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StrategieNo-Limit BSS

Riverplay Teil 1

» KOLUMNE

 

Riverplay Teil 1 - Theorie

von MiiWiin

Im Verlaufe einer Hand haben wir maximal 4 Streets zu überstehen, um zum Showdown zu kommen. Jede Street hat ihre eigene Dynamik und Problematik, aber besonders das River-Spiel ist nicht all zu leicht zu handhaben.

Wir wollen uns erst einmal damit beschäftigen, wo die Besonderheiten des River-Plays liegen und worauf genau man achten sollte. In den nächsten beiden Ausgaben werden wir uns dann vermehrt mit Beispielen beschäftigen, wobei wir neben verschiedenen Gegnern und Spots vor allem auf unsere Position achten werden.

PROBLEMATIK DES RIVERS-PLAYS

Wie erwähnt hat jede Street seine eigene Problematik, doch gerade der River wird von vielen etwas unterschätzt. Ich glaube nicht, dass die Namensgebung dafür mitverantwortlich ist, aber nicht wenige haben einen Fluss unterschätzt und wurden letztlich weit, weit davon gespült.

Der River hat viele Besonderheiten. Das menschliche Gehirn merkt sich Standard-Situationen und versucht, diese in Muster zu pressen. Wir als Poker-Spieler wissen, dass dies durchaus gefährlich werden kann. Also untersuchen wir unser Spiel nicht nur anhand von Ergebnissen, sondern versuchen zu analysieren, ob wir gut gespielt haben. Kommen wir am Ende zu dem Entschluss, dass unser Spielzug einen positiven Erwartungswert hatte, so können wir abschließend damit zufrieden sein.

Dieser Lerneffekt ist natürlich sehr wichtig, wird sich aber nur zu unseren Gunsten ausschlagen, wenn wir darauf hin ähnliche Spielzüge in Zukunft diesbezüglich überdenken. Haben wir erst einmal diese Spieldynamik entwickelt, werden wir auf Dauer immer „besser“, was bedeutet, wir treffen häufiger richtige Entscheidungen. Viel Erfahrung und Praxis sind demnach vonnöten.

Untersuchen wir daraufhin nun die verschiedenen Streets, so befindet man sich natürlich am häufigsten in Preflop-Situationen, wo man sein Spiel schon sehr stark nach seinen Gegnern ausgerichtet hat und im Laufe der Zeit viele Fehler vermeiden sollte.

Ganz am Ende kommt jedoch der River. Es ist logisch, dass die letzte zu spielende Runde im Verhältnis zu den anderen Streets relativ selten stattfindet. Wer seinen VPIP und dazu seinen „Went to showdown“-Wert beachtet, wird unterm Strich sehen, dass er sehr selten River-Entscheidungen treffen muss, nämlich in einem Verhältnis von grob 1 zu 25. Oder besser gesagt: Uns fehlt verhältnismäßig die Erfahrung am River.

TEURE ENTSCHEIDUNGEN, FALSCHE WAHRNEHMUNG UND SICH ÄNDERNDE ODDS

Dies ist natürlich sehr ärgerlich, wenn uns bewusst wird, dass wir am River die teuersten Entscheidungen treffen. Natürlich ist der Pot nun mittlerweile sehr groß und da sich die meisten Bets beim No-Limit Holdem immer nach der Größe des Pots richten, müssen wir verhältnismäßig viel investieren.

Zudem gibt es einen großen Unterschied zwischen dem River und allen anderen Streets: Die Hände sind „gemacht“. Es gibt keine ausstehenden Karten mehr, es stehen sich zwei Hände gegenüber, von denen meist eine die bessere ist und quasi das „Anrecht“ auf den Pot hat. Ob diese Hand jedoch auch gewinnt, ist noch lange nicht klar.

Häufig sieht man die Hand am River als beendet an und muss sie „nur noch“ zum Showdown führen. Hat man Villain auf einen Draw gesetzt, so kommt er am River entweder an und ich muss sehr vorsichtig sein, oder mein Gegner verfehlt ihn und ich sehe mich meistens vorne.

