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Das Yeti-Theorem

» KOLUMNE

Das Yeti-Theorem ist bereits ein etwas älteres Theorem, das vor einiger Zeit diskutiert wurde. Die Kernaussage des Theorems besagt:

„Eine 3-Bet auf einem dry Flop (vor allem auf paired Boards) ist nahezu immer ein Bluff.“

Falls der Flop weder Flush- noch Straightmöglichkeiten bietet und nach einem Raise von dir der Gegner 3-bettet, wird er sehr wahrscheinlich bluffen. Ein Beispiel wird das verdeutlichen:

BEISPIEL

Flop: 9 3 3
Hero checks, Villain bets, Hero raises, Villain 3-bets, Hero... ?

Sagen wir du bist Heads-up gegen einen Gegner. Die Preflopaction war ziemlicher Standard, du raist und Villain callt dich am Button. Deine eigenen Karten sind in diesem Fall eigentlich nicht von Belang.

Nun checkst du und der Gegner bettet, das ist soweit ebenfalls Standard. Du checkraist ihn und dein Gegner ist wieder dran, er muss sich nun entscheiden, wie er die Hand weiterspielen will. Mit einem Call könnte er den Turn sehen, aber er 3-bettet dich. In diesem Fall solltest du an das Yeti-Theorem denken.

Wieso kannst du aber relativ sicher sein, dass er auf diesem Board fast immer bluffen wird? Mit diesem Wissen solltest du direkt All-In pushen, um ihn zum Folden zu bringen oder mit der besseren Hand zum Showdown gehen.

Wie funktioniert das Yeti-Theorem?

Das Yeti-Theorem basiert auf 3 Kernideen:

  • 1. Wenn dein Gegner eine 9 hat, würde er sicherlich nicht nach deinem Checkraise noch einmal raisen. Ein Paar Neunen is nicht stark genug, um zu 3-betten. Sogar eine Hand wie A9 ist dafür nicht stark genug. Es ist eine klare Way ahead - Way behind Situation, in der ein Aufblähen des Pots mit einer marginalen Hand keine gute Idee ist.
  • 2. Falls dein Gegner eine 3 oder 99 hält, wird er viel eher versuchen zu slowplayen, um dich zu trappen. Er wird also viel eher callen, als uns erneut zu raisen.
  • 3. Falls er ein Overpair hat: mit AA, KK, QQ, JJ würde er wohl preflop ge-3-bettet haben. Andererseits ist die Frage, wieso er mit diesen Händen am Flop reraisen sollte? Es ist eine Way ahead - Way behind Situation. Wieder ergibt ein Reraise also nicht sonderlich viel Sinn. Er ist entweder weit vorne oder weit hinten.
1. Dein Gegner hat eine 9

Falls dein Gegner eine 9 hält, ist seine Bet nach deinem Check sinnvoll. Er nimmt an die beste Hand zu halten und will den Pot gleich hier gewinnen, ohne dir eine Freecard zu geben, falls du den Flop verfehlt hast. Wenn du ihn nun checkraist, zeigst du sehr viel Stärke. Er muss annehmen, dass du entweder eine 3 oder ein Overpair hast.

Kein Texas Hold’em Spieler mit etwas Spielverständnis wird nach dieser Action mit einem Paar Neuner zuversichtlich dein Checkraise callen, geschweige denn noch einmal 3-betten. Ein Reraise ist hier eigentlich völlig fehl am Platz.

2. Dein Gegner hat eine 3

Falls dein Gegner eine 3 hat, wird er nach deinem Checkraise eher zum Slowplay neigen, anstatt dein Raise mit einem Reraise zu beantworten. Die Bet mit der 3 ist sicherlich kein schlechtes Play, obwohl viele Spieler hier eher checken, um ihren Gegner auf dem dry Board zu trappen.

3. Dein Gegner hat ein Overpair

Falls sich dein Gegner bewusst ist, dass du eine sehr starke Hand hältst, kann er mit JJ oder QQ nicht guten Gewissens eine 3-Bet machen. Falls er AA und KK hält, hätte er wohl preflop gereraist. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass er mit einem Overpair nicht 3-betten würde.

Der Kernaspekt des Yeti-Theorems ist also folgender: Die einzigen Hände, die stark genug sind um dich zu 3-betten, sind 99 und Trips. Allerdings sind genau diese Hände zum Slowplay geeignet und ein Call anstelle der 3-Bet macht sehr viel mehr Sinn. Die meisten Gegner würden mit so starken Händen eher trappen.

» ZUSAMMENFASSUNG

Das Yeti-Theorem ist eher eine Daumenregel als ein echtes Theorem wie das „Fundamental Theorem of Poker“. Manchmal funktioniert es, manchmal funktioniert es aber auch nicht. Du kannst es also nicht immer blind anwenden, wenn sich das Board pairt. Poker ist mittlerweile sehr viel aggressiver geworden als in der Zeit, als das Theorem entwickelt und diskutiert wurde.

Es ist aber nach wie vor hilfreich, über Moves und mögliche Ranges in verschiedenen Spots nachzudenken und so dein Spiel zu verbessern. Über die bloße Daumenregel hinaus kann das Yeti-Theorem dein Verständnis für 3-Bets am Flop verbessern. Aus diesem Grund erweitert sich auch dein Mindset und allgemeines Spielverständnis.

 

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Kommentare (16)

#1 Chorez, 08.08.10 14:31

fürst

#2 madein1984, 08.08.10 15:24

ich würd direkt unter dem Beispiel ein "Hero checks" einfügen, ansonsten ist das relativ verwirrend damit, wer Position hat. Ich selbst musste ein paar Mal drüberlesen.

