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StrategieNo-Limit BSS

Handpotential und Gewinnmaximierung

Einleitung

In diesem Artikel
  • Wie du das Potential einer Hand einschätzen kannst
  • Warum du verschiedene Lines gegeneinander abwägen solltest
  • Wie du die profitableste Strategie findest

Das Ziel der meisten Pokerspieler dürfte es sein, Gewinn zu erzielen. Dieses Ziel lässt sich aber auf verschiedenen Wegen erreichen. Diese sind:

  • Valuebetten und -raisen
  • Bluffen und semibluffen
  • Nutzen des Showdownvalue

Zur Analyse wird im Folgenden der Begriff des Handpotentials verwendet. Handpotential steht für einen erwarteten Gewinn, den wir mit einer bestimmten Line mit einer bestimmten Hand erreichen.

Das Handpotential

Dabei nehmen wir an, dass Hände, mit denen wir valuebetten und valueraisen können, Valuepotential haben. Hände, mit denen wir bluffen oder semibluffen können, haben Bluffpotential und Hände, die am Showdown profitabel sind, haben Showdownvaluepotential.

Ganz offensichtlich kann das Potential einer Hand positiv, negativ oder gleich Null sein. Wenn wir eine Hand spielen, ist es von größter Bedeutung, das jeweils größte Potential zu erkennen und dementsprechend seine Strategie zu wählen.

Zur Veranschaulichung nun eine Beispielhand in verschiedenen Varianten.

BEISPIEL

$5/$10 No-Limit Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
MP2 = ($1306.00)
MP3 ($1000.00)
CO = ($1205.50)
BU (Hero) = ($1030.00)
SB = ($1020.00)
BB = ($1015.00) VPIP 22\PFR 18\AF 2.7\WTS 27\3bet 9%

Preflop: Hero is BU with XX.
3 folds, Hero raises to $30.00, 1 folds, BB raises to $110.00, Hero calls $80.00.

Flop: ($225) 2cThQh (2 players)
BB bets $150.00, Hero calls $150.00.

Turn: ($525) 9d (2 players)
BB checks, Hero checks.

River: ($525) 8d (2 players)
BB checks, Hero?

Variante 1: ХХ = KhJh

In dieser Hand, in der wir die Nuts halten, ist es klar, dass das Valuepotential am stärksten positiv ist, da uns viele schlechtere Hände callen könnten. Zwar wäre auch der EV eines Checkbehinds positiv, aber deutlich weniger als der einer Bet. Bluffen mit den Nuts ist nicht möglich, da es keine besseren Hände gibt, die folden können. Daher beträgt das Bluffpotential Null.

Erklärung:

Blau: Value
Gelb: Bluff
Orange: SD Value

Generell haben die Nuts immer eine sehr gute Eigenschaft: Das Value- und Showdownvaluepotential ist auf jeden Fall positiv. Unsere Aufgabe ist es zu erkennen, welches von beiden größer ist. Es scheint, als wäre das Valuepotential der Nuts immer größer als das Showdownvaluepotential. Das ist es auch in den meisten Fällen, aber nicht immer. Richtig: Wir können das Showdownvaluepotential der Nuts nutzen, wenn wir einen Bluff oder dünne Valuebets von unserem Gegner provozieren wollen. In bestimmten Situationen ist diese Spielweise deutlich profitabler als eine einfache Valuebet.

Variante 2: ХХ = 7h5h

Diese Hand hat absolut kein Value- und Showdownvaluepotential. Darum ist das Bluffpotential am größten, falls ein Bluff auch nur leicht profitabel sein sollte.

 

Erklärung:

Blau: Value
Gelb: Bluff
Orange: SD Value

Beachten sollte man, dass man nicht zu einem Bluff gezwungen ist, wenn man nicht valuebetten oder einen Showdown sehen kann. Um das Bluffpotential einer Hand nutzen zu können, muss der EV eines Bluffs auf jeden Fall positiv sein.

Variante 3: ХХ = QcQs

Am River ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir von vielen schlechteren Händen gecallt werden. Unsere dünne Valuebet könnte eventuell nur von Straights gecallt werden, was den EV unserer Bet negativ beeinflusst. Auch ein Bluff hätte mit solch einer Hand keinen Sinn, da keine besseren Hände folden würden. Darum sehen wir das Bluffpotential dieser Hand als Null an. Im Gegensatz dazu hat sie jedoch ein großes Showdownvaluepotential.

Zwar wird vermutlich auch das Valuepotential der Hand dank des dead Moneys im Pot positiv sein, es wird aber mit Sicherheit nicht höher sein als das Showdownvaluepotential.

 

Erklärung:

Blau: Value
Gelb: Bluff
Orange: SD Value

Die in den drei Beispielen dargestellten Situationen sind recht einfach zu verstehen, da die Unterschiede zwischen den verschiedenen Potentialen sehr deutlich sind und die meisten Pokerspieler ohne große Mühe das jeweils größte Potential erkennen werden. Allerdings treffen wir auch häufig auf Situationen, in denen die Unterschiede wesentlich schwieriger zu erkennen sind und es schwerfällt, das größte Potential zu bestimmen.

Variante 4: ХХ = KdQs

Fest steht, dass unsere Hand kein Valuepotential hat. Gegen AK, AT, kleine Pocketpairs und Conncectors haben wir aber etwas Showdownvaluepotential. Viele Spieler würden hier behindchecken, da sie genau diesen Showdownvalue der Hand erkennen.

Diese Spieler verkennen aber das Bluffpotential der Hand, denn es gibt mit Sicherheit viele bessere Made Hands in den Ranges der Gegner, die gegen eine Bet folden würden, wie z.B. AQ, AA, KK, 88, 98.

Unsere Hand hat also gleichermaßen Showdownvalue- und Bluffpotential. In diesem Fall ist es schwer einzuschätzen, welches Potential größer ist. Ähnliche Situationen sind für gute Spieler eine großartige Möglichkeit, ihre Edge zu nutzen. Diese Spieler haben üblicherweise ein besseres Verständnis von ihren EV-Moves und es fällt ihnen leichter, den profitabelsten Move zu erkennen und umzusetzen.

Zusammenfassung

In diesem Artikel gab es bewusst keine konkreten Potentialsberechnungen. Den EV jedes Moves kann sich jeder Interessierte selber ausrechnen. Hauptziel des Artikels war es zu zeigen, dass man alle möglichen Arten, einen Gewinn zu erzielen, abwägen muss, um am Ende die profitabelste Strategie zu spielen.