Ich habe die Entscheidung schon am Turn getroffen, ob ich den River daraufhin aufgebe, einen Bluff induzieren will oder einfach valuebette. Häufig lässt man am River die letzte Konzentration vermissen.

Natürlich ändern sich auch die „Odds“. Auf den ersten Streets verstehen wir „Odds“ meistens als eine Art Wette darauf, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine für uns hilfreiche Karte auf den folgenden Streets noch erscheinen wird. Wir gehen meistens davon aus hinten zu sein und können uns mathematisch relativ genau errechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit uns die nächste Karte die beste Hand bescheren wird. Bei den Pot Odds haben wir darauf hin zwar eine etwas schwierigere Rechung aufgrund der möglichen implied Odds, mit viel Erfahrung können wir jedoch abschätzen, ob ein Call mit einem Draw am Flop auf Dauer erfolgsversprechend sein wird.

Am River bekommen wir bei einer Bet von Villain auch Odds, nur können wir diesmal keine feste Mathematik zu Rate ziehen:

1.) PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($25)
CO ($25)
UTG ($25)
BB ($25)
SB ($25)
Hero ($25)

Preflop: Hero is Button with A , K
UTG raises to $1.00 2 folds, Hero raises to $3.25, 2 folds, UTG calls $3.25

Flop: ($6.35) K, 3, 4 (2 players)
UTG checks, Hero bets $4.50, UTG calls $4.50

Turn: ($15.35) 5 (2 players)
UTG checks, Hero checks

River: ($15.35) 6 (2 players)
UTG bets $7.50, Hero ???

Bis zum Turn eine Standard-Hand, Hero hat sich jedoch am Turn entschlossen, behind zu checken und am River bei einer Non--Card je nach Betsize nochmal zu callen.

Nun bekommt er natürlich eine Bet vorgesetzt. Hero muss 7,50$ bezahlen, um eine Chance zu haben, 22,35$ zu gewinnen. Das machte grobe Odds von 3 zu 1. Das bedeutet, Hero muss in einem von vier Fällen vorne liegen, um hier profitabel zu callen.

Diese Odds einzuschätzen, fällt uns allerdings schwer. Liegen wir hier in einem von vier Fällen vorne? Auf Anhieb ist hier eine schnelle mathematische Überschlagung kaum möglich.

Genau für solche Fälle braucht man Erfahrung, muss sich aber im Klaren darüber sein, dass hier teure Entscheidungen getroffen werden müssen. Es kann also nicht verkehrt sein, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und ein wenig den Equilator zu bemühen, um unserem Gegner spezielle Ranges zu geben und zu schauen, ob ich dagegen noch häufig genug vorne liege.

Man darf also hier nicht in seine Denkmuster verfallen und eine „feste“ Line im Kopf haben. Die Höhe einer Bet oder eines Raises von Villain verändert unsere Odds teilweise drastisch und kann aus einem Call mit einem positiven Erwartungswert einen schlechten Call machen.

Im obigen Beispiel ist die Sache klar, Villain hat am Turn gecheckt und einen möglich Bluff induziert, durch die kleine Bet und die Wahrscheinlichkeit, dass Villain hier ab und an bluffen wird, ist dies ein Pflichtcall mit Toppair/Topkicker.

Falsch wäre es jedoch, sich der Line „check behind Turn / call any River“ zu verschreiben, ohne dabei auf die Odds zu achten. Bei einer Potsizebet wären hier weitergehende Überlegungen möglich, einen Push sollte man sicherlich nicht callen.

Näheres dazu die nächsten Male in den Praxis-Beispielen.

UNSERE OPTIONEN UND ZIELE AM RIVER

Grob eingeteilt haben wir drei unterschiedliche Möglichkeiten, wie wir einen River spielen wollen.

1.) Der Bluff
Wir sehen uns am River nicht vorne und wollen versuchen, unseren Gegner von einer besseren Hand runter zu bekommen. Neben dem Handverlauf und der Entwicklung des Boards ist natürlich ein Grundwissen über unseren Gegner notwendig sowie eine mögliche History unter Einbezug unseres Images. Natürlich können wir nur pure bluffen, Semi-Bluffs sind aufgrund der abgeschlossenen Hand nicht mehr möglich.

