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StrategieNo-Limit BSS

Woche 38 (BSS): Protection vs. Potcontrol am Turn

Einleitung

Was versteht man unter diesen Begriffen?

Unter dem Begriff "Protection" versteht man, dass man in der Regel zu dem Zeitpunkt die beste Hand hält. Allerdings will man dem Gegner durch eine Bet nicht die Möglichkeit geben auf einen Flush oder eine Strassen Draw korrekt zu mitzugehen. Wir haben oft nichts dagegen, dass der Gegner die Hand aufgibt.

Der Begriff "Potcontrol" bedeutet nichts anderes, als den Pot kontrolliert klein zu halten. Wir schieben am Turn, um keinen großen Pot aufzubauen.

Natürlich ist es auch entscheidend, ob man am Turn vor oder nach dem Gegner agieren muss.

Im Verlauf möchte ich an einigen Beispielhänden veranschaulichen, in welcher Situation welches Spielkonzept zu bevorzugen ist.

 

 

Beispielhand 1

0.05/0.10 No-Limit Hold'em (10 handed)


Preflop: Hero is CO with A, J

UTG folds, UTG+1 calls $0.10, 2 folds, MP2 calls $0.10, MP3 folds, Hero raises to $0.60, 4 folds, MP2 calls $0.50.


Preflop nach 2 Limpern erhöhen wir auf $0,60. Der Spieler in MP2 bezahlt unsere Erhöhung.


Flop: ($1.45) 8, 5, J (2 players)

MP2 checks, Hero bets $0.90, MP2 calls $0.90.


Am Flop treffen wir nun Toppaar. Unser Gegner schiebt zu uns und wir machen einen Einsatz von etwa 2/3 des Pots, welcher vom Gegner bezahlt wird.


Turn: ($3.25) 2 (2 players)

MP2 checks, Hero ???


Hier kommen wir nun zur eigentlichen Frage: Sollen wir nochmals setzen oder nur schieben?

Hierzu müssen wir uns erstmal überlegen welche Hände unser Gegner halten könnte. Nach der Spielweise vor dem Flop kann er durchaus ein Pocketpaar halten, somit kann er gut am Flop ein Set gemacht haben und auf den recht ungefährlichen Flop unseren Einsatz nur bezahlt haben. Schließlich kann er mit einem Set davon ausgehen weit vorne zu liegen und muss seine Hand nicht beschützen. Ferner kann er uns als Erhöher auf eine Hand wie AK oder AQ setzen, mit denen wir also den Flop nicht getroffen haben, jedoch würde ein solcher Spieler oft den Turn anspielen.

Sollte der Gegner wirklich ein Set halten, so hofft dieser auf einen erneuten Einsatz von uns am Turn, oft mit der Absicht diesen zu erhöhen. Hände wie ein Pocketpaar, ohne ein Set getroffen zu haben, werden aber oft auf einen erneuten Einsatz unsererseits ihre Hand aufgeben. Daher wird unser Einsatz am Turn oft nur von besseren Händen bezahlt oder gar erhört. Somit bietet es sich in diesem Beispiel an, nur zu schieben. Dieses deuten viele Gegner als Schwäche und versuchen dann am River uns durch einen Bluff zu vertreiben. Wenn wir allerdings in einem solchen Beispiel am Turn schieben, bezahlen wir am River so gut wie immer den Einsatz von dem Gegner. Sollte der Gegner am River erneut schieben, so machen wir noch einen kleinen Einsatz.

Durch unser Schieben bleibt der Pot recht klein. Denn sollten wir setzen und der Gegner bezahlen, haben wir am River einen sehr großen Pot. Ferner kommen wir, sollte der Gegner erhöhen, in eine sehr schwierige Situation und müssen unsere Hand oft aufgeben. Dies ist ebenfalls ein Grund, warum ein Schieben am Turn zu favorisieren ist.

 

 

Beispielhand 2

0.05/0.10 No-Limit Hold'em (10 handed)


Preflop: Hero is MP3 with A, A

UTG folds, UTG+1 calls $0.10, 3 folds, Hero raises to $0.50, 2 folds, SB calls $0.45, BB folds, UTG+1 calls $0.40.


Flop: ($1.60) J, 9, 4 (3 players)

SB checks, UTG+1 checks, Hero bets $1.25, SB folds, UTG+1 calls $1.25.


Turn: ($4.10) T (2 players)

UTG+1 checks, Hero ???


