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StrategieNo-Limit BSS

Woche 37 (BSS): Das Spielen von Sets

Einleitung

In den Beispielhandforen kommen oft Fragen auf, wie man sein Set am Flop spielen sollte. Ein Set ist zunächst ein Drilling, welches aus einem Pocketpaar wie z.B. 88 und einer weiteren 8 im Flop besteht. Ich möchte Euch daher in diesem Artikel an einigen Händen erklären, wie die beste Spielweise ist. Ich werde sowohl Sets präsentieren, in denen es vor dem Flop eine Erhöhung gab, als auch Hände, die vor dem Flop nicht erhöht wurden.

 

 

Allgemeines

Bevor ich zu den Beispielhänden komme, möchte ich noch mal kurz auf das Bezahlen vor dem Flop mit einem Pocketpaar eingehen. In den Strategieartikeln heißt es, dass sowohl unser Stack, als auch der Stack des Gegners das 15-fache der Erhöhung entsprechen muss, um z.B. nach einer Erhöhung auf Setvalue mitgehen zu können.

 

 

Beispielhand 1

0.05/0.10 No-Limit Hold'em (10 handed)


Preflop: Hero is BB with 4, 4

2 folds, UTG+2 calls $0.10, MP1 calls $0.10, 3 folds, BU calls $0.10, SB folds, Hero checks.


Vor dem Flop steigen drei Leute mit in die Hand ein und wir befinden uns mit einem kleinen Pocketpaar im BigBlind. Eine Erhöhung von uns bringt nichts, denn es werden bestimmt nicht alle Gegner ihre Hand weglegen. Im Weiteren müssen wir ohne Position spielen (wir müssen immer vor den Gegnern agieren), es werden fast immer höheren Karten als unsere 4 am Flop erscheinen. Wir selbst treffen unser Set im Schnitt nur jedes achte Mal. Daher entscheiden wir uns einfach umsonst den Flop anzuschauen.

 

Flop: ($0.45) 4, K, 6 (4 players)

Hero bets $0.40, UTG+2 calls $0.40, 2 folds.


Hier treffen wir unseren Drilling. Der Flop bietet mit den beiden Karten in Karo die Chance auf einen Flush. Da vor dem Flop niemand erhöht hat, können wir nicht davon ausgehen, dass einer der Spieler nach uns setzen wird. Aus den beiden Gründen entscheiden wir uns selbst zu setzen. Die Größe des Einsatzes sollte in etwa der Größe des aktuellen Pots entsprechen.


Turn: ($1.25) 8 (2 players)

Hero bets $1.20, UTG+2 calls $1.20.


Nachdem am Flop von den drei Gegnern einer unseren Einsatz bezahlt hat, kommt am Turn eine Karte die unserem Gegner eher nicht geholfen hat. Jedoch ist nun ein weiteres Kreuz auf dem Tisch, so dass wir weiterhin setzen müssen. Zum einen wollen wir unsere Hand nun vor zwei möglichen Flushs schützen und zum anderen wollen wir mit unserer starken Hand um einen möglichst großen Betrag spielen. Daher entscheiden wir uns erneut für einen Einsatz in Höhe des aktuellen Pots.


River: ($3.65) 5 (2 players)

Hero checks, UTG+2 bets $2.00, Hero calls $2.00.


Final Pot: $7.65


Am Turn bezahlt der Gegner erneut unseren Einsatz und am River kommt der Flush an. Am River schlägt uns nun jeder Flush und sogar jede 7, denn die würde dem Gegner eine Strasse machen. An dieser Stelle gibt es verschiedene Weisen zu spielen. Zum einen kann man wie im Beispiel dargestellt zunächst schieben und einen Einsatz des Gegners bezahlen.

Die andere Möglichkeit besteht darin, dass man am River einen recht kleinen Einsatz macht und auf eine Erhöhung seitens des Gegners seine Hand aufgibt, eine sogenannte Blockbet. Diese Methode hat den Vorteil, dass wir nach der Erhöhung des Gegners ziemlich sicher sein können nicht mehr die beste Hand zu halten. Auf der anderen Seite wird ein Gegner, der z.B. einen König hält einen kleinen Einsatz noch bezahlen. Hätten wir zunächst geschoben, so hätte dieser Gegner sehr wahrscheinlicht selbst nicht mehr gesetzt. So bekommen wir durch die kleine Bet noch oft Geld von schlechteren Händen.

Welche Spielweise besser ist, läßt sich nicht allgemein darstellen. Es kommt auch stets auf den jeweiligen Gegner und dessen Spielweise an.

 

 

Beispielhand 2

Stats

UTG+1 ($7.05)

Hero ($20.51)

 

0.05/0.10 No-Limit Hold'em (10 handed)


Preflop: Hero is BU with 6, 6

UTG folds, UTG+1 raises to $0.40, 5 folds, Hero calls $0.40, 2 folds.


Vor dem Flop erhöht ein Spieler aus einer frühen Position. Alle weiteren Spieler vor uns legen ihre Karten weg. Mit einem Pocketpaar können wir in diesem Beispiel noch knapp auf Setvalue bezahlen. Wir müssen $0,40 bezahlen, die Regel besagt, dass sowohl unser als auch der Stack des Gegners das15fache der Erhöhung entsprechen muss. Also rechnen wir $0,40*15= $6. Da wir und unserer Gegner nach der Erhöhung mehr als $6 an Chips haben, können wir diese Erhöhung bezahlen.


