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StrategieNo-Limit BSS

Woche 51 (BSS): Top-Paare im unraised Pot

Einleitung

Der heutige Artikel beschäftigt sich mit Situationen, in denen wir Top-Paare in einem unraised Pot halten, also wenn es keine Erhöhung vor dem Flop gegeben hat. Ich werde einige Beispielhände zu häufig auftretenden Situationen analysieren und euch damit einen Denkansatz vorgeben, mit dem ihr selbstständig diese Situationen lösen könnt.

 

Hand 1: Ax Hand auf drawlastigem Board in Position

Titan No-Limit Hold'em, $0.05/$0.10
MP3 ($7.96)
CO ($2.53)
Button ($9.90)
SB ($10.15)
BB ($10.00)
MP1($7.75)
MP2 ($13.05)

Preflop: Hero is Button with A, 6
MP1 calls $0.10, 1 folds, MP3 calls $0.10, 1 folds, Hero calls $0.10, 1 folds, BB checks,

Flop: 4, 6, 5 ( $0.45 )
BB checks, MP1 checks, MP3 checks, Hero bets $0.40, 2 folds, MP3 calls $0.40,

Turn: K ( $1.25 )
MP3 checks, Hero ???


Preflop:
Wie wir in den letzten Wochen gelernt haben, wissen wir, dass der Button die profitabelste Position am Tisch ist. A6s ist eine Hand die wir auch in einem bisher nicht geraisten Pot spielen wollen. Zuerst sollten wir uns die Frage stellen, ob wir hier erhöhen oder nur mitgehen.

Für die Erhöhung spricht, dass wir manchmal den Pot Preflop einsammeln und die Initiative übernehmen. Gegen die Erhöhung spricht, dass auf NL5/NL10/NL25 Ax (mit Kicker besser als unsere 6) Hände mit vorliebe gecalled werden und bis zum River dann auch nicht mehr gefoldet werden. Da wir keine Information über unsere Gegner haben, gehen wir erstmal mit und schauen uns günstig einen Flop an.


Flop:
Wir treffen auf einem sehr verbundenem Board Toppair Topkicker. Wir haben also eine mittelstarke Hand, die auf diesem Flop gegen soviele Gegner sehr verwundbar ist.

Sollte vor uns bereits gebettet werden, so könnte man sich hier überlegen auch zu folden. Hier sind viele Made Hands möglich, die uns bereits geschlagen haben. (Twopair, StraightDraw und von der Equity hätte uns z.B. As7s auch geschlagen)

Da aber freundlicherweise bis zu uns durchgecheckt wird, können wir erst einmal annehmen, dass wir mit unserer Hand noch vorne liegen. Wir machen hier eine Potsizebet, um möglichen Draws die nächste Karte teuer zu machen.


Turn:
Wir bekommen einen Caller auf unsere Bet. Dieser kann eine starke Made Hand, eine Toppair Hand, einen Draw oder ein Overpair halten. Der größte Teil der Hände des Gegners, werden aber aus einem Draw oder einem Overpair bestehen. (Twopair oder besser hätte er normalerweise am Flop erhöhen müssen)

Der König ist daher eine recht gute Karte für uns und wir können annehmen, dass der Gegner seine Draws meistens nochmal callen und seine Overpairs folden wird.

Daher ist hier trotz unserer marginalen Hand nochmal eine Bet sinnvoll. Diese Bet kauft uns i) oft den Pot, ii) protectet unsere MadeHand gegen die vielen wahrscheinlichen Draws und iii) ermöglicht uns am River oft einen freien Showdown.


Anmerkung:
Sollten wir an einer Stelle dieser Hand geraist werden, so folden wir, da unsere Hand keinen großen Pot spielen kann. Sollte am Turn einer der vielen möglichen Draws eintreffen, so tendiere ich hier aufzugeben, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Caller diesen Draw hält.

 

Hand 2: Ax Hand auf relativ trockenem Board out of Position

Titan No-Limit Hold'em, $0.05/$0.10

UTG ($6.73)
UTG+1 ($7.85)
UTG+2 ($2.00)
MP1 ($11.07)
MP2 ($8.05)
MP3 ($10.13)
CO ($2.38)
Button ($10.61)
SB ($3.69)
BB ($10.47)

Preflop: Hero is BB with 3, A
5 folds, MP3 calls $0.10, 3 folds, Hero checks,

Flop: A, Q, Q ( $0.25 )
Hero bets $0.20, MP3 calls $0.20,

Turn: 4 ( $0.65 )
Hero ?


Preflop:
A3 ist eine Hand, die sich für einen Blindsteal eignet, aber ansonsten nicht viel Wert hat. Da wir zusätzlich noch in einer ziemlich schlechten Position sitzen, nehmen wir dankend das Freeplay an und schauen uns einen Flop an.


Flop:

Der Flop ist für uns ganz gut erstmal, da der größte Teil der gegnerischen Range hier nicht getroffen hat. Daher betten wir hier a) For Value und b) For Protection, weil ein Flushdraw ja nie ausgeschlossen werden kann.