#3 TeamHCC, 08.08.10 18:46

Mit dem Punkt 1 bin ich nicht ganz einverstanden. Wäre ich derjenige mit der 9 und mein Gegenüber würde ein Checkraise vollführen würde ich erneut erhöhen. Und zwar richtig aggressiv; ein All In nicht ausgeschlossen. Denn ich kenne den Leitsatz für ein HU: "Der Flop trifft in der Regel nicht".<br /> <br /> Und diese Beobachtung konnte ich schon zu genüge machen. Selbstverständlich könnte er ein Overpair halten. Im Schnitt ist jede 17. Pockethand ein Paar. Aber das Risiko würde ich hier eingehen und direkt pushen.

#4 Ericpo, 08.08.10 20:19

Gehts am Flop nicht bet-raise-3bet ????

#5 Ericpo, 08.08.10 20:22

Jo so gehts - verpeilt......

#6 Benzodiazepin, 08.08.10 21:37

und was, wenn wenn villain zufälligerweise das yeti theorem kennt und uns hier hart exploitet? jede assumption geht ja davon aus, dass er reasonable ist (keine 9 shippt, overpairs nicht shipp, trips+ nur callt). <br /> außerdem kann man die sache ja auch erweitern: wenn wir auf dem board 4betten, halten wir selbst immer nen bluff...

#7 Loosar, 08.08.10 22:22

das yeti-theorem geht davon aus, daß Villain des denkens mächtig ist.<br /> auf NL100 SH, wo ich mich derzeit rumtreibe, halte ich diese annahme für das postflop-game für sehr gewagt.<br /> <br /> ich mein, der artikel ist ja ab silber!

#8 Loosar, 08.08.10 22:24

sollte das board also kommen, wenn ich das nächste mal gegen Phil Ivey spiele, erde ich dran denken.

#9 schoxx, 09.08.10 03:22

@3 du verlierst anscheinend auf solchen Boards SEHR viel geld^^<br /> <br /> Mag das Theorem. Muss nicht zwingend stimmen auf jedem Limit, da hier und da mal passiver und mal aggressiver gespielt wird. <br /> Aber der Grundsatz und die Logik dahinter sollten klar werden.

#10 Huckebein, 09.08.10 06:38

@3: Bei dir führt das offensichtlich in eine Levelgeschichte. Wenn dein Gegner hier nur Overpairs und 3er nochmal erhöht, dann siehst du mit deiner 9 relativ alt aus. Aber im Grunde hast du schon Recht, dass die Spieldynamik heute eine andere ist als zu der Zeit, als das Yeti Theorem diskutiert wurde. <br /> <br /> Dennoch finde ich, ist es ein sehr wichtiges Theorem, dass man zumindest kennen sollte :)<br />

#11 chrsbckr75, 09.08.10 10:28

Man sollte hier mal über Positionen reden!<br /> <br /> Ist Villain OoP kann eine 3bet auch 4value sein, da V am Turn sonst eh donken muss.<br /> Und dann sollte man auch unterscheiden wer PFA ist...Damit die Linie klar wird.<br /> <br /> Villain OoP Defender: Donk Raise 3bet -> Yeti? eher nein<br /> Villain OoP PFA: C-bet Raise 3bet -> Yeti? yes

#12 Benzodiazepin, 09.08.10 13:45

um meine frage nochmal zu wiederholen: ist eine 4bet auf solchen boards dann nicht auch immer ein bluff und villain kann entweder 5 betbluffshoven oder mit PPs, AK etc herocallen, falls wir 4bai spielen?

#13 Huckebein, 09.08.10 14:04

Wie ich bereits gesagt in 10 gesagt habe: Wenn man weiß, dass der andere weiß, dass man selber weiß, dass der andere das yeti theorem exploitet, dann muss man annehmen, dass der andere das exploitet oder gerade nicht exploitet, und deshalb bluffshoved oder valueshoved ;)<br /> <br /> Dieses leveling kann man unmöglich allgemein greifen, das hängt von konkreten Reads auf die Gegner und der Spielsituation ab. Zumindest sollte man also das Theorem kennen und kann dann herausfinden, ob der andere das auch kennt oder nicht. Dann kannst du mit Notes genauer den Gegnertyp erfassen und die Situationen für dich profitabler gestalten :)

#14 Fanfromdoyle, 14.08.10 07:20

Also muß leider feststellen, dass ist der erste Artikel der mir in dieser Form nicht gefällt. Das Yeti Theorem ist zwar ein interessanter Ansatz, und ich denke mir das der eine oder andere Spieler ( mit einiger Erfahrung) diesen Ansatz wohl schon mal Intuitiv anwendet.<br /> Mir gefällt allerdings die Kürze des Artikel nicht. Hätte man ein bißchen mehr ausbauen können mit zB. mehreren Beispielen, was tun wenn Villain in den Blinds sitzt,....<br /> Denke mir wäre nicht schlecht da etwas mehr in die Tiefe zu gehen, da dieses Theorem ja sowohl im Cg, Sit and Go und Mtt anzuwenden wäre.

#15 David, 16.08.10 09:41

@14: Hallo Fanfromdoyle, danke für deinen Vorschlag. Diesen Ansatz werden wir in den kommenden Folgen der Theorem-Reihe befolgen.

#16 CryingAce, 13.02.11 16:59

kommenden Folgen ?