Flop: ($0.95) 3, 5, 6 (2 players)

UTG+1 bets $0.60, Hero raises to $2.50, UTG+1 folds.


Final Pot: $4.05


Am Flop treffen wir unseren Drilling. Unser Gegner als Aggressor setzt etwa 2/3 des Pots. Im Flop liegen viele kleine Karten, die allerdings sehr Verbunden sind und zudem zwei Karten der gleichen Farbe dabei sind. Unser Gegner hat vor dem Flop aus einer frühen Position erhöht, was bei einem guten Spieler auf eine starke Hand schließen lässt. Dennoch müssen wir hier am Flop direkt auf etwa die Höhe des Pots erhöhen. Denn wie schon beschrieben bietet der Flop durchaus Chancen auf einen Flush. Eine Erhöhung auf Höhe des Pots wären $2,75. Wir entscheiden uns für eine Erhöhung etwas unterhalb der Potgröße. Jedoch gibt der Gegner auf die Erhöhung seine Hand auf.

Sollte der Gegner nach unserer Erhöhung all-in gehen, so werden wir dieses bezahlen. Oft können Spieler in diesen Situationen Hände wie JJ, QQ, KK, AA nicht weglegen.

 

 

Beispielhand 3

0.05/0.10 No-Limit Hold'em (10 handed)


Preflop: Hero is BB with 9, 9

2 folds, UTG+2 calls $0.10, 2 folds, MP3 raises to $0.20, 3 folds, Hero calls $0.10, UTG+2 calls $0.10.


Vor dem Flop erhöht ein Spieler um den kleinsten Betrag der möglich ist. Natürlich bezahlen wir diese kleine Erhöhung und hoffen am Flop ein Drilling zu treffen.


Flop: ($0.65) 9, 6, K (3 players)

Hero bets $0.40, UTG+2 folds, MP3 calls $0.40.


Wir treffen unseren Drilling und entscheiden uns direkt zu setzen. Wir spielen am Flop gegen zwei Gegner, jedoch haben wir keine Position. Die Karten am Flop bieten kaum Chancen auf eine Strasse und einen Flush. Da wir aber mit unserer Hand um einen großen Pot spielen wollen und es fraglich ist, ob einer der Gegner nach einem Schieben von uns setzt, entscheiden wir uns selbst zu setzen. Die Höhe des Einsatzes muss hier gar nicht sonderlich groß sein, denn wie schon erwähnt, haben die Gegner kaum Chancen ihre Hand durch z.B. Strasse zu verbessern. Ein weiterer Grund ist, dass einige Gegner bei einer großen Bet die Hand aufgeben, allerdings einen kleinen Einsatz noch bezahlen.


Turn: ($1.45) T (2 players)

Hero bets $1.00, MP3 calls $1.00.


Einer der beiden Gegner bezahlt unseren Einsatz am Flop. Wir können aber durchaus davon ausgehen noch die beste Hand zu halten. Durch die Karte am Turn kommen jedoch einige Chancen auf eine Strasse oder einen Flush auf, so dass wir erneut setzen. Natürlich wollen wir auch weiterhin um einen großen Pot spielen.


River: ($3.45) K (2 players)

Hero bets $2.50, MP3 folds.


Final Pot: $7.05


Der Gegner bezahlt unseren Einsatz erneut. Am River beschert uns der König ein Fullhouse, zudem paart sich die höchste Karte vom Flop. Sollte unser Gegner z.B. am Flop und Turn mit KQ bezahlt haben, so hat er nun am River ebenfalls einen Drilling. Daher werden wir auch am River nochmals setzen, denn sollte unser Gegner tatsächlich einen König halten, so wird er auch einen größeren Einsatz von uns bezahlen. Sollte der Gegner keinen König halten, so wird er höchstwahrscheinlich auch auf einen kleineren Einsatz seine Hand aufgeben.

 

 

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass man zunächst vor dem Flop immer schauen muss, ob die Stackgrößen ausreichend sind, um profitabel bezahlen zu können.

Am Flop kommt es dann auf die Textur des Boards, der Anzahl der Gegner und natürlich auf die Aktion vor dem Flop an.

Es gibt sicherlich viele Situationen die nicht so klar sind, und oft die Frage aufkommt, seine Hand zu beschützen oder langsam zu spielen. Im Zweifel rate ich immer zum Beschützen der Hand. Es ist besser einen kleinen Betrag zu gewinnen, als schlecht gespielt zu haben und am Ende die Hand noch zu verlieren. Ferner bieten sich diese Hände an, um im Beispielhand Forum diskutiert zu werden.

 

Kommentare (2)

#1 penus2508, 21.05.09 16:16

netter artikel, wäre aber vlt ganz intressant noch ein beispiel zu zeigen wo wir am flop c/c spielen. z.b gegen PFA

#3 Huckebein, 22.05.09 11:31

Hi penus2508,<br /> <br /> es gibt mittlerweile einen neuen Strategieartikel, der sich genau mit dem Thema Kleine Pockets und Sets befasst. Du findest ihn hier: http://de.pokerstrategy.com/strategy/no-limit/1406/