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Deception - Grundlagen

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Deception - Grundlagen

von MiiWiin

Deception ist eine der wichtigsten Grundlagen beim Pokern. Übersetzt heißt Deception „der Betrug, die Irreführung, der Schwindel“. Ich möchte auf Sinn und Grundlagen von Deception eingehen und versuchen zu erklären, warum sie ein so wichtiger Bestandteil des Spiels sein sollte.

Zuerst möchte ich dafür David Sklansky's „zentralen Lehrsatz des Pokers“ zitieren: „…dass Sie immer gewinnen, wenn ihre Gegner eine Hand anders spielen, als sie es täten, wenn sie alle Ihre Karten kennen würden. Und immer wenn Ihre Gegner eine Hand genauso spielen, als wenn sie alle Ihre Karten sehen könnten, verlieren Sie.“ [1]

Sofern man sein Standardspiel beherrscht und versucht, seine Tische ohne Moves zu spielen, wird man meistens mit starken Händen betten bzw. raisen, um am meisten Value von seinen Gegnern zu extrahieren, und mit schwachen Händen eher checken oder folden, da man sich nicht vorne sieht und nicht unnötig Geld in den Pot mit der schwächeren Hand investieren will.

Gegen diesen Grundgedanken gibt es auch nichts einzuwenden, jedoch bemängelt Sklansky daran, dass man „lesbar“ wird. Wer nur starke Hände bettet bzw. raist und schwache Hände checkt oder foldet, wird lesbar. Er verrät somit über einen längerfristigen Zeitraum immer mehr seine Hände, so dass der zentrale Lehrsatz des Pokers greift.

Unsere Gegner können uns durchschauen, sie können unsere Ranges eingrenzen und somit besser gegen uns spielen. Sie kennen zwar nicht wirklich unsere genaue Hand, aber wenn sie wissen, welche Art von Händen wir wie spielen, nähern sie sich an und können gegen uns besser agieren. Sie werden somit auf Dauer immer weniger Fehler begehen.

Jedoch stört genau dieser Punkt. Unsere Gegner sollen Fehler machen, denn davon profitieren wir. Jeder Fehler unserer Gegenspieler bringt uns Geld, im Gegensatz dazu kosten natürlich unsere eigenen Fehler Geld. Solange wir jedoch die Möglichkeit bieten, unser Spiel durchschauen zu lassen und lesbar zu werden, ist es unseren Gegner gar nicht möglich, allzu viele Fehler zu begehen.

Dazu noch einmal ein Zitat von David Sklansky: „Fehler zu verursachen ist sozusagen Sinn des Spiels.“ [2]

Nun müssen wir uns überlegen, wie wir die Deception für uns nutzen können. Wir sollen also täuschen, verwirren, nicht lesbar werden. Wenn möglich, wollen wir andere Spieler dazu verleiten, Fehler zu machen, während wir unsere eigenen begrenzen wollen.

Jedoch müssen wir auch Situationen betrachten, in denen wir geradlinig spielen sollten, in denen wir eventuell sogar unsere Hand verraten können und trotzdem Value bekommen. In Situationen, in denen wir selber die Hand unserer Gegner einschätzen können. In denen wir wissen, dass wir unsere Hand beschützen müssen, damit sie am Ende nicht ausgedrawt wird.

Grundsätzlich gibt es drei Punkte zu beachten, wenn wir uns überlegen müssen, ob wir versuchen zu täuschen oder ob wir geradliniges Spiel bevorzugen sollten.

1.

Erstens sind das natürlich die Fähigkeiten der Gegner. Ist unserer Gegner überhaupt in der Lage, uns Ranges zu geben? Lohnt es, hier täuschen zu wollen? Gegen schwache Gegner, insbesondere Callingstations, ist das geradlinige Spiel mit Sicherheit zu bevorzugen. „Alle Streets durchbetten“ lautet hier häufig die Devise.

