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Wie spielst du gegen Nits auf den Micros?

» KOLUMNE

Wie spielst du gegen Nits auf den Micros?

von Michael

Vergleicht man NL10 und NL25 Full Ring von vor zwei Jahren mit heute, dann scheint sich einiges getan zu haben. Microlimit früher, das waren stellenweise wahre Bluff- und "Der hat doch nichts"-Schlachten, in denen jeder versucht hat, schneller als der andere All-In zu kommen.

Heutzutage ist es ruhiger geworden. Es gibt immer noch viele sehr schlechte und schlechte Spieler, aber in der Masse sind die Spiele tighter geworden. So trifft man immer wieder auf Tische, an denen das Spiel zu einer Foldorgie ausartet. Ein Tisch voller Nits – voller weak-tighter Spieler, die Angst um jeden Cent haben, den sie in die Mitte schieben, und unter einem Set schon mal gar nichts machen.

 

Der Vorteil gegen Nits

Das Spiel gegen diesen Spielertyp ist ein sehr angenehmes Spiel. Der Grund dafür ist, dass Nits sehr berechenbar agieren. Man weiß halt einfach, was sie haben. Sie können nicht einmal slowplayen, denn schon ein Call von ihnen verrät Stärke.

Während du gegen loose-passive Spieler, wie sie früher die Microlimit-Tische bevölkerten, einfach auf eine starke Hand gewartet hast, um dann damit Gas zu geben und dich für die bessere Hand ausbezahlen zu lassen, spielst du gegen die Nits von heute häufiger einfach Smallball-Poker.

Statt lange zu warten, um wenige große Pötte zu holen, übernimmst du die Initiative, um viele kleine Pötte zu holen. Das könnte man gegen Calling Stations nicht machen, aber eben gegen Nits. Der Fisch von heute ist nicht besser geworden, er ist nur tighter. Darüber musst du dir im Klaren sein.

Wie spielst du gegen Nits?

Nits haben ein großes Problem: Sie folden viel zu gern. Wenn du einmal kurz überlegst, was das für Konsequenzen hat, fallen dir bestimmt folgende Punkte ein:

  • Du wirst selten einen großen Pot mit ihnen spielen und wenn du es tust, haben sie auch eine starke Hand. Du weißt bei ihnen fast immer, woran du bist, und kannst ihre Ranges gut abschätzen.
  • Du kannst sie viel besser bluffen. Z.B. funktionieren deine Continuationbets viel häufiger.
  • Du kannst sie preflop durch ein Raise viel leichter aus der Hand jagen. Du kannst dir preflop leichter den Button kaufen oder erfolgreicher blindstealen.

Nits können mit Aggression nicht umgehen. Deine Strategieanpassung ist also, so aggressiv wie möglich gegen sie zu spielen und so häufig wie möglich aggressiv gegen sie zu spielen.

Das heißt nicht, dass du zum Maniac oder LAG werden sollst. Du spielst immer noch souveränes tight-aggressives Poker, nur eben den entscheidenden Tick aggressiver und looser. Was du machen kannst, ist:

  • Deine Openraising-Ranges etwas erweitern, besonders in MP3, CO und BU.
  • Deine Isolationraising-Ranges etwas erweitern.
  • Deine Reraising-Ranges etwas erweitern, besonders im Button gegen ein MP3- oder CO-Openraise. Auch in den Blinds sind 3-Bets gegen Nits, die Blindstealing nach Vorschrift betreiben, eine effektive Waffe.

Nits zeigen nur Aggression, wenn sie die Hand dafür haben. Du kannst also einfache Folds finden.

LOOSER RAISEN

Du kannst deine Ansprüche an eine Raising-Hand gegen Nits etwas zurückschrauben, einen Kicker runter, Pocketpairs und suited Connectors ins Programm mit aufnehmen. Probier einfach ein bisschen rum, was gut geht. Das Problem, das Nits haben, ist eben, dass sie viel zu viel folden. Das nutzt du aus, indem du ihnen durch aggressives Spiel Gelegenheit für einen Fold gibst.

