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StrategieNo-Limit BSS

Woche 52 (BSS): Starke Draws wenn man keine Position hat

Einleitung

Der heutige Artikel beschäftigt sich mit Situationen, in denen wir einen Draw mit 8, 9 Outs oder mehr Outs halten. Ich werde einige Beispielhände zu solchen Situationen analysieren und dadurch einen effektiven Ansatz für die selbstständige Analyse solcher Situationen schaffen.

 

Hand 1

In dieser Hand analysieren wir, was Implied Odds konkret bedeuten. In folgender Situation haben alle Spieler 100BB Stacks:

Preflop: Hero is BB with 8, 7
UTG raises to $0,40, 2 folds, MP1 calls $0,40, 2 folds, CO calls $0,40, 2 folds, Hero calls $0,40

Flop: ($1,65) 6, J, 2 (3 players)
Hero checks, UTG bets $1.65, MP1 folds, CO folds, Hero ???

 

Preflop:
Wir bekommen mit unserem Suited Connectors geniale Potodds Preflop und entschliessen uns daher auch Out of Position zu einem Call.

 

Flop:

Am Flop treffen wir einen Flushdraw. Es gibt für uns jetzt 2 Möglichkeiten:
  • i) wir betten und schauen was passiert
  • ii) wir checken und schauen was passiert

Da wir hier im Schnitt 9 Outs haben (manchmal muss man ein paar Outs discounten, weil die 6h z.b. das Board pairen würde), reicht unsere Equity (+ Foldequity) in der Regel nach der Preflop Action auf den Microlimits und gegen soviele Gegner nicht aus, dass hier Variante i) profitabel wäre. Also entschliessen wir uns hier für Variante ii)

Unser Gegner bettet jetzt für 16.5BB bzw. Potsize in den 16.5BB Pot. Nach Odds und Outs brauchen wir für einen Flushdraw mit 9 Outs grob 4:1 Potodds. Wir bekommen hier aber nur 2:1 Potodds -> wir müssen 16.5BB investieren am Flop, um 33BB zu gewinnen, bzw. wir müssen 1.65 investieren um 3.3 zu gewinnen. Wenn wir diesen Ansatz für unsere Überlegungen hier verwenden, so muss man hier direkt folden.

In No Limit Holdem kann man allerdings das Konzept der Implied Odds anwenden. Mit Implied Odds bezeichnet man den möglichen zukünftigen Gewinn, um einen Call den man nach dem Odds und Outs Konzept nicht machen dürfte, doch noch rechtfertigen zu können.

Dazu stellen wir eine kurze Rechnung auf. Um den Call am Flop für uns Breakeven zu machen, bräuchten wir wie bereits erwähnt, anstatt 2:1 4:1 Potodds. Wir schauen also wie groß der Pot sein müsste, um beim gleichen zu callenden Betrag 4:1 Potodds kriegen zu können. Dazu multipliziert man den zu callenden Betrag einfach einfach mit mit den Odds (also *4 in diesem Fall).

 

Flop: ($4,95) 6, J, 2 (3 players)
Hero checks, UTG bets $1.65, MP1 folds, CO folds, Hero ???

 

Wir müssen also 1.65 bringen, um 6.6 zu gewinnen. Das bedeutet, wir müssen noch 6.6 - 3.3 = 3.3 bzw 33BB auf den nachfolgenden Streets von unserem Gegner gewinnen, um allein unseren Flopcall Breakeven zu machen.

 

Kurzversion der Implied Odds Rechnung:
Wir haben 9 Outs und müssen 20BB callen, um einen 40BB Pot zu gewinnen. Wir bekommen 2:1, brauchen aber 4:1.

4:1 - 2:1 = 2:1 -> Wir haben z.B. 20BB zu callen -> also müssen wir noch 2*20BB = 40BB gewinnen, um unseren Flopcall breakeven zu machen.

In der Realität sieht es aber oft so aus, dass wir gegen gute Spieler bei einem Hit einer Herzkarte nicht genügend Geld an den zukünftigen Straßen extrahieren können, um hier profitabel callen zu können. Daher ist hier auch ein Fold am Flop akzeptabel.

Allerdings je schlechter der Gegner, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mit marginalen Händen auch unsere starken Made Hands ausbezahlt.

 

Hand 2

In dieser Hand erläutere ich den Vorteil eines Semibluffs Out of Position im Unraised Pot.

