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StrategieSit and Goes

Woche 50: Das Spiel mit den kleinen Pocketpairs in der frühen Turnierphase

1. Einleitung

Im heutigen 2.Teil werde ich die Faktoren erklären, welche entscheidend dafür sind, wie man mit kleinen PPs auf Erhöhungen reagiert.

Ich werde daher zuerst formal auf die wichtigsten dieser Faktoren eingehen und anschliessend die praktische Anwendung dieser anhand einiger Übungshände trainieren.

 

Vorher möchte ich noch einmal kurz auf unsere in Teil 1 behandelten beiden Ziele hinweisen, die wir mit den kleinen PPs Preflop verfolgen,da diese ja erklärend für die Spielweise sind:

  • 1.möglichst billig den Flop sehen
  • 2.möglichst viele Mitspieler haben.

Also fangen wir mit den wichtigen Faktoren an:

2.Die Raisehöhe deines Gegners

Regel: Je geringer diese ist, umso eher können wir callen.

Denn es ist natürlich ein Unterschied, ob bspw. nur geminiraist wird oder ob wir mit mit einem 10BB Raise konfrontiert werden.

Im 1.Fall wäre ein Call viel billiger und daher bekommen wir im Schnitt auch mehr Mitspieler, als im 2.Fall, in dem der Call uns schon einen Großteil unseres Stacks kosten würde und wir außerdem meist nur gegen 1 oder max. 2 Gegner spielen und daher geringere Implied-Odds haben, falls wir treffen.

(Dieser Faktor ist natürlich einer der wichtigsten oder gar der wichtigste Faktor, da wir die Raisehöhe quantitativ sehen und direkt zu unserem Stack ins Verhältnis setzen können.)


 

3.Die Anzahl der Gegner, die nach uns noch aktiv sind

Regel:

Je weniger Gegner nach uns noch dran sind, desto eher können wir callen.

 

Die Begründung dafür liegt einfach in der Tatsache, dass die Chance, dass nach uns nochmals erhöht wird, umso geringer ist, je weniger Gegner nach uns noch dran sind.

Und wenn wir eines nicht wollen mit unserem kleinen PP, dann eine nochmalige Erhöhung, denn schliesslich wollen wir ja möglichst billig den Flop sehen.

(Bei der Beurteilung dieses Faktors sollte man immer auch die allgemeine Aggressivität am Tisch berücksichtigen.

An einem aggressiven Tisch ist die Chance, dass nach uns noch erhöht wird, natürlich viel größer als an einem eher passiven)

 

4.Die Anzahl der Erhöhungen vor uns

Regel:

Je weniger Erhöhungen vor uns stattfanden, desto eher können wir callen.

 

Natürlich ist es wiederum ein Unterschied, ob vor uns nur einmal geraist wurde, oder ob bspw. geraist und gereraist wurde.

Denn im ersteren Fall ist die Chance, dass nochmals erhöht wird, viel geringer, als im letzteren.

Callen wir nämlich bspw. im 2.Fall nach Raise und Reraise, ist zumindest der Raiser nach uns nochmals dran und kann eventuell nochmals erhöhen, was es für uns wiederrrum noch teurer machen würde, den Flop zu sehen.

(Zu diesem Faktor sei erwähnt, dass es sich fast nie lohnt, nach Raise und Reraise[oder gar noch mehr] unser kleines Pocket noch zu callen,da die Chance,dass es noch teurer wird einfach zu groß ist.Ausnahmen wären höhstens, wenn bspw. Raise und Reraise sehr klein ausfallen und wir mehrere Caller haben,die unsere Chancen,ausgezahlt zu werden,erhöhen)


5.Die Anzahl der Caller

Regel:

Je mehr Gegner vor uns bereits passiv in den Pot eingestiegen sind, also gelimpt oder einen Raise gecallt haben, desto eher können wir selbst auch callen.

Der Grund dafür ist, dass diese Gegner scheinbar gewillt sind, den Flop zu sehen, aber ihre Hand nicht so stark einschätzen, dass sie erhöhen.

Sie sind also unsere „Lieblinsgegner“, da sie nicht Preflop unangenehmerweise für uns erhöhen aber unsere Chance steigern, später ausbezahlt zu werden, wenn wir Postflop ein Set oder besser bekommen.(Erklärung im 1.Teil/2.Ziel:möglichst viele Mitspieler)



6.Unser eigener Stack

Regel:

Je größer unser eigener Stack im Verhältnis zum Raise und dem BB ist,umso eher können wir callen.