 

Alternativ kann man aber auch eine andere Line spielen, nämlich C/C Flop, um halt vom Gegner einen Bluff zu induzieren. Man protectet allerdings nicht vor dem Flushdraw und bekommt teilweise am Turn große Probleme, wenn man nicht die Tendenz des Gegners kennt.

Auf einen Raise des Gegners, können wir die Hand gegen einen unbekannten Gegner oft weglegen, da der Raise oft ein stärkeres Ass andeutet. Es ist sehr schwer ohne Read dann OOP weiter zu spielen.


Turn:
Die 4 ändert im Prinzip nichts an unserer Hand. Hier müssen wir nun entscheiden, ob ein Bet oder ein Check sinnvoll sind. Dazu müssen wir unseren Gegner auf eine Handrange setzen, nachdem er den Flop gecalled hat.

Er kann ein besseres Ass, A2 halten womit wir splitten, eine Queen, einen Flushdraw, ein Pocketpair (mit dem er sich noch am Flop vorne gesehen hat) und in seltenen Fällen einen Gutshotstraightdraw.

Jetzt gilt es also einen Weg zu finden, wie wir günstig an den Showdown kommen und noch das Maximum von den schlechteren Händen gewinnen. (Gutshot, Flushdraw, Pocketpairs). In diesem Fall macht der Flushdraw nur einen kleinen Teil der gegnerischen Range aus. Daher tendiere ich auf diesem Board zu einem Check, um die schlechteren Hände evtl. noch zu einem Bet zu animieren.

Am River würde ich ein ähnliches Spiel vorschlagen. Sollte der Gegner den Turn groß und den River dann nochmal groß betten, so kann man mit unserer marginalen Hand dann auch über einen Fold nachdenken.

 

Hand 3: Schwache Toppaare ohne Kicker auf drawlastigem Boards out of Position und bei mehreren Gegnern

0,05/0,10 No-Limit Hold'em [COLOR=blue](10 handed)
SB ($12,39) Hero ($10,48) UTG ($4,40) BU ($9,85) CO ($2)

Preflop: Hero is BB with 9, 3. CO posts a blind of $0,10.
UTG calls $0,10, 5 folds, CO checks, BU calls $0,10, SB calls $0,05, Hero checks.

Flop: ($0,50) 9, 5, 6 (5 players)
SB checks, Hero ???


Preflop:
93s fällt bei uns unter die Kategorie absolute Trash Hand. Daher kommt uns ein kostenloser Flop ganz gelegen.


Flop:
Wir treffen jetzt mit unserer Trash Hand ein Toppair, auf einem sehr koordinierten Board. Neben dem möglichen Flushdraw, werden uns auch noch direkt 4 Gegner geboten.

Wir stehen also vor der Frage, ob wir die Hand mit check/fold aufgeben oder denken, dass wir vorne sind und eine Bet machen. Auf diesem Flop, der wie bereits erwähnt unzählige Straightdraw, viele bessere Made Hands (3 mögliche Sets, Twopair, besseres Toppair) und den Flushdraw anbietet, tendiere ich dazu die Hand direkt am Flop aufzugeben. Oft wird man durch die Bet am Flop nicht den Pot gewinnen und jemand hinter uns callt.

Dadurch das wir ohne Position auf den Caller spielen, müssen wir natürlich meistens den Turn anschliessend auch nochmal betten und stehen dann vor der nächsten schweren Entscheidung am Turn.

 

Fazit

Bei jeder Entscheidung die wir treffen, müssen wir uns Gedanken machen, was wir mit ihr erreichen wollen.In unserem Fall heisst das konkret, dass wir unserem Gegner eine Handrange geben müssen (die von Gegner zu Gegner natürlich unterschiedlich ausfällt) und die Stärke unserer Hand damit vergleichen müssen.

Anschliessend müssen wir daran entscheiden, ob eine Bet sinnvoll ist (z.b. for Value oder For Protection) oder ob ein anderer Spielzug nicht erfolgsversprechender für unsere Hand ist.

Dieses Konzept mag für viele auf der Hand liegen, aber man sollte es sich in schwierigen Entscheidungen immer wieder ins Bewusstsein rufen und seine Entscheidungen rational begründen können.

Anmerkung: Sollte man sich unsicher sein in einigen Situation, aber noch gute Chancen sehen vorne zu sein, so ist es meistens besser bet/fold anstatt check/call zu spielen.

 

Kommentare (5)

#1 Decot, 09.01.08 23:04

Wenn ihr schon anfangt einzudeutschen, nennt es wenigstens "verbundenes Brett", ganz oder gar nicht. (lieber gar nicht)

#2 foldraise, 19.04.08 10:48

"verbundenes Brett" geiel idee!!1 nh

#3 pokemoon16, 13.11.08 20:43

Bei zwei Gegnern tendiere ich dazu das am Flop anzuspielen<br />

#4 blackJ0, 05.07.09 19:30

Interessanter Artikel. Bestätigt meine Gedankengänge und mein Spiel an solchen Spots.

#5 Moo2000, 17.09.09 09:52

Die letzte Anmerkung sollte man, wenn man sie schon schreibt, auch begründen. Gegen Callingstations ist es klar, gegen andere Gegner bin ich oft (z.B. bei Hand 2) anderer Meinung.<br /> <br /> PS: Werde Antworten nicht mehr lesen.