Es macht wenig Sinn, einen schwachen Spieler, der nur auf seine eigenen Karten schaut und sich gar nicht dafür interessiert, wie wir spielen, eine starke Hand verkaufen zu wollen. Er wird sich einfach nicht dafür interessieren. Somit erreichen wir nicht unser Ziel, denn der schwache Spieler wird wegen unserer Spielweise nicht langfristig mehr Fehler machen.

Was ist aber mit starken Gegnern? Mit Gegnern, die sehr aggressiv und aufmerksam spielen und genau darauf achten, wie wir welche Hände spielen? Hier wird es sich auf Dauer lohnen, etwas unlesbarer zu werden. Diese Spieler dürfen sich nicht auf uns einstellen, auch diesen Gegnern müssen wir ausreichend Möglichkeiten bieten, Fehler zu begehen. Sollte sich ein starker Gegner also unserer Spielweise annehmen, wird es meist profitabler, vermehrt auf Deception zu achten.

2.

Der zweite wichtige Punkt ist die Potgröße. Je größer der Pot bereits geworden ist, umso weniger spielt Deception eine tragende Rolle. Die Foldequity wird ohnehin sinken und schwache sowie starke Spieler werden vermehrt ihre eigenen Hände spielen und einschätzen, als großartig auf unser Spiel zu achten. Auch für uns gibt es nur zwei Möglichkeiten, nämlich schwache Hände aufzugeben, wenn wir der Meinung sind, sie nicht häufig genug unimproved gewinnen zu können, und starke Hände offensiv und aggressiv zu spielen, da wir nun Value von unseren Gegner haben wollen und zudem relativ häufig unsere Hand beschützen müssen. Hier heißt es Hüllen fallen lassen und uns ausbezahlen lassen.

Bei etwas kleineren Pötten bietet es sich jedoch an, variantenreicher und mit mehr Täuschungsversuchen zu spielen. Hier können wir häufig den Pot mitnehmen, ohne eine starke Hand aufweisen zu können. Auch die kleinen Pötte summieren sich zu einer ansehnlichen Summe. Dazu erreichen wir natürlich das was wir wollen: wir werden unlesbarer. Wir gewinnen in der einen Hand noch mit einer schwachen Hand den Pot, so glaubt uns unser Gegenspieler in der kommenden Hand nicht unsere starke Hand. So wächst der kleine Pot aus der ersten Hand zu einem großen Pot in dieser Hand heran, in dem wir meist deutlicher Favorit sind.

3.

Der dritte und letzte wichtige Punkt ist natürlich die Anzahl der Gegner. Wir wollen ja versuchen, durch Deception unsere Hand unlesbar zu machen. Im Heads-up hat man damit relativ häufig Erfolg, jedoch sinkt bei steigender Gegneranzahl unsere Foldequity gewaltig. Und die benötigen wir natürlich, wenn wir mit einer schwachen Hand eine starke vortäuschen wollen, da wir davon ausgehen müssen, unimproved den Pot zu verlieren. Wer möchte schon gerne in einem 5-handed Pot seinen schwachen Flushdraw checkraisen?

Wir sollten also bei großer Gegneranzahl davon ausgehen, dass geradliniges Spiel eher angebracht ist und wir auch hier unsere starken Hände betten, unsere schwachen Hände aber eher aufgeben sollten.

 

» ZUSAMMENFASSUNG

Wir müssen uns also überlegen, in welchen Situationen wir Deception benötigen, oder ob es eventuell besser ist, wenn wir unsere Hand geradlinig spielen. Entscheidend sind dabei hauptsächlich unsere Gegner, umso schlechter sie sind und umso mehr von ihnen vorhanden sind, desto besser ist es, seine Hand geradliniger zu spielen, das heißt eine schwache Hand eher aufzugeben als sie für stark verkaufen zu wollen. Ebenso ist die Potgröße entscheidend, denn umso größer der Pot, desto unwahrscheinlicher wird ein fold unserer womöglich schwachen Gegner.

