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StrategieFixed Limit

Valuebets am River


Einleitung

In meinen ersten Beispielhänden hatte ich mich mit dem Thema "Valuebets am River" beschäftigt. In dieser Woche werde ich dazu weitere Beispiele bringen.

Grob gesagt ist so eine Valuebet ein erneuter Einsatz am River, um noch zusätzlich Geld von schlechteren Händen zu bekommen. Man versucht also, die eigene Handstärke unter Einbeziehung des Boards einzuschätzen. Zusätzlich muss man dann abschätzen, ob der oder die Gegner im Durchschnitt oft genug mit einer schlechteren Hand am River einen Einsatz noch mitgehen werden.


Hand 1

In der ersten Hand sind unsere Gegner am Tisch für uns unbekannt. Sie machen jedoch einen für die niedrigen Limits typischen passiven, fischigen Eindruck. Sie spielen also im Schnitt zu viele schwache Hände und gehen mit marginalen Händen zu oft zum River.

Wie liest man eine Beispielhand?

Preflop: Hero is MP2 with 9, 9
Hero raises, MP3 calls, 3 folds, BB calls.

Vor dem Flop haben wir mit 99 eine starke Hand, mit der wir in mittlerer Position nach SHC erhöhen können. Zwei schwache Spieler gehen unsere Erhöhung mit.


Flop: (6.50 SB) K, 6, 3 (3 players)
BB checks, Hero bets, MP3 calls, BB folds.

Der Flop ist relativ gut für unsere Hand. Mit dem König liegt zwar eine Überkarte (Overcard) am Flop, dennoch halten wir hier mit dem 9er Paar oft noch die beste Hand gegen 2 Gegner und müssen unsere Hand mit einem Einsatz schützen. Es sind hier einige Straßenchancen (mit 45, 57) und Flushchancen möglich und jede weitere Überkarte, wie zum Beispiel eine Dame oder Bube, kann unseren Gegner die beste Hand bescheren.

Daher setzen wir hier, um unseren Gegnern die Turnkarte teuer zu machen. Gegen sehr viel Gegenwehr, also weiteren Erhöhungen von den 2 anderen Spielern, sollten wir aber unsere Hand direkt aufgeben, da wohl zumindest ein Spieler dann mindestens den König hat. Nach dem Einsatz geht hier aber nur noch ein passiver Spieler mit.


Turn: (4.25 BB) 6 (2 players)
Hero bets, MP3 calls.

Am Turn kommt eine zweite 6 und uns schlägt mittlerweile neben einem König nun auch eine 6. Dennoch muss der Gegner keine 6 haben und wir können immer noch die beste Hand halten, da v.a obengenannte Spielertypen mit sehr vielen Händen am Flop mitgehen werden.
Daher setzen wir erneut, um gegen gefährliche Überkarten (z.B.: Ass, Dame, Bube usw.) und den ganzen möglichen Flush- und Straßenchancen weiter unsere Hand zu schützen.

Erneut geht der Gegner den Einsatz nur mit. Würde dieser sehr passive Spieler hier am Turn erhöhen, könnte man seine Hand weglegen, da man wohl fast immer gegen diesen Spielertypen geschlagen ist. Auf eine Erhöhung hat die Callingstation meist eine sehr starke Hand, selten bis nie wird sie mit einer Flush- oder Straßenmöglichkeit semibluffen.


River: (6.25 BB) 7 (2 players)
Hero bets, MP3 calls.

Am River kommt nun eine sehr schlechte Karte für unsere Hand. Die 7 komplettiert die Flushchance und zusätzlich kommt für 54 auch noch die Straße an.

Dennoch ist der beste Spielzug hier am River zu setzen. Unser Gegner ist sehr passiv und geht mit zuvielen Händen zum Showdown. Diese Schwäche müssen wir ausnützen.
Natürlich hat sich das Board für unsere Hand unschön entwickelt, dennoch sollte Hero hier selber setzen. Der Gegner wird hier am River noch einige schwächere Hände für einen Einsatz mitgehen. Er wird mit Ass Hoch und mit kleineren Paaren (22,44,55,88 oder einer 3) mitgehen, er kann am River die 7 getroffen haben, mit der er uns noch ausbezahlt. Manche Spieler sind so schwach und gehen sogar mit Dame Hoch noch mit, einfach um zu sehen, was wir für eine Hand halten.
Dieser Gegner wird mit den obengenannten Händen meist nur schieben wenn wir schieben, so dass wir hier einen Einsatz verschenken würden. Der Gegner wird meist nur mit besseren Händen also dem Flush, dem König, Trips oder einem Fullhouse setzen. Wir setzen also am River, um von den schlechteren Händen noch einen Einsatz zu bekommen. Erhöht der passive Gegner hier, können wir unsere Hand beruhigt weglegen. Er wird hier fast immer eine starke Hand haben, die uns schlägt und uns wohl nie mit einem Bluff rausdrängen.

