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Playing big pairs - QQ

» KOLUMNE

Playing big pairs - QQ

von timechen

Nach AA und KK, die in dieser Reihe schon behandelt wurden, geht es nun um die drittbeste Starthand in Texas Hold’em, nämlich QQ. Bei richtiger Spielweise eine sehr profitable Hand, jedoch gibt es natürlich auch hier wieder einige potenzielle Fehler, die dich deinen Stack kosten können.

Ein amerikanischer Pokerprofi sagte dazu einmal: „QQ ist eine Hand für einen mittelgroßen Pot, jedoch keine Hand, mit der man um sein ganzen Stack spielen sollte“.

Natürlich stimmt das nicht immer, aber du solltest wissen, wie du dich in schwierigen Situationen mit QQ verhältst. Dazu werden nun einige QQ-Hände aus dem NL FR 0.02/0.04 Beispielforum analysiert.

Der Reihe nach werfen wir einen Blick auf folgende Situationen:

  • Du bist Preflopaggressor und out of Position.
  • Du bist Preflopaggressor und in Position.
  • Im Flop liegen ein Ass oder König.
  • Ein Gegner minraist einen Lowcard-Flop.

Als Preflopaggressor out of Position

Stacks
MP2 ($5,54)
Hero ($8,52)
BB ($1,50)

Preflop: Hero is UTG+1 with Q, Q
UTG folds, Hero raises to $0,16, 2 folds, MP2 calls $0,16, 4 folds, BB calls $0,12.

Flop: ($0,50) 3, 7, 7 (3 players)
BB checks, Hero bets $0,40, MP2 calls $0,40, BB raises to $1,34 (All-In), Hero …

Hero erhöht vor dem Flop und bekommt zwei Caller. Am Flop hat er dann ein gutes Overpair und kannt mit recht hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, die beste Hand zu besitzen. 33 und 77 sind zwar in den Handranges der Gegner enthalten, jedoch gibt es eine Vielzahl an Händen, die seine Gegner halten und weiterspielen könnten.

Hero macht hier eine relativ große Continuationbet von $0.40. Da er gegen zwei Spieler steht, könnte er auch ruhig Potsize setzen, um maximal gegen mögliche Flushdraws zu protecten.

Nachdem der MP-Spieler callt und der BB All-In geht, muss er sich überlegen, was nun die beste Alternative ist. Sollte er callen, bekommt der MP-Spieler sehr gute Pot Odds. Der MP2-Spieler wird einen Flushdraw in 35% aller Fälle treffen und bekommt 0,94:3,58, was rund 1:3,8 entspricht und somit locker für einen Call auf seinen Flushdraw reicht.

In dieser Hand muss Hero All-In gehen, um einem Flushdraw die Odds zu vermiesen.

Als Preflopaggressor in Position

Preflop: Hero is BU with Q, Q
3 folds, MP2 calls $0,04, MP3 folds, CO calls $0,04, Hero raises to $0,24, SB folds, BB calls $0,20, MP2 calls $0,20, CO folds.

Flop: ($0,78) 4, 5, 4 (3 players)
BB checks, MP2 checks, Hero bets $0,65, BB calls $0,65, MP2 folds.

Nachdem zwei Leute vor Hero gelimpt haben, raist er mit QQ auf 6 BB. Am Flop liegen einige Draws. Ein Flush ist gut möglich, auch 63, 23 oder 67 sind mögliche Hands, die Villain hier c/c spielen würde.

Am Flop sollte Hero Potsize betten, um so gut wie möglich zu protecten.

Turn: ($2,08) 5 (2 players)
BB checks, Hero ?

Um weiterhin gegen Draws zu protecten, muss Hero einfach weiter betten. Bekommt er dann ein Raise, kann er gut folden, da Villain auch locker eine 4 oder 5 halten kann. Bleibt die Frage nach der Betsize. Eine passende Größe, um Villain zu einem schlechten Call zu verleiten, wäre hier rund $1,50.

River: ($4,08) J (2 players)
BB checks, Hero ?

Am River kommt eine weitere gute Karte für Hero. Es ist weder der Flush noch die Straight angekommen. Einige Flushdraws haben durch den J jetzt ein Paar. Zudem werden viele Gegner auch noch A high callen, da das Board doppelt gepaart ist.

Hero hat jetzt eine klare Valuebet. Die Größe hängt vom Gegner ab, sollte allerdings mindestens $2 betragen. Auch ein All-In ist durchaus denkbar.

Im Flop liegen ein Ass oder ein König

Preflop: Hero is UTG+2 with Q, Q
UTG calls $0.04, 1 fold, Hero raises $0.12, 6 folds, BB calls $0.12, UTG calls $0.08

Flop: ($0.42) 10, A, A (3 players)
BB checks, UTG checks,  Hero bets $0.30, BB calls $0.30, 1 fold

Diese Hand lässt sich eigentlich recht einfach spielen. Du machst ganz normal deine Continuationbet und steigst am Turn auf Check/Fold um, wenn du gecallt oder geraist wirst. Du hast hier das Problem, dass du dann zwar das ein oder andere Mal einem Flushdraw den Pot überlässt, aber wenn Hero jetzt groß Action macht, callt nur ein Ass.

Ein Gegner minraist einen Lowcard-Flop

Wer kennt es nicht - die ständigen Minraises? Mal sind es Monster und dann sind es wieder nur Bluffs. Das Spiel gegen Minraises kann ganz unterschiedlich verlaufen. Eine sehr schöne Beispielhand ist diese:

Stacks
Hero (UTG) ($5)
MP1 ($5.96)
BB ($5.27)

Preflop: Hero is UTG with Q, Q
Hero raises to $0.20, 1 fold, MP1 calls $0.20, 5 folds, BB calls $0.15

Flop: ($0.62) 10, 8, 6 (3 players)
BB checks, Hero bets $0.40, MP1 raises to $0.80, Hero ?