Ein Nit, der limpt, hat eine sehr begrenzte und überschaubare Range, mit der er übrigens auch häufig den Flop check/folden muss. Das sind in erster Linie Pocketpairs und kleinere Asse wie AJ oder AT, durchaus auch AQ. Hat er am Flop etwas getroffen, wird er es dir auch zeigen, und sei es nur durch einen Call.

Daher kannst du ihn besser isolieren. Am Flop die Continuationbet hinterher und wenn er dann callt oder Action macht, kannst du dir Gedanken über seine bzw. deine Hand machen. Der Wert der Position und der Initiative wächst im Spiel gegen Nits im Vergleich zum Wert der eigenen Handstärke. Das ist das ganze Geheimnis. Du kannst gegen sie häufiger durch pure Aggression gewinnen, deshalb kann die Stärke der Hände, mit denen du aggressiv spielst, geringer sein.

Worauf du aber unbedingt achten musst, sind die Gegner hinter dir. Die sollten auch gut folden können. Deine besten Isolationraises bringen nichts, wenn hinter dir ständig coldgecallt wird.

MEHR BLINDSTEALEN

Sehr effektiv sind Blindsteals gegen zwei Nits in den Blinds. Da ist es fast schon egal, welche Hand du hältst. Es hängt von den Spielern ab, wie nitty sie sind. Wenn du Stats zur Hand hast, ist alles natürlich einfacher. Schau einfach, ob sie irgendwann anfangen, sich zur Wehr zu setzen und ihre Blinds zu verteidigen. Ist das nicht der Fall, viel Spaß beim Raisen.

Es ist egal, dass sie sich wehren könnten oder deine ständigen Steals superauffällig sind. Solange sie sich nicht wehren, sind deine Steals profitabel.

LOOSERE 3-BETS EINBAUEN

Eine etwas schwierigere Anpassung, die du mit Bedacht vornehmen solltest, ist das loosere Reraisen. Nimm an, ein Nit raist first in in MP3 und du sitzt im Button mit T9s oder 88. Das kann man auch einmal reraisen, sofern dein Gegner nur weak-tight und nicht etwa ein Rock ist.

Gegen schlechte TAGs, die sehr offensichtliche Blindsteals nach Vorschrift betreiben, sind Reraises aus den Blinds heraus auch sehr effektiv. Achte dabei darauf, dass deine Hand auch gute Flops treffen kann. Suited Connectors eignen sich hierfür besonders gut.

Aber auch mittlere und kleine Pocketpairs eignen sich gut. Nicht häufig, aber ab und zu kannst du mit ihnen ein Set treffen. Was du unbedingt vermeiden musst, sind Asse mit kleinem und mittleren Kicker, denn gerade gute Asse machen einen großen Teil der gegnerischen Callingrange aus, wenn er denn callt.

Aber häufig wird dein Gegner einfach preflop folden. Wenn er reraist, bist du raus. Das Problem ist, wenn er callt, denn selbst ein Call zeigt bei ihm Stärke an. Häufig beschränkt sich seine Range dann auf JJ, QQ, AQ, evtl. auch AK und manchmal noch jedes Pocketpair, wenn er sich mit dem Thema Pot Odds nicht sonderlich auskennt.

Auf geeigneten Boards solltest du eine Continuationbet hinterherschicken. Natürlich immer, wenn du etwas getroffen hast. Gut geeignet sind auch King-high-Boards und auch Queen-high-Boards. Vorsicht solltest du bei Ace-high-Boards walten lassen, denn dein Gegner hat eben häufiger das Ass, wenn er ein Reraise callt. Kleine ragged Boards kannst du ebenfalls contibetten, musst dir aber im Klaren darüber sein, dass dein Gegner Hände wie JJ und QQ vor dem Flop callt, um dann genau auf solchen Boards broke zu gehen.

Das ist so auf die Schnelle nicht hinreichend zu erklären. Deshalb ist das loose Reraisen auch mit Vorsicht zu genießen und nur dann eine sinnvolle Anpassung, wenn du genügend Flops und Turns gespielt hast, um auch dann noch souverän weiterspielen zu können, wenn dein Gegner dein Preflop-Reraise callt.