Die Spielweise zu setzen und gegen eine Erhöhung wegzulegen (BET/FOLD River) kostet uns genauso viel (eine Bet=einen Einsatz) wie zu schieben und einen Einsatz zu callen (Check/Call River). Wir gewinnen aber gegen viele schlechtere Hände noch einen zusätzlichen Einsatz.

Final Pot: 8.25 BB


Hand 2

In der zweiten Hand spielen wir gegen einen Spieler, der Preflop einigermaßen tight ist (also nur ausgewählte gute Starthände spielt), Postflop jedoch sehr aggressiv ist und mit vielen Händen zum Showdown geht.

Wie liest man eine Beispielhand?

Preflop: Hero is MP3 with A, 7
MP2 folds, Hero raises, 2 folds, SB 3-bets, BB folds, Hero calls.

Preflop haben wir mit A7s eine Hand, die nachdem bisher keiner eingestiegen ist, stark genug ist, um aus mittlerer Position zu erhöhen.

Wir bekommen von dem aggressiven Small Blind eine weitere Erhöhung, die wir natürlich mitgehen. Da er Preflop einigermaßen berechenbar spielt, können wir in etwa die Handgruppe einschätzen, mit der er eine Erhöhung von uns aus mittlerer Position weiter erhöht (3-bettet). Er wird dies in etwa mit guten Paaren wie 77,88,99,TT,JJ,QQ,KK,AA und Händen wie AKo,AQo,AJo und AKs,AQs,AJs, ATs, A9s und evtl KQo; KQs machen.


Flop: (7.00 SB) J, 7, 6 (2 players)
SB bets, Hero calls.

Am Flop treffen wir nun mit der 7 unser mittleres Paar. Gegen die Paare 77-AA und AJ liegen wir weiterhin zurück. Dafür haben Hände wie AK, AQ, AT, A9 nur 3 Outs, da wir mit jedem Ass ja 2 Paar hätten. Nur KQ hat 6 Outs gegen uns. Da wir am Flop keine weiteren Gegner mehr haben und wir auch Position haben (so dass wir keine freie Karten fürchten müssen, da wir immer als letzter agieren können), ist das beste Spiel hier einfach nur den Einsatz des Gegners mitzugehen.
Gegen einen großen Teil seiner Handgruppe liegen wir noch zurück und der restliche Teil hat meist nur 3 Outs, so dass wir hier unsere Hand kaum schützen müssen. Zusätzlich ist der Gegner sehr aggressiv, so dass er oft auf eine Erhöhung von uns am Flop nochmal mit bspw. nur Überkarten oder irgendwelchen Chancen (Flushdraws) erhöhen wird, um uns von besseren Händen zu drängen. Wir gehen also den Einsatz nur mit und entscheiden am Turn neu.


Turn: (4.50 BB) 4 (2 players)
SB bets, Hero calls.

Am Turn verbessert sich unsere Hand weiter, da wir nun zusätzlich noch Chancen auf einen Flush haben. Dennoch sollten wir wieder passiv spielen und nur mitgehen. Auf eine Erhöhung wird unser Gegner keine bessere Hand weglegen und uns mit besseren Händen wie AA, KK, QQ, JJ, 77 eine weitere Erhöhung reindrücken. Dagegen wird er schlechtere Hände, die zusätzlich durch unserere Chance zum Flush fast keine Outs haben, selber weglegen. Dies wollen wir mit einem einfachen Mitgehen vermeiden, um eventuell am River weitere Bluffs zu induzieren oder aber gegen starke Hände bei diesen aggressiven Gegner möglichst wenig bis zum River zu verlieren.