 

Grund ist ganz einfach der, dass wir es uns mit einem großen Stack natürlich viel eher leisten können als mit einem kleinen,da wir im 1.Fall selbst bei einem späteren Fold noch einen gut spielbaren Reststack haben, im 2.Fall aber viel mehr unter Druck stehen.

(Da wir hier aber über die frühe Spielphase bei kleinen Blinds sprechen und unser Stack, wie auch die der Gegner. in dieser Phase meist recht konstant bei 30-70BB liegt, spielt dieser Faktor in der frühen Spielphase eher eine untergeordnete Rolle.

Er wird erst wichtiger, wenn wir in einem kleineren BB-Bereich kommen, also wenn die Blinds ansteigen oder wir aus irgendwelchen Gründen schon im frühen Spiel einen großen Teil unseres Stack eingebüßt haben)

 



7. Fazit

Dies waren die meiner Meinung nach wichtigsten Faktoren für die Entscheidung, ob man mit einem kleinen PP preflop callen oder folden sollte.

((Es gibt auch noch andere Faktoren wie z.B. unser Image oder die Höhe unseres PPs[77 hat natürlich eine viel höhere Overpair- bzw. Middlepairchance als bspw. 22] um nur zwei zu nennen, aber diese halte ich insbesondere für Anfänger für weniger wichtig als die obigen 5 und sie würden die Sache nur verkomplizieren und den Rahmen sprengen.))

 

Unsere oben genannten Faktoren müssen natürlich immer zusammen betrachtet, gewichtet und gegeneinander abgewogen werden um zu unserer letztendlichen Entscheidung zu kommen.

Und diese Entscheidung letztendlich möglichst gut zu treffen, lernt man am besten durch Übung.

Daher habe ich eine Reihe von Händen erstellt, anhand derer ihr die Anwendung obiger Regeln erst einmal ein bisschen üben könnt.


In der nächsten Woche werde ich dann meine bevorzugte Spielweise dieser Hände posten und erklären.

 

Dazu sei bereits vorher erwähnt, dass es gerade bei vielen dieser Hände natürlich einen gewissen Ermessensspielraum gibt..

Man kann oft nur erläutern, warum man nun in einer spezifischen Situation nach Gewichtung der Entscheidungsfaktoren gefoldet oder gecallt hat.

Dabei spielen durchaus auch subjektive Dinge eine Rolle:

Ein anderer hat vielleicht eine andere Gewichtung vorgenommen oder

konnte z.B. den Gegner besser/weniger einschätzen,

schätze seine Postflop Fähigkeiten besser/schlechter ein,

hält seinen Stack in früher Spielphase lieber beisammen/sieht gerne Flops an usw.

Daher kann es durchaus oft Hände geben, in denen es keine eindeutig richtige und falsche Entscheidung gibt,da einfach viele Faktoren berücksichtigt werden können.

Am wichtigsten ist immer, dass man seine Entscheidung gut durchdenkt und auch begründen kann. Darüber diskutieren kann man danach immer noch.

 

Kommentare (7)

#1 rosetau, 01.02.08 18:34

Wo sind denn jetzt die Lösungen ?

#2 kallisthenes, 02.02.08 12:56

frag ich mich auch

#3 alekz, 14.03.08 10:41

http://www.pokerstrategy.com/de/strategy/weekly-sng/770/

#4 Nukm, 18.02.09 22:45

wo sind denn die hands+lösungen? der link geht nicht

#5 echorausch44, 23.02.09 13:59

ich find auch nix

#6 dingsbums123, 01.05.10 10:57

frage zu punkt 2:<br /> <br /> was bringt uns ein hoher eigener stack wenn, wir im Schnitt um einen sehr niedrigen effektiven Stack spielen?

#7 Huckebein, 10.05.10 10:00

@6: Selbst wenn der effektive Stack niedriger ist, hast du trotzdem mehr Luft und dein Turnier oder deine Position am Tisch gerät sogar dann nicht in Gefahr, wenn du den kompletten effektiven Stack verlierst. Das kannst du ausnutzen, da der shortere Stack immer um sein Turnier und du nicht. Der kleinere Stack ist sozusagen auf scared Money, da er nicht busten will.