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StrategieNo-Limit BSS

Woche 51 (BSS): Potcontrol am Turn

Einleitung

Diese Woche möchte ich euch anhand von Beispielhänden erläutern, warum man sich in manchen Situation am Turn für Potcontrol entscheiden sollte. Potcontrol bedeutet, dass man die Größe des Pots kontrolliert. Hierzu möchte ich sowohl die Situation "In Position" als auch "Out of Position" betrachten.

 

Hand 1

0,02/0,04 No-Limit Hold'em (10 handed)

BB $1,88
UTG $3,64
MP1 $5,41
Hero $5

Preflop: Hero is SB with A, J
UTG calls $0,04, 2 folds, MP1 calls $0,04, 4 folds, Hero calls $0,02, BB checks.

Flop: ($0,16) T, A, 4 (4 players)
Hero bets $0,12, 2 folds, MP1 calls $0,12.

Turn: ($0,40) 8 (2 players)
Hero ???

Wir completen Preflop nach zwei Limpern und entscheiden uns am Flop gegen drei Gegner mit Toppaar zu betten. Wir bekommen einen Caller und stehen nun am Turn vor der nächsten Entscheidung.

Die Turnkarte selbst sollte kaum etwas an der Situation geändert haben, außer er hat 88 oder eine Hand wie A8. Jedoch müssen wir uns die Frage stellen, mit welcher Hand der Gegner preflop limpt und am Flop unsere Bet callt.

Man muss ehrlich sagen, dass es hier schwer ist eine genaue Range zu setzen. Ich würde ihn hier auf ein PP wie 99 oder 77, eine Hand wie Ax und evtl. auch T9 oder JT setzen. Sicherlich sieht man auch einige Spieler, die mit AK oder AQ Preflop nur limpen.

Wenn wir nun am Turn erneut betten, werden wohl alle PPs (außer die ein Set gemacht haben) folden. Hände wie A2 oder A3 werden evtl. auch den Fold finden. Hände wie A4 oder AT werden jedoch oft callen oder sogar raisen, selbstverständlich wird hier auch oft ein Set raisen, ab und zu wird durchaus auch ein Bluffraise dabei sein.

Wie spielen wir nun? Wir haben eine Hand, die durchaus Showdown Value hat, aber durchaus nicht mehr die beste Hand sein kann. Wenn wir betten werden viele schlechte Hände folden und hauptsächlich bessere Hände callen oder raisen.

Somit entscheiden wir uns zu checken und eine Bet des Gegners zu callen. Dadurch entgehen wir zum einen vom Gegner geraist zu werden und halten den Pot klein. Ferner signalisiert unser Check Schwäche, so dass einige Gegner sich mit A2 oder T9 noch vorne sehen und betten.

Gelegentlich wird der Gegner auch behind checken, so dass der Pot in unserem Interesse klein bleibt und der Gegner am River eine Bet von uns oft mit schlechteren Händen callt.

 

Hand 2

0.02/0.04 No-Limit Hold'em (7 handed)

MP1 $9.02
MP2 $8.85
MP3 $4.42
Hero $4.98
BB $1.76
SB $4.76
BU $5.04

Preflop: Hero is CO with K, A
MP1 folds, MP2 calls $0.04, MP3 folds, Hero raises to $0.20, 3 folds, MP2 calls $0.16.

Flop: ($0.46) 8, 5, A (2 players)
MP2 checks, Hero bets $0.32, MP2 calls $0,32

Turn: ($1.10) 9 (2 players)
MP2 checks, Hero ???

Die Action Preflop und am Flop sind Standard. Nach dem unser Gegner, der Preflop limp/call spielt und am Flop unsere Continuation Bet gecallt hat, müssen wir uns am Turn über unsere Action Gedanken machen.

Wieder überlegen wir uns mögliche Hände des Gegners, sicherlich wird er nach der Preflop action oft ein PP halten, manche Gegner sieht man hier auch mit einem suited Ass (z.B. A:s 4:s) oder auch einen suited Connector.