Spielen wir jedoch in meist kleineren Pötten gegen stärkere Gegner, und dies öfter im Heads-Up oder 3-handed Pot, so kann Deception sehr von Vorteil sein. Wir verschleiern unsere Hände und zwingen unsere Gegner oftmals, für sie teure Fehler zu begehen.

Als abschließenden Punkt nenne ich noch das „Reverse-Denken“. Auch hierzu möchte ich noch einmal David Sklansky zitieren:

“Manchmal kann es sogar die beste Art der Deception sein, eine Hand geradlinig zu spielen, da besonders starke Spieler erwarten, dass sie täuschen.“ [3]

Quellen:
[1]-[3] "The Theory of Poker", David Sklansky, S. 63-69

 

Kommentare (29)

#1 alpa66, 26.02.08 14:50

sehr interessantes thema. ab welchem limit fängt man damit an und wird es beispiele dafür noch geben?

#2 jezreel, 26.02.08 15:03

Der MiiWiin :) sehr nett geschrieben, Deutsch LK gehabt ;-)<br /> wie sehen uns in den Hanbeswertungsforen;-)

#3 dwdb, 26.02.08 15:31

Finde den Artikel zu oberflächlich, was man genau machen soll wird imho nicht deutlich genug gezeigt.

#4 hova, 26.02.08 15:40

#3 ack

#5 PokerUwe, 26.02.08 15:46

Ja, ich stimme #3 und #4 zu. Beispiele und mehr Tiefe bitte.

#6 KingTexaz, 26.02.08 16:07

Netter Artikel, gut geschrieben, allderdings ist er in der Tat imho zu oberflächlich und theoretisch.<br /> Mein Deutsch Lehrer würde schreiben: "Mehr in die Tiefe gehen!"

#7 thureakamagic, 26.02.08 16:13

das ist doch auch erst der erste teil der reihe. hier gehts nur ums wann und gegen wen. das wie folgt sicher im 2. oder 3. teil

#8 Forstning, 26.02.08 16:19

"Ach, beim Pokern tut man manchmal so, als hätte man ne bessere Hand als es tatsächlich der Fall ist? Krass!"<br /> <br /> ;-(

#9 peterpistole, 26.02.08 16:24

warum nennt man das nicht "bluff"?

#10 22BRAZIL, 26.02.08 16:57

<br /> <br /> Hier ein Thread tum Thema <br /> <br /> http://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?threadid=284657<br /> <br /> Ansonsten würde mich auch alpa66s Frage in #1 interessieren.

#11 MiiWiin, 26.02.08 17:56

In den nächsten beiden Folgen wird es auch Beispiele geben. Zudem wird mehr in die Tiefe gegangen, jedoch schon auf eine eher theoretische Weise.

#12 MiiWiin, 26.02.08 17:57

@#1 Es wird in den nächsten Folgen ebenfalls diskutiert werden, wann man vermehrt auf Deception achten sollte und wann eher nicht. Hauptsächlich wird darauf in Folge 3 eingegangen (mit Beispielen). Die grundsätzlichen Abhängigkeiten wurden oben erläutert, sie sind somit nicht limitabhängig.

#13 metmaster2, 26.02.08 17:58

netter artikel

#14 Loomy, 26.02.08 19:25

Die beste Decption spielt doch nach wie vor der "80 VPiP 0 PFR-Fisch" wo man sich doch bei jeder Bet und jedem Raise egal auf welchem Board die Frage stellt "Was bitte hat der denn nun wieder getroffen" ;-)<br /> <br /> Spass beiseite, netter Artikel, bin gespannt auf die Beispiele die du so bringst...