Was sind die möglichen Alternativen?

  • Reraise/Fold: Das wäre ein so genanntes Informationraise und in diesem Spot nicht empfehlenswert. Wenn du 3-bettest und auf ein All-In von Villain foldest, hast du lediglich Geld ausgegeben, um sicher zu sein, wo du stehst. Somit investierst du mehr Geld, um den Pot zu gewinnen, als Geld im Pot ist. Deswegen ist dieser Move auf Dauer Verlust bringend. Zudem würdest du dann deine QQ in einem Bluff verwandeln, da du diesen Move auch mit 72o hättest machen können.

  • Reraise/Call: Diese Spielweise birgt das Risiko, dass du des Öfteren in bessere Hände läufst, allerdings hast du am Turn ein Problem, wenn du callst und A, K, J, 9 oder 7 fallen. Bei A oder K wird alles folden, was du am Flop geschlagen hast, wenn er kein A oder K hat und im Gegenzug bekommst du nur Action, wenn Villain nun sein A oder K getroffen hat.

  • Fold: Eine mögliche Alternative, die aber gegen einen unbekannten Gegner, der hier noch viele schlechtere Hände halten kann, nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist.

  • Call/Minraise und dann c/f oder c/r All-in je nach Turnkarte: Dies ist auch eine ordentliche Alternative, allerdings mit dem gleichen Problem wie die Variante Reraise/Call.

Die sinnvollste Spielweise ist hier, direkt am Flop zu pushen. Die Hand ist zu stark, um sie zu folden, kann aber durch einige Turnkarten enorm an Wert verlieren.

Weiterhin spielst du out of Position. Das bedeutet, wenn du am Turn zu ihm checkst, kann er sich einfach eine Freecard nehmen und den River anschauen. Bettest du den Turn, erreichst du das gleiche wie am Flop, also kannst du auch gleich All-In gehen.

» ZUSAMMENFASSUNG

Du hast nun einige Beispiele gesehen, in denen QQ dir ein wenig Ärger bereiten kann. Schau dir die Situationen in aller Ruhe an und versuche, die Gedanken hinter der Spielweise zu verinnerlichen, dann wirst du dein Spiel mit QQ deutlich verbessern können. Du wirst zwar weiterhin in einige Spots kommen, die dir Kopfzerbrechen bereiten werden, allerdings hast du mit den hier beschriebenen alternativen Spielweisen ein solides Grundwissen, um auch diese zu meistern.

Es bleibt abschließend noch zu sagen, wenn du dir total unsicher bist, ob du nicht lieber folden solltest, dann folde. LeShagg ist NL1k+ Spieler und sagte in einen seiner letzten Coachings: „ Manchmal ist es besser, winning by folding zu betreiben“.

 

Kommentare (6)

#1 Shore, 30.08.09 11:23

Ich finde es ein bisschen weak, bei Hand 3 auf dem AAT Board, am Turn gleich auf check/fold umzusteigen. Er kann am Flop so viel callen. 88+,AK,AQ,AJ,AT,KsQs,KsJs,KT,QsJs,QT,JT. (100 Kombinationen)<br /> <br /> Wie man sieht wird er viel öfters Hände halten, die wir beat haben. Wenn wir check/fold spielen kann er wunderbar gegen uns floaten. Erst wenn er eine Turnbet nochmal callt, kann man sich wirklich geschlagen sehen. Ich denke er wird meistens nur noch Hände die uns beat haben am Turn callen bzw raisen: <br /> <br /> AA,TT,AK,AQ,AJ,AT (36 Kombinationen) <br /> <br /> Gegen diese Range hat man bei einer Blank am Turn 3,33 %. Deswegen werde ich das jetzt mal bei meiner Equityberechnugn nicht mit einbeziehen. <br /> <br /> EV(bet/fold) = 0.64 * $0.42 - 0.36 * $0.30 = + $0.16<br /> <br /> Also immernoch besser als ein direkter check/fold

#2 Timechen, 01.09.09 15:32

wenn ich weiß, dass er mich sehr oft auf dem board floaten würde, dann kann man auch über c/c bzw c/r nachdenken. <br /> das problem was ich in einer bet sehe, wenn wir gecalled werden und der river blanked, spielen wir dann c/f oder c/c oder bet ai?<br /> <br /> desweiteren find ich deine range auch nicht zutreffend. man kann 4-6 bluffhands (ala gutshot) einbauen, du hast aber mit kt,qt und jt ganze 40 bluffhands drine (kombinationen) und das ist eindeutig zu viel mMn. als default line find ich immernoch c/f hier besser. alternativ zum c/f würde ich dann lieber c/r oder c/c spielen, weil ich durch ne weitere bet eigl nur besseres im pot halte und alles schlechtere zum folden bringe

#3 kwasir11, 21.04.10 10:46

Ist die Platzzuordnung beim Bsp. mit A +K im Flop korrekt?

#4 Timechen, 22.04.10 13:16

wo ist ein beispiel mit a+k?

#5 yriih, 24.07.10 10:57

Schöner Artikel.<br /> Aber in der dritten Hand callt am Flop nur der BB, wir spielen also nicht OOP, somit kein ch-f am Turn.<br /> Spielt man dann am Turn: bet-fold, um vor den FD´s und GS zu protecten?

#6 MaYbe89, 18.07.11 12:32

Kann mir mal jemand erklären wieso wir ím ersten Bsp. auf ein all-in nach seinem check raise auch all-in gehen sollen ohne reads?? er könnte damit doch ebendso sein 87,A8 slow gespielt haben?<br /> <br /> schön und gut,dass wir uns da vor dem MP2 schützen!