Das Flopplay auf eine ähnliche Range hin, nur hätten viele Pocketpaare, wie z.B. 22 oder 33 gefoldet. Allerdings glauben einige Gegner uns das Ass nicht und callen mit einem Pocketpaar wie 77 oder 66. Ansonsten sind auf dem Board keine Flushdraws möglich, aber ein paar Straightdraws. Eine Drawinghand können wir nicht ganz ausschließen.

Sollten wir nun am Turn erneut betten und der Gegner checkraist uns, stehen wir mit Toppaar vor einer schweren Entscheidung. Diese Spielweise passt durchaus zu einen Set oder eventuell auch Twopair.

Hier gilt dasselbe wie in der Hand zuvor: Durch eine Bet verscheuchen wir schlechtere Hände und bessere callen oder raisen. Daher entscheiden wir uns nur zu checken, somit betreiben wir erneut Potcontrol, sprich wir halten mit der durchaus stärksten Hand den Pot klein. Ferner signalisieren wir wieder Schwäche und geben dem Gegner die Möglichkeit am River mit einer Hand wie A7 oder auch TT zu betten. Diese Riverbet callen wir dann natürlich nur, denn schließlich würde ein Set (welches am Turn die Absicht hatte c/r zu spielen) ebenfalls betten. Somit würde unser Riverraise höchstwahrscheinlich nur von besseren Hände gecallt werden.

 

Fazit

Man sollte sich gerade auf einem Board ohne Drawmöglichkeiten die Frage stellen: "Gibt es eine schlechtere Hand als die eigene, die bei weiteren Bets / Raises bis zum Showdown gehen würde?" Ist dies nicht der Fall, so bringt es nichts den Pot unnötig aufzubauen.

Sicherlich ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, ob man Potcontrol betreiben soll oder nicht, dennoch hoffe ich die dazugehörige Problematik dargestellt zu haben. Solltet ihr in solchen oder ähnlichen Situationen nicht sicher gewesen sein, so stellt eure Hand ins Beispielhand Forum. Dort wird eure Hand von einem Handbewerter begutachtet.

 

Kommentare (8)

#1 pokerbotschi, 28.12.07 19:03

wieso raist hero in hand 1) preflop nicht?

#2 localzero, 28.12.07 21:44

@pokerbotshi:<br /> Nach dem aktuellen SHC completen wir AJ als SB, wenn es Limper gibt.

#3 pokerbotschi, 29.12.07 12:51

wo finde ich den? gilt das für sh?<br /> seit wann hat nl einen chart?

#4 Skorpinus, 02.01.08 01:27

Zur Hand 2<br /> <br /> Ich entscheide mich da immer fürn relativ straites Play mit 2/3 potsized Bet am Turn und dann für gewöhnlich CC am River. Durch die Bet schränkt man die Range von Villain relativ gut ein und steht nicht am River ohne Informationen da, sollte man in eine Donkbet laufen. Ich sehe nicht warum man hier unbedingt eine Freecard geben soll. Wenn man Value bekommen will, so wird man das eher am Turn als am River kriegen?

#5 Milkmoo, 03.01.08 12:30

"am Flop deutet der Flop auf eine ähnliche Range hin"<br /> <br /> <br /> i really like that :)<br /> <br />

#6 Rebhino, 29.02.08 11:34

@#4 bin deiner Meinung, ist zwar von der Idee her nicht schlecht hier evtl. schwäche zu zeigen am Turn um noch mehr value zu kriegen aber was ist wenn er am River z.b. gleich pusht anstatt zu donken, dann stehen wir echt vor ner ganz schweren entscheidung mit unserem TPTK. Lieber bet ich den Turn und fold auf ein c/r.

#7 Gurkha, 26.06.08 07:52

@6: die wenigsten Gegner bluffshoven den River nach einem checkbehind des Gegners am Turn. Und selbst wenn, dann gönn ihnen den Kick.<br /> Immer daran denken: Es ist selten korrekt, mit TP broke zu gehen (ganz besonders auf dry boards).<br /> TopPair-Hände sind nur mittelstarke Hände. Mit denen sollte i.d.R. vorwiegend um kleine bis mittelgroße Pötte gespielt werden.

#8 CryingAce, 11.02.11 13:57

yaaap