#15 dwdb, 26.02.08 21:41

Ok, wenn das eher ne Einleitung ist und es noch weitere Teile gibt bin ich gespannt :) Sah so als abgeschlossener Artikel aus ;)

#16 tyche, 27.02.08 12:36

Die Übersetzung vom Sklansky is ja grauenhaft. Zum Glück hab ich ihn auf Englisch gelesen

#17 MiiWiin, 27.02.08 17:10

@16 Das Buch ist in der Tat grauenhaft übersetzt. Sieht beinahe amateurhaft aus. Aber die Inhalte kommen ja trotzdem rüber.;-)

#18 Wamaroa, 27.02.08 19:23

Also ich fand den Artikel echt gut. War ja auch nur die Einführung.<br />

#19 KingDingelling23, 28.02.08 09:51

Wenns nur die Einführung ist freue ich mich auf die weiteren Teile :)

#20 KingTexaz, 28.02.08 18:03

nur warum steckt dieser artikel schon wieder bei einsteiger?<br /> die inhatliche gliederung hier allg. in strategie sektion ist echt GRAUENHAFT und ABSCHRECKEND, imho!!

#21 Buzibaer, 03.03.08 11:06

„…dass sie immer gewinnen, wenn ihre Gegner eine Hand anders spielen, als sie es täten, wenn sie alle Ihre Karten kennen würden. Und immer wenn ihre Gegner eine Hand genauso spielen, als wenn sie alle Ihre Karten sehen könnten, verlieren sie.“ [1]<br /> <br /> <br /> Der Satz ist durch die Fehler bei den Anredepronomen ("Sie", "Ihre") <br /> imo schwer verständlich, man weiß nicht genau, ob "sie" nicht "Sie" bedeutet. Sry, bin normal nicht so pingelig, aber hier wirds echt unverständlich.

#22 archimedes24, 11.03.08 11:13

#21 genau!<br /> <br /> Die Übersetzung ist semantisch nicht eindeutig und daher unverständlich. Wer ist "sie"? Ich der Leser, oder sie, die Gegner? Und "Ihre Karten" soll heißen: meine Karten, richtig? "ihre Gegner" heißt dann ja wohl: des Gegners Gegner, also ich, der Leser. Oder was? Hää?? Wer hat das denn übersetzt...

#23 Gnukoenig, 11.03.08 12:35

Wie das gemeint ist sollte jedem mit Hauptschulabschluss+ klar sein...

#24 archimedes24, 11.03.08 21:47

Für Leute mit Hauptschulabschluss ist das ungefähre freilich beeindruckender als die konkrete Aussage, die Voraussetzung für Tiefe, also Erkenntnisgewinn, ist. Da ist die Decke schnell erreicht. Man sieht auch am Kommentar eines Vertreters dieser Gattung, das Inhalt nicht stattfinden kann. Er wird maximal vorgetäuscht, vergleichbar mit einem schlechten Bluff. Leicht zu durchschauen, ganz ohne Deception, einfach geradlinig denken.

#25 tomdog, 12.03.08 22:52

o leck....muss man manchen (spielern) alles bis in`s kleinste vorbeten!?in die tiefe geh`n?!....musst du schon selbst durch spielen,spielen und nochmal spielen!!<br /> (der vorteil von klugheit besteht darin daß man sich dumm stellen kann...das gegenteil ist schon schwerer!)

#26 furu2002, 14.03.08 10:47

@6 deception = verwirrung, weil du ja starke hände genauso spielst, wie schwache. bei ner schwachen hand ist es dann ein bluff, mit der starken, willst du den gegner aber ja im pot halten.<br /> <br /> hoffe, dass das verständlich, und vor allem richtig ist.

#27 furu2002, 14.03.08 10:49

bzw = irreführung, wie es ja in der einleitung steht (bevor sich jetzt jemand an der übersetzung gestört fühlt ;)

#28 xxxbullyxxx, 16.04.08 22:29

nice post

#29 MrxMry, 17.05.08 10:14

Kann mich nur anschließen.