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Scarecard Ace (3) - Beispiele in Position

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Scarecard Ace (3) – Beispiele in Position

von MiiWiin

Nachdem du in den letzten Teilen einiges über die Grundsätze und die Mathematik erfahren hast, wirst du heute einige Beispiele aus der Praxis kennenlernen.

Wie verfährst du am besten, wenn auf irgendeiner Street das Ace fällt, welches dir nicht wirklich weiterhilft?

BEISPIEL 1:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25) (22/18/ OR MP: 20%)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)

Preflop: Hero is BU with 4h4d
1 fold, MP raises $0.75, 1 fold, Hero calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.60) 6h5dAs (2 players)
MP checks, Hero...

Einer der Standardspots. Preflop callst du ein Pocketpair in Position auf Setvalue und verpasst den Flop völlig. Deine Hand ist hier im Grunde wertlos geworden, ohne Hit müsstest du die Hand schon durch einen Bluff gewinnen.

Ist das nun ein geeigneter Spot? Nein.

Solch ein Flop stuft alle Hände am Tisch etwas herab, nur Ax (und natürlich Sets/56) kann sich hier gut im Rennen sehen, muss sich aber über ein mögliches Payout Gedanken machen.

Viele andere Hände sind zu einem Bluffcatcher mutiert, vor allem mittlere Pocketpairs. Warum checkt nun dein Gegner?

Er wird hier ganz selten checken um die Hand einfach aufzugeben. Es wird für Villain hier meistens drei Optionen geben:

  • Er hält eine sehr starke Hand, damit könnte er betten oder aber checken (und trappen).
  • Er hält etwas Mittelmäßiges, sieht keine Valuebet und spielt check/call.
  • Er hält gar nichts, dann würde er diesen guten Flop aber häufig bluffbetten.

Sollte dein Gegner diesen Flop betten, dann könntest du in der Tat über einen Float nachdenken. Da dein Gegner aber checkt, verrät er im Grunde, dass er etwas Brauchbares hält. Check/fold wirst du hier selten bis nie sehen, wie in Punkt drei erwähnt, würde dein Gegner hier betten, würde er gar nichts auf der Hand halten.

Daher hast du hier wenig Foldequity zu erwarten, sondern meistens check/call im Sinne von Way ahead - Way behind, selten ein Checkraise.

Du solltest hier behindchecken und deine Hand aufgeben.

BEISPIEL 2:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25) (22/18/ OR MP: 20%)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)

Preflop: Hero is BU with 4h4d
1 fold, MP raises $0.75, 1 fold, Hero calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.65) 6h5dAs (2 players)
MP checks, Hero bets $1.20, MP calls $1.20

Turn: ($4.05) Jd (2 players)
MP checks, Hero....

Genau solche Situationen solltest du vermeiden. Du könntest jetzt sagen, dass es nur konsequent wäre, weiter zu barreln, da du deinem Kontrahenten in erster Linie marginale Hände wie mittlere Pocketpairs zuschreibst, die irgendwann folden müssten.

Dies ist aber nur indirekt richtig. Villain wird hier die zwei oben genannten Handgruppen check/callen, also entweder eine sehr starke Hand, oder aber eine Hand, die Way ahead Way behind spielt, aber eventuell selber nicht weiß, wie weit sie gehen will.

Hält dein Gegner eine starke Hand und möchte trappen, wird er ebenfalls die Line spielen. Es würde doch keinen Sinn machen, sich für einen Trap-Versuch zu entscheiden, den Flop nicht zu betten, dafür aber zu checkraisen. Das wäre kein Slowplay.

Du solltest deinem Gegner in diesem Spot nicht einfach eine Hand wie QQ oder TT geben und der Meinung sein, ihn damit spätestens am River aus der Hand zu bekommen. Was ist mit allen Ax-Händen, mit AA/55/66? Zudem hast du keine Ahnung, welchen Plan dein Gegner mit mittelstarken Händen verfolgt.

Sofern du genaue Reads hast und weißt, welche Handgruppe dein Gegner bei einem solchen Play bevorzugt, dann kannst du selbstverständlich dementsprechend handeln.

Hast du aber keinerlei Reads, begibst du dich hier in teure, varianzreiche Spots, in denen du die Foldequity kaum vernünftig abschätzen kannst. Da du aber mit Sicherheit gegen passable made Hands läufst (sehr schlechte Hände check/callen nicht am Flop), solltest du dir solche Spots ersparen und daher, wie in Beispiel 1 geraten, direkt am Flop aufgeben.