River: (6.50 BB) T (2 players)
SB checks, Hero bets, SB calls.

Am River können wir uns nicht weiter verbessern, jedoch schiebt der aggressive Gegner nun auf einmal.

Wir versuchen ihn nun auf eine Hand zu setzen. Er ist aggressiv und wird daher meist mit seine guten Händen wie AA,KK,QQ,JJ,TT;99;88;77; AJ,AT; selber setzen, um von einer schwächeren Hand noch einen Einsatz zu bekommen. Selten wird er hier versuchen uns ,indem er zuerst schiebt und dann einen Einsatz von uns erhöht, (Check/Raise) mit diesen Händen auszuspielen, da wir vor allem bisher keine Stärke gezeigt haben und er Angst haben muss, dass wir selber nur schieben.
Verbleiben also meistens noch Hände wie AKo, AKs, AQo, AQs, A9s und KQ. KQ wird er auf einen Einsatz meistens weglegen, aber mit AK, AQ, A9s wird er meist einen Einsatz bezahlen, da viele Chancen nicht angekommen sind und er gegen diese Hände mit Ass Hoch dann noch vorne liegt. Zusätzlich geht er ohnehin mit zuvielen Händen zum Showdown und daher wird solch ein Spieler eine vor dem Flop so schöne Hand wie AK, AQ hier fast nie passen (außerdem besteht bei diesem Spielertypen sogar eine minimale Chance, dass er mit K Hoch bezahlen wird).

Nachdem wir seine möglichen Hände auf die obige Handgruppe eingegrenzt haben, können wir hier zusätzlich Geld von unserem Gegner mit einem Einsatz gewinnen (Valuebet am River) und sollten uns diese Chance nicht entgehen lassen.
Hätte der Gegner am River nochmal selber gesetzt, sollten wir auch einfach mitgehen. Oft hat er hier eine Hand die uns schlägt. Da er aber aggressiv ist, wird er hier oft genug nochmal mit Händen wie AK, AQ, KQ setzen gegen die wir vorne liegen, so dass ein einfaches mitgehen sicherlich profitabel ist.

Final Pot: 8.50 BB


Fazit

Heute haben wir gesehen, welche Vorteile eine genauere Analyse der möglichen Hände beim Gegner hat. So kommt man, wie in Hand 2, oft zu einem anderen Ergebnis, als vorerst intuitiv angenommen.
Natürlich kann man sowas nicht mal eben am Tisch entscheiden. Doch denkt man im Nachhinein über solche Situationen nach, kann man immer bessere Abschätzungen über die beste Lösung treffen und so auch am Tisch zu einer guten Entscheidung kommen.
 

Kommentare (3)

#1 allgot, 11.11.09 13:31

First, ich finde den Artikel gut;)

#2 thewatsher, 23.02.11 17:37

Guter Artikel jedoch verstehe ich den Ausschluss eines check Raise am River nicht.<br /> Ich kann nur von mir sprechen aber ich versuch am River des öfteren einen "check-All in Bluff" wenn der Gegner bettet und ich der meinung bin dass er "nur ein Paar hat" und er wird meineserachtens folden.<br /> Ich verstehe das callen nicht. Ich weiss das passt nicht zum valuebetten.<br /> <br /> Aus der Sicht des SB Villian.<br /> Naja ich gehe ja sowoeso absolut jedem Showdown aus dem Weg egal was ich habe, versuche ich den Gegner zum Folden zu bringen so dass mich keiner auf eine bestimmte Range setzen kann.<br /> Mir ist es auch lieber wenn ich weniger krieg mit der besten Hand dafür aber meine Karten verdeckt bleiben.<br /> <br /> Naja hab ja auch noch nicht erlebt dass Gegner in Position checken<br /> <br /> Soll keine Kritik sein denn um zu kritisiren müsst ich noch weit besser werden.

#3 ESP, 14.05.11 23:14

Nice article...<br /> <br /> Nur noch ein Gedanke:<br /> <br /> Wäre die 2. Hand statt A7 of clubs, A7 of spades, würde ich die Hand am Turn valueraisen.<br /> Viele Ahighs bezahlen mich noch aus, da das Board drawheavy ist und er äußert selten bis nie eine schlechetere Hand 3-betten wird. Daher Raise/Fold als beste Line.<br /> <br /> Comments on this?