Preflop: Hero is BB with 8, A
2 folds, MP1 calls $0,10, 3 folds, BU calls $0,10, SB folds, Hero checks.

Flop: ($0,35) 7, J, 2 (3 players)
Hero ???

 

Preflop:
Laut SHC Standard. Bei genauerer Analyse erkennen wir, dass wir eine schwache AXs Hand halten, bei der es sich nicht lohnt OOP einen großen Pot aufzubauen. Also nehmen wir uns den Checkbehind und schauen uns günstig einen Flop an.

 

Flop:
Der Flop ist extrem trocken und damit sehr schwer zu treffen, und damit auf eine Bet sehr viel folden müssen. Wir haben hier in der Regel zwischen 9 - 12 Outs (9 Outs für den Flushdraw und evtl. 3 Outs für das Ass).

Diese beiden Faktoren sprechen dafür, dass ein Semibluff hier höchstwahrscheinlich einen positiven Erwartungswert haben.

Allerdings gibt es noch einen wichtigen Grund, der einen Semibluff hier sehr profitabel machen kann. Wenn unser Gegner einen Jack oder ähnliches hier nur called und am Turn unser Flush sich vervollständig, dann hat der Pot schon eine gewisse Größe.

Unser Gegner wird auch Schwierigkeiten haben, hier auf eine weitere Bet direkt zu folden, weil er uns aufgrund unseres Verhalten am Flop eigentlich nicht auf einen Flush setzen kann.

Sollte unsere Bet geraised werden, so ist es ohne weitere Reads hier meistens besser nach Odds und Outs weiterzuspielen. Unter Umständen kommt dann auch ein Fold in Frage.

 

Hand 3

Preflop: Hero is BB with Q, K
UTG+1 folds, 5 folds, Button calls 0.10, 1 fold Hero raises to $0,60, Button calls $0,50.

Flop: ($1,25) 4, 2, 9 (2 players)
Hero bets $0,80, BU raises to $2,00, Hero ????

 

Preflop:

Ein Gegner in Late Position openlimped (was schon immer ein starkes Zeichen der Schwäche ist). Wir haben im BB eine relativ starke Hand, die meistens sehr viel stärker ist als die Openlimping Range vom Button und wir beschliessen hier zu raisen. Manchmal sammeln wir den Pot direkt Preflop ein, meistens aber mit der Continuation Bet am Flop.

 

Flop:

Am Flop treffen wir einen Flushdraw + 2 Overcards + Backdoorstraightdraw. Wir würden hier eigentlich mit jeder Hand die wir Preflop erhöhen, eine Continuation Bet machen. Also machen wir hier eine standardmässige 2/3 Contibet wie sonst auch.

Unser Gegner minraised und jetzt stehen wir vor der nächsten Entscheidung. Wir bekommen direkt 3.3:1 Potodds. Rein nach Odds und Outs reicht das für unseren extrem starken Draw natürlich aus (auch nachdem wir unsere Overcards discounted haben).

Allerdings wär es eigentlich ja noch schöner, wenn wir den Pot direkt am Flop gewinnen könnten. Das Problem ist nämlich, dass unser Gegner bei einer Overcard bzw. einer Herzkarte am Turn sehr vorsichtig werden könnte und wir dann aus unserer Hand nur noch sehr wenig Geld bekommen werden.

Unser Gegner kann hier am Flop folgende Karten raisen, da er weiss, dass wir diesen Flop selber oft verfehlt haben: Monster, any Pocket, anyTwo Cards, einen Flushdraw.

Wenn wir den Gegner jetzt reraisen, dann muss er allerdings einen großen Teil seiner Range folden und wir gewinnen mit unserem Draw den Pot direkt. Selbst im Falle eines Calles haben wir noch eine Menge Outs, die uns dann trotzdem die beste Hand bescheren würde.

Kurz gesagt: Wenn wir viele Outs haben und der Gegner auf unseren Reraise viele seine Hände folden muss, dann ist der Reraise mit einem so starken Draw effektiver als ein Call.

 

Fazit

Wie man sieht, ist es meist immer etwas schwierig Out of Position einen Draw profitabel zu spielen. Je nach Situation muss man also viele Faktoren beachten , die dann zur richtigen Entscheidung führen.

 

Kommentare (1)

#1 Tjoma, 11.10.10 08:52

nice