BEISPIEL 3:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25) (25/16/ OR MP: 19%)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)

Preflop: Hero is BU with KhJh
1 fold, MP raises $0.75, 1 fold, Hero calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.65) 3h7hJs (2 players)
MP bets $1.20, Hero calls $1.20

Turn: ($4.05) Ad (2 players)
MP bets $3.50, Hero....

Wieder hast du preflop in Position gecallt. Der Flop bringt ein Toppair und einen guten Draw. Theoretisch wäre auch raise/broke möglich, jedoch wirst du selten gegen eine deutlich schwächere Range All-In kommen und etwas besseres wird auch kaum folden. Daher ist der Call mit deinem Toppair und dem Flushdraw eine sinnvolle Alternative.

Der Turn bringt dann die Karte, die du nicht sehen wolltest. Dein Toppair ist dahin, dein Gegner 2nd-barrelt und du weißt nicht wirklich wo du stehst.

In diesem Spot hast du einen klaren Call, einfach deshalb, weil du dir durchaus saubere Outs auf den Flush sowie auf Trips geben kannst. Die Outs für dein Twopair müsstest du eventuell discounten, aber raus kommst du da nicht.

Fakt ist aber: Hältst du eine marginalere Hand, bekommst du Probleme.

BEISPIEL 4:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25) (25/16/ OR MP: 19%)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)

Preflop: Hero is BU with 9c9s
1 fold, MP raises $0.75, 1 fold, Hero calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.65) 3h7hJs (2 players)
MP bets $1.20, Hero calls $1.20

Turn: ($4.05) Ad (2 players)
MP bets $3.50, Hero....

In diesem Fall besitzt du kaum noch Outs. Die zwei Outs für ein Set kannst du vernachlässigen. Also musst du dir schon die Frage stellen, ob du hier häufig genug vorne liegst. Da der River noch aussteht, wirst du eher Reverse Implied Odds zu erwarten haben.

Dies ist genau einer dieser Spots, in denen du zwar einerseits weißt, dass dein Gegner solch eine Turncard hervorragend (bluff-)barreln kann, andererseits wird sie ihm auch sehr häufig geholfen haben (wie in Teil 2 analysiert, circa jedes vierte Mal).

Da du am River kaum weißt, was zu tun ist (für einen Calldown bräuchtest du einfach ein paar Reads), kommst du in den meisten Fällen um einen Fold nicht herum. Hier kann dein Kontrahent den Vorteil der Initiative sehr gut ausnutzen.

BEISPIEL 5:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25) (24/18/55/45) [VPIP/PFR/ ftCBetFlop / ftCbetTurn)

Preflop: Hero is BU with KcKs
3 folds, Hero raises $0.75, 1 fold, BB calls $0.75

Flop: ($1.65) 2dThAs (2 players)
BB checks, Hero...

Ebenfalls eine Standard-Problematik. Preflop erhöhst du mit den 2nd Nuts, am Flop kommt dann – gefühlt natürlich wie immer – der A-High-Flop.

Dein Gegner checkt, und wie in den voran gegangenen Teilen bereits erörtert, schaut die Hand auf den ersten Blick als nicht mehr gut aus. Kannst du hier wirklich valuebetten? Was soll da callen?

Es ist kein einfacher Spot, aber in den meisten Fällen solltest du dich für eine Bet entscheiden. Mit Sicherheit wird es ansatzweise eine Valuebet sein (Bluffbet scheidet aus, Ax wird niemals den Flop check/folden), wenn auch recht marginal. Aber die Alternativen sind ebenfalls unschön.

Bettest du den Flop, so gibst du deinem Gegner die Möglichkeit, etwas Schwächeres zu callen und dann zum Showdown durchzuchecken. Von großartigen Bluffs out of Position musst du bei deinem Gegner auch nicht ausgehen.

Nach deiner Continuationbet kannst du die Hand ebenfalls ruhiger spielen, am Turn solltest du keine 2nd Barrel feuern, denn diese kann nun wirklich nicht mehr for Value deklariert werden.

Interessant wird es vor allem dann, wenn nach deinem Checkbehind am Turn dein Gegner am River eine Bet setzt. Ohne weitere Reads solltest du dich erstmal mit einem Fold anfreunden, denn deine gewählte Line könntest du auch durchaus mit einer Ax-Hand spielen, um zu slowplayen, Way ahead - Way behind zu spielen oder aber nur um Bluffs zu inducen.

Kannst du den Flop auch behindchecken? Möglich ist es schon.

