine WA/WBsituation ist, lies dir den Artikel durch, dann weißt du, warum wir hier am Turn nicht raisen, sondern einfach c/c auf alles streets spielen, solange villain nicht irgendwo behind checkt, dann betten wir die nächste street.<br /> <br /> <br /> Gegen ne TAG3bettingrange nach nem Openraise von UTG2 haben wir hier zwar 57% EQ, aber da wir halt gegen bessere Hände sehr viel verlieren und gegen schlechtere kaum noch was gewinnen werden (außer vielleicht gegen PPs, die downcallen), ist hier die WA/WB-line deutlich besser.<br /> <br /> <br /> <br /> schöner artikel btw!

#3 gpunkt007, 08.03.09 19:43

Guten Abend.<br /> Die Hand 3: Warum wird hier mit T8s ausm big blind das rais von UTG mitgegangen? kann das in den bronze charts nicht finden.

#4 gpunkt007, 08.03.09 19:46

sorry, hand 1 meinte ich.

#5 Curix, 15.03.09 11:12

@3 weil wir nur 1bb zahlen müssen und gute odds auf den suited-1-gapper bekommen

#6 PPlay, 05.05.09 05:59

hand 3 würd ich ja call flop / raise turn spielen, ich finde nicht, dass das eine richtige WA/WB situation ist, in den meisten fällen ist man doch vorne mit der hand oder?

#7 rmlc14, 05.05.09 18:43

@6 Ein UTG+2 Raise 3Bettet man nach Charts mit TT+,AQs,AKo. Damit hätten wir am Flop zwar etwa 55% Equity. Da wir wenn wir aggressiv spielen in den 45% aber enorme Verluste einfahren und in den 55% relativ dazu wenig verlieren bringt die Standardline da weniger EV als wa/wb wenn ich das richtig verstanden habe.<br /> <br /> -4BB*0.45+0.5BB*55 < -2.5BB*0.45+1.25BB*0.55<br /> (Siehe Silver Artikel)

#8 rmlc14, 05.05.09 18:45

Korrektur Zeile 3:<br /> *in den 55% realtiv dazu wenig gewinnen*<br /> sollte das heissen :)

#9 rmlc14, 05.05.09 18:52

Zu Hand 1 wollte ich noch sagen, die kommt mir sehr aggressiv vor.<br /> Gegen einen UTG Raise haben wir am Flop mit unseren Top Paar nicht mal einen Equity Vorteil gegen 99+,AJs+,KQs+,AQo+. Da der Raise von Händen wie KQ oder AJ auch nicht immer gemacht wird auf die Donk sollten wir uns öfter hinten als vorne sehen, oder nicht?<br /> <br /> Ist die 3Bet da nicht überzogen?

#10 MagnumLemon, 12.05.09 12:06

Würden wir Hand 3 auf SH spielen, wäre der Turn dann aber ein klarer Raise, oder?

#11 firsttsunami, 09.06.09 12:27

Hallo Magnum. In einer SH Situation mit looseren Ranges wäre es ein klarer Raise, das stimmt! Nur wenn der Gegner gegen einen MP2 Raise im BB 3bettet, könnte man von einer wa/wb Situation sprechen und je nach WTS des Gegner ist es auch besser, sich den Raise bis zum River vorzubehalten.<br /> <br /> Gruß<br /> Börries

#12 twenny, 15.10.09 21:26

zu hand 1 muss ich mal anmerken, dass der gegner da schon sehr aggressiv sein muss damit dieser spielzug klappt :) ... wenn man pech hat isoliert man sich dann noch gegen overpair aber mir fällt auch keine alternative ein, protection geht halt vor in diesem pot, dennoch würd ich dann die 3bet am flop weglassen ... was macht man gegen einen könig eine dame ein herz etc. auf dem turn? ... also so einfach bet/folden kann man da nicht ... deshalb find ich die 3bet bissel aggressiv würd da lieber dann b/c flop und am turn neu entscheiden wie ich weiter spiele.