Table- und Seatselection

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein Tisch voller Calling Stations besser sei als ein Tisch voller Nits. Beide Typen sind gut und profitabel zu spielen. Es hängt natürlich auch davon ab, wie stark du spielen kannst.

Ein guter Tisch ist ein Tisch mit dir, sieben Nits und zwei Calling Stations zu deiner Rechten. Such nach diesen Tischen! Gibt es keine Calling Stations, ist es auch egal. Nits sind wunderbare Gegner. Doch achte darauf, welche Gegnertypen wo mit dir am Tisch sitzen. Sitzt eine Calling-Station links von dir und der Rest des Tisches ist weak-tight, dann ist die Situation um einiges weniger profitabel als die zuvor genannte.

Achte auch darauf, welche Art von weak-tight die Gegner sind. Sind sie schlechte TAGs, Rocks oder preflop loose-passive und postflop Fit-or-Fold-Spieler? Wann folden sie und wie sieht eine starke Starthand bei ihnen aus? Womit limp/callen sie? Es gibt den Standardtyp, der nur Pocketpairs limpt und dann ein Raise callt. Andere wiederum limp/callen auch mit suited Aces oder sogar suited Connectors, check/callen einen Flushdraw am Flop und folden am Turn. Ja, es ist sinnlos, was sie tun, aber sie tun es eben.

Kommst du dennoch mit diesem Spielertyp nicht klar, dann betreibe deine Tableselection eben danach, was dir eher liegt. Willst du eine Calling-Station, dann such sie dir.

» ZUSAMMENFASSUNG

Nits sind wunderbare Gegner. Gegen sie gewinnt man seltener große Pötte, hat aber dafür immer die Oberhand und kann das Spiel gestalten. Das ist der Vorteil. Das Spiel wird entspannter und die eigene Laune wird nicht durch ständige Suckouts in Mitleidenschaft gezogen, wie es beim Spiel gegen loose-passive Gegner der Fall ist.

Das wichtigste Mittel gegen Nits ist Aggression. Insbesondere aggressiveres Blindstealen ist das Mittel der Wahl, um Geld aus ihnen herauszuholen. Loosere Isolationsranges und bei entsprechenden Postflopskills auch loosere 3-Bets sind weitere profitable Anpassungen.

 

Kommentare (9)

#1 koeb25, 07.08.08 15:58

Mal ne Definition vom Nit wär net schlecht (VPIP, PFR).

#2 AstronautenDolly, 07.08.08 19:38

2#<br /> und ne ungefähre 3bet und open-raise range<br /> mal ein vid dazu würd ich klasse finden!

#3 Saibotery, 07.08.08 20:07

6/4

#4 betandking, 08.08.08 06:58

Weak-tighte Nits haben nen VPIP bei FR von ca. 9-14 und nen PFR von 2-5. Sie raisen also nur ihre Premiumhände und spielen Preflop ziemlich tight. Rocks sind noch etwas tighter 9/6 oder 8/6, das sind dann schon in etwa SSS Werte, wenn die große Action machen, was man auch was Sache ist.

#5 xirox, 10.08.08 10:39

im kapitel "MEHR BLINDSTEALEN" fehlt im letzten satz ein "sich"

#6 xirox, 10.08.08 10:41

*kommentar zurücknehm und in das dafür vorgesehene eingabefeld pack*

#7 DarkLachs, 13.11.08 21:47

Hält man sich an das SHC von PS.de, hat man FR stats von 11/6, 10/6 oder 9/6. Wenn also #4 recht hat, ist jeder PS.deler, der nach SHC spielt (zumindest Preflop) eine Nit.

#8 PeeWee75, 08.02.09 13:42

Ich denke mal man ist zu Beginn auf jeden Fall ein Nit, aber durch zunehmende Erfahrung und bessere Postflop Skills wird man zum TAG.<br /> Das Erweitern der Starthände in allen Situationen kommt dann ganz von allein.

#9 kracher80, 10.02.09 16:28

einer geringer wts und ein hoher fold2cb-Wert gehören auch zum Nit Dasein. Und oft auch ein geringer af...<br /> Und ja, imho ist jeder PS.de-Spieler zu Beginn seiner "Karriere" eine Nit, den den Anfängern wird ja fit or fold beigebracht^^