BEISPIEL 6:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25) (24/18/55/45) [VPIP/PFR/ ftCBetFlop / ftCbetTurn)

Preflop: Hero is BU with KcKs
3 folds, Hero raises $0.75, 1 fold, BB calls $0.75

Flop: ($1.65) 2dThAs (2 players)
BB checks, Hero checks

Turn: ($1.65) 5c (2 players)
BB bets $1.30, Hero calls $1.30

River: ($4.25) 2c (2 players)
BB bets $3.00, Hero calls $3.00

Du musst dir dabei nur die Frage stellen, ob du in dieser Situation wirklich häufig genug in Bluffs läufst. Es macht wenig Sinn, bei dieser Boardentwicklung den Turn zu callen, aber den River zu folden.

Wenn du keine Ahnung hast, wo du stehst, wirst du da auf Dauer kuriose Calls tätigen und wohl häufiger deinen Gegner ausbezahlen, als Bluffs von ihm einzukassieren. Daher ist die Bet am Flop durchaus sinnvoll.

BEISPIEL 7:

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25) (24/18/55/45) [VPIP/PFR/ ftCBetFlop / ftCbetTurn)

Preflop: Hero is BU with KcKs
3 folds, Hero raises $0.75, 1 fold, BB calls $0.75

Flop: ($1.65) 4d5dJh (2 players)
BB checks, Hero bets $1.20, BB calls $1.20

Turn: ($4.05) Ac (2 players)
BB checks, Hero...

An dieser Stelle wird es wieder mehr als eng. Natürlich sieht es nach einer Protectionbet aus: Flushdraws und Straightdraws sind möglich.

Fakt ist aber auch: Protection alleine ist kein Grund für eine Bet, sondern sie muss in erster Linie for Value sein. Für eine Valuebet brauchst du hier 50% Equity gegen seine Callingrange. Hast du die jemals?

  • Viele Flushdraws sind A-High-Flushdraws, sie haben improved.
  • Andere Flushdraws hätten sich bereits melden können oder haben am Turn vor, check/fold zu spielen oder zu checkraisen, selten werden sie check/callen.
  • Als Straightdraw ist nur 67s möglich.

Eine mögliche Range, mit der dein Gegner hier im Pot verbleibt:

55, AKs, AJs, KJs, AJo, KJo, Ad2d, Ad3d, Ad6d, Ad7d, Ad8d, KdQd, QdTd, KdJd, QdJd, JdTd, Jd9d

Dabei wurden Sets discountet (50%), die hätten am Flop schon Action machen können. Als looser Call am Flop sind vier AKs-Kombos mit einbezogen und KJs/o muss auch nicht gleich die Segel streichen (dies wäre gut für dich).

Equityanalyse
Board
AcJh5d4d
  Equity
Win  Split
Loss
Hand
Spieler 1
67,5% 67,5%
0%
32,5% 55, AKs, AJs, KJs, AJo, KJo,
Ad2d, Ad3d, Ad6d,
Ad7d, Ad8d, KdQd,
QdTd, KdJd, QdJd,
 JdTd, Jd9d
Spieler 2
32,5% 32,5%  0% 67,5% KsKc

Aber selbst dagegen sieht es nicht sonderlich rosig aus. Das Ace verändert einfach vieles, denn ob dein Gegner hier mit schlechteren Jx-Händen noch im Pot verbleibt, darf angezweifelt werden.

Als reine Valuebet kannst du das hier jedoch nicht verkaufen. Als Bluffbet ohnehin nicht, denn maximal würden ein paar Flushdraws hier ihre Equity folden, kämen sie nicht auf die Idee, ab und an zu checkraisen.

Du solltest daher am Turn durchaus den Checkbehind ernsthaft in Erwägung ziehen.

» ZUSAMMENFASSUNG

Erscheint ein Ass auf dem Board, ändert sich viel. Heute hast du auch an praktischen Beispielen erkennen können, dass neben der Handstärke auch das mögliche Payout leidet. Hände, von denen du auf einer „normalen“ Turncard beispielsweise noch Value extrahieren könntest, könnten sich selbst als wertlos erachten und die Segel streichen.

Starke Hände mutieren zum Bluffcatcher, bei mittelstarken Händen ist man meist verloren. Hier sind Kleinigkeiten entscheidend. Jeder Read kann dort zählen und eines darfst du nicht vergessen: In den meisten Fällen wird ein A-High-Board auch deinen Gegner unsicher machen und ihm nicht gefallen.

Die Frage ist somit letztlich nur, wer auf diesem Board weniger Fehler begeht. Und das solltest Idealerweise du sein.

 

Das ist noch nicht der ganze Artikel...

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