Unser Ziel: Eine bessere Hand zum Folden bringen!

2.) Der Showdown
Haben wir die Möglichkeit dazu, so wollen wir möglichst billig zum Showdown. Wir geben uns zwar Showdownvalue, sehen uns aber nicht zwangsweise sehr weit vorne und wollen nicht mehr als notwendig investieren.

Unser Ziel: Ein günstiger Showdown.

3.) Die Valuebet
Wir sehen uns klar vorne, egal, ob uns der River geholfen hat oder ob wir vorher schon eine stark Hand hatten. Unser Augenmerk liegt nun darauf, wie wir am besten weiteres Geld von Villain extrahieren können.

Unser Ziel: Wir wollen maximalen Value für unsere starke Hand.

UNSERE HANDSTÄRKE

Entscheidend dafür, welche Optionen und Ziele wir verfolgen wollen, ist natürlich die Stärke unserer Hand. Auch hier können wir grobe Einteilungen treffen:

1.) Weak Hand
Unsere Hand ist schwach und bietet kaum bis gar kein Showdownvalue. Möglich ist dies z.B. bei einem busted Draw, bei unimprovten Overcards oder nach einem Call mit einem middle Pair am Flop, welche nach weiteren Overcards am Turn und River nun als 4th Pair deutlich an Stärke verloren hat.

2.) Made Hand
Wir haben eine made Hand, die zwar gut ist und Showdownvalue hat, aber nicht zwangsweise die beste sein muss. Möglich sind hier z.B. Overpairs oder Toppair/TopKicker. Ebenso möglich sind natürlich Hände, die eventuell ausgedrawt worden seien könnten, also z.B. ein Set bei ankommender Straight oder ein starkes TwoPair bei ankommendem Flush.

3.) Strong made hand
Am River können wir eine sehr starke Hand vorweisen. Wir sehen uns so häufig vorne, dass wir hier ausbezahlt werden wollen. Wir geben uns sozusagen die Nuts und sehen nur eine geringe Wahrscheinlichkeit dafür, dass Villain eine bessere Hand hält.

Vergleichen wir nun unsere drei Optionen mit unseren möglichen Händen, so können wir natürlich jeweils die Punkte eins bis drei zusammen führen.

Halten wir eine weak Hand, bietet sich natürlich wesentlich eher ein Bluff an als bspw. bei einer made Hand. Halten wir eine made Hand, so sollten wir auch nicht versuchen, durch ein Raise unsere Hand unnötig zu teuer zu machen. Und mit einer strong made Hand sollten wir nicht versuchen, eine Valuebet verstreichen zu lassen.

UMSETZUNG IN POSITION / OUT OF POSITION

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie genau wir diese Optionen umsetzen sollen. Wie erwähnt, werden wir nächstes Mal das Spiel in Position näher beleuchten und darauf eingehen, wie wir welche Option – natürlich in Abhängigkeit von Villain – am besten umsetzen können.

Übernächstes Mal widmen wir uns dann dem Spiel out of Position, welches natürlich noch etwas kniffliger zu gestalten ist.

Um aber die Theorie vorerst abzuschließen, fehlt noch ein wichtiger Punkt, der gerade beim Thema River-Play an Bedeutung gewinnt: Bluff-Induce.

DER BLUFF-INDUCE

Der Bluff-Induce, übersetzt den Gegner dazu zu verleiten, eine Bluffbet anzubringen, gewinnt natürlich nur auf den letzten Streets an Bedeutung. Häufig wird dies schon am Turn umgesetzt, wo man in Position behindchecken kann um eine Bluffbet am River zu inducen.

Ähnliche Bedeutung hat der Bluff-Induce natürlich am River out of Position. Häufig versucht man durch einen Check einen Bluff zu inducen, mit dem zwar relativ günstig zum Showdown gelangen kann, durch die erwartete Bluffbet aber insgesamt noch einen höheren Erwartungswert hat.