Das Spiel vor dem Flop und am Flop sollte klar sein. Nun stehen wir aber am Turn wieder vor der Frage, ob wir Potcontrol oder Protection anwenden. Zunächst müssen wir uns wieder überlegen, was unser Gegner halten könnte. Hier kommen wieder Hände wie ein Pocketpaar oder auch suited Connector in Frage. Sollte der Gegner am Flop ein Set getroffen haben, so wird er oft entweder selbst setzen oder aber unseren Einsatz erhöhen. Aber es gibt auch viele Spieler, die auf einem recht gefährlichen Board mit ihrem Set Slowplay betreiben. Ferner ist sicherlich auch am Flop ein Flushdraw denkbar.

Wir können uns also nicht sicher sein, was der Gegner halt. Hier allerdings zu schieben kommt gar nicht in Frage, denn es gibt noch sehr viele Chance auf eine Strasse oder auf einen Flush. Daher ist es hier besser zu setzen. Sollte der Gegner erhöhen, können wir einfach die Hand aufgeben. Wir sind dann fast immer geschlagen. Sollte der Gegner nur bezahlen, müssen wir am River je nach Action und Karte neu entscheiden. Allgemein würde ich aber am River bei dem recht gefährlichen Board kein Geld mehr investieren.

Sicherlich würden wir durch ein schieben den Pot klein halten, allerdings können wir uns bei dem Board nicht erlauben umsonst eine Riverkarte zu verteilen. Die Größe der Bet sollte etwa $3 betragen.

 

 

Beispielhand 3

0.05/0.10 No-Limit Hold'em (10 handed)


Preflop: Hero is UTG+1 with A, K

UTG folds, Hero raises to $0.40, 3 folds, MP3 calls $0.40, 4 folds.


Flop: ($0.95) A, T, 7 (2 players)

Hero bets $0.80, MP3 calls $0.80.


Turn: ($2.55) 8 (2 players)

Hero ???


Das Spiel vor dem Flop und am Flop ist hier auch wieder Standard. Am Turn stellt sich wieder die Frage nach unser Aktion. Sollten wir hier schieben wäre das sehr schlecht, zum einen vergeben wir eine kostenlose Karte bei einem Board, auf dem viele Strassen und Flush Chancen bestehen. Ferner erlauben wir einem schlechten Ass, wie z.B. AQ, günstig zum Showdown zu kommen. Daher ist hier ein Einsatz von etwa $2 die beste Option. Sollte dieser Einsatz von dem Gegner erhöht werden, können wir davon ausgehen geschlagen zu sein und geben unsere Hand auf. Sollten der Gegner bezahlen, müssen wir am River je nach Karte und Aktion des Gegners entscheiden. Sollte am River ein weiteres kommen, sind wir sehr oft geschlagen, daher würden wir dort schieben und auf einen Einsatz die Hand weglegen. Sollte man River keine Karte kommen, sollte man zunächst auch schieben und auf einen kostenlosen Showdown hoffen. Wenn der Gegner setzt, müssen wir je nach Betgröße und Image des Gegners entscheiden was zu tun ist.

 

 

Fazit

Die Entscheidung, ob man lieber Potcontol oder Protection anwendet, sollte immer im Zusammenhang mit dem Board geschehen. Man muss sich immer die Frage stellen, ob uns eine kostenlose Karte "weh" tut oder nicht. Verneinen wir die Frage, bietet sich sehr oft an Potcontrol zu betreiben. Bejahen wir die Frage, so sollten wir setzen.

Bei zweifelhaften Entscheidung steht Euch immer das Beispielhandforum zur Verfügung, wo über die Spielweise diskutiert werden kann.

 

Kommentare (6)

#1 BadBeatking, 13.03.08 12:06

guter Artikel, gerne auch mit mehr Beispielen

#2 YourRedeemer, 15.06.08 07:38

Standard.

#3 Gurkha, 26.06.08 08:12

Hand 3 kann man gegen einen aggressiven Gegner auch c/f am Turn spielen. Der könnte den Turn auch bluffraisen und Hero müsste seine Hand weglegen und hat noch zusätzlich investiert.

#4 softdrink666, 14.10.08 12:53

danke vorab! ist dies hier auch mit der idee des stack commitments combinierbar? würde mich über ne antwort sehr freuen :D

#5 yaf, 16.03.09 22:07

@ 3 warum willst du gegen nen aggro c/f?<br /> gegen aggro ist c/r besser. er blufft und du protectest. du willst doch nicht gegen nen bluff folden , oder?

#6 CryingAce, 11.02.11 14:03

n bissl älter, wa ?