Auch der Bluff-Induce wird die nächsten beiden Male natürlich mit in unsere Betrachtungen einfließen.

» ZUSAMMENFASSUNG

Wir haben heute grob aufgezeigt, in welche Situationen wir am River kommen können und was für theoretische Absichten wir haben sollten. Man darf nicht in Standard-Situationen verfallen, sondern muss auch jeweils die Odds im Blick haben, die darüber entscheiden, ob ein Call einen positiven Erwartungswert hat oder nicht.

Die nächsten Male werden wir uns dann mit den praktischen Umsetzungsmöglichkeiten beschäftigen und uns einige Beispiele anschauen. Hierfür werden das Spiel „out of Position“ und „in Position“ trennen.

 

Kommentare (14)

#1 22BRAZIL, 05.05.08 16:33

#1

#2 KingTexaz, 05.05.08 16:50

Die Einleitung ist gut, allerdings bette ich den Turn mit AK definitiv. Wir müssen quasi fast immer folden bei 4tem Spade auf dem River, sind aber anderseits fast nie gegen einen Flush am Turn behind im RRP.<br /> Uns schlägt: AA, KK, Flush, wobei alle 3 Hands eher unlikely sind.<br /> Ebenso ist hier imo Protection klar >>> PC, da wir nicht "weggeströmt" werden wollen auf dem River ;) Das Bsp wäre gut mit dem A/K of Spades.

#3 crt32, 05.05.08 17:05

jo für 100BB ist das ja wohl easy broke am Turn :|<br /> <br /> Finde nur schade, dass zur Zeit so viele "Fortsetzung folgt"-Artikel veröffentlicht werden. Ich sehe da keinen Vorteil drin, 3 Wochen für einen 5-seitigen Artikel zu brauchen, nur weil ihr nicht alle auf einmal veröffentlicht!?

#4 Buzibaer, 05.05.08 17:28

Jo, vorher gabs wöchentlich mehr content als jetz in 2Wochen, ps.de wird nicht unbedingt besser.

#5 derhansen1, 05.05.08 17:52

"Händeln" ?

#6 cordoba78, 05.05.08 19:40

lol @ Händeln :D

#7 pkf, 05.05.08 20:11

georg händeln

#8 TheSnowman, 05.05.08 21:40

händeln = teh new handhaben

#9 norenore, 06.05.08 04:52

Finde den Inhalt diesmal wesentlich besser als bisher. Bis auf die Kritikpunkte von #2 und #3 ein wirklich guter Artikel!<br /> <br /> Gruß<br /> David

#10 DeadMensHand, 06.05.08 10:06

#3 " ...Finde nur schade, dass zur Zeit so viele "Fortsetzung folgt"-Artikel veröffentlicht werden. Ich sehe da keinen Vorteil drin, 3 Wochen für einen 5-seitigen Artikel zu brauchen, nur weil ihr nicht alle auf einmal veröffentlicht!?"<br /> Agree!!!!!<br />

#11 Scrounger84, 07.05.08 09:51

Händeln...das tut rialli in mei Eihs weh

#12 MFR, 14.06.08 11:03

Man sollte auch bedenken, dass diese Artikel in der Einsteigersektion stehen, und da sehe ich es als Vorteil an, sie in kleinere Einheiten zu fassen, da laengere Artikel fuer Einsteiger eher abschreckend sind, und auch schwieriger aufzunehmen sind.

#13 Lena1990, 27.12.08 19:24

ich pflichte der #12 bei!!

#14 Tonnes, 02.02.10 15:19

denke auch das es so gut is so kann ich mich an tisch setzen und schon ma drüber nachdenken und bei den weiteren teilen immer mehr verfeinern. ich muss doch nich von anfang an perfekt sein. brauch ich als anfänger auf NL2 doch eh nich um profitabel zu spielen. ich mach lieber erst ma langsam und freu mich dann um jeden bb+ auf hundert hände.<br /> <br /> also ich find das so gut. und ich denke händeln is das selbe wie äugeln.