Mit Strategie zum dauerhaften Erfolg im Online Poker – jetzt kostenlos anmelden!

Die stärksten Strategien Mit der richtigen Strategie wird Poker zum Kinderspiel. Unsere Autoren zeigen Schritt für Schritt, wie es geht.

Die klügsten Köpfe Lerne von und mit international erfolgreichen Pokerprofis in unseren Live-Coachings und im Forum.

Gratis Pokergeld PokerStrategy.com kostet dich nichts. Und es wartet gratis Pokergeld auf dich.

Du bist schon PokerStrategy.com Mitglied? Logg dich hier ein

StrategieSit and Goes

Spielentscheidungen anhand des Attempt to Steal

» KOLUMNE

 

Spielentscheidungen anhand des Attempt to Steal

von Bobbs

Wir sitzen in den Blinds und ein Spieler mit bekanntem ATS-Wert, etwa ein Regular, raist first in vom Button oder Cutoff. Beide Spieler haben einen Stack von 11-18 BB.

Da der ATS-Wert bekannt ist, sollten wir versuchen, diese Information zu nutzen, um den Move mit dem größten Erwartungswert gegen den Stealraiser zu finden. Viele werden hier vermutlich standardmäßig auch mit 11-16 BB Push or Fold spielen.

Dies ist in bestimmten Situationen nicht optimal, da uns auch das Stop&Go zur Verfügung steht. Hierbei callen wir das Raise nur, um bei einem geeigneten Board All-In zu gehen, um so mehr Foldequity zu erzeugen, wenn wir davon ausgehen, dass der Raiser auf unseren Preflop-Push nicht folden wird.

Beispiel: Der BU-Raiser hält 55 und der Flop ist AJT. Wenn wir nun All-In gehen, wird er sicher folden. Es folden also bessere Hände gegen unser Stop&Go, die gegen einen Preflop-Push gecallt hätten.

Ein Stop&Go ist nicht gegen alle Stealranges die beste Wahl. Um zu erkennen, wann der Move anwendbar ist, müssen wir die möglichen ATS-Ranges des Gegners genauer analysieren.

Ich gebe für ausgewählte Ranges die Wahrscheinlichkeiten an, dass Villain ein Ass, einen König oder eine Dame hält.
Da sich die meisten Stealranges in dem Bereich 20% - 45% befinden, betrachte ich die ATS Werte 20, 25, 30 , 40 und 45. (Die Ranges stammen aus den Sklansky-Chubukov-Rankings)

 

ATS = 20

33+, A4o+, A2s+, KQo, KTs+

33-AA = 12*6 Kombinationen
A4o+ = 10*12 Kombinationen
A2s+ = 12*4 Kombinationen
KQo = 12 Kombinationen
KTs+ = 3*4 Kombinationen

GESAMT (Range) = 252

P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(A4o+) + P(A2s+)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 120 + 48]/252
P(Villain | Ass) = 0.69 = 69%

P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(KQo) + P(KTs+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 12 + 12]/252
P(Villain | König) = 0.182 = 18.2%

P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) ]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16]/252
P(Villain | Queen) = 0.15 = 15%

 

ATS = 25

22+, Ax, KTo+, K9s+,QTs+

22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax = 12*16 Kombinationen
KTo+ = 3*12 Kombinationen
K9s+ = 4*4 Kombinationen
QTs = 2*4 Kombinationen

GESAMT (Range) = 330

P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 192]/330
P(Villain | Ass) = 198/330
P(Villain | Ass) = 0.6 = 60%

P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(KTo+) + P(K9s+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 36 + 16]/330
P(Villain | König) = 0.224 = 22.4%

P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(QTs+)]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 8]/330
P(Villain | Queen) = 0.14 = 14%

Es fällt auf, dass Villain hier in den meisten Fällen ein Ass hält. Gegen ein Reraise All-In wird er aufgrund der Odds fast keine Hand aus seiner Range folden. Da wir seine Range so genau kennen, können wir das Wissen am Flop gegen ihn verwenden.

Beispiel:
BU raises 3BB (12 BB)
SB folds
Hero in BB mit A9o(11 BB)

Mit A9+ sollte Hero nur callen. Am Flop spielen wir dann folgendermaßen weiter:

Flop A: A T 5

Flop B: Q 8 4

A) Hero checks, Bu bets, Hero raises All-In
Hier spielen wir check/raise All-In. Villain hält in den meisten Fällen ein Ass mit einem
schlechteren Kicker und wird nicht mehr folden können.

B) Hero pushes All-In
Er wird diesen Flop selten getroffen haben und viele Hände, gegen die wir zu diesem Zeitpunkt hinten liegen, etwa 22 oder 55, auf unseren Push folden. Auch ist es fraglich, ob er uns hier mit A2 callen wird.

Mit dieser Variation des Stop&Go holen wir den maximalen Value aus der Kenntnis der gegnerischen Range. Kommt ein Ass im Flop, so besitzen wir in den meisten Fällen den besseren Kicker. Kommt kein Ass, so foldet er viele bessere Hände.

Diese Spielweise ist durch die tighte Stealrange des BU dem Push also deutlich überlegen.

 

ATS = 30

22+, Ax, K8o+, K4s+,QJ, Q9s+, JTs

22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax = 12*16 Kombinationen
K8o+ = 5*12 Kombinationen
K4s+ = 9*4 Kombinationen
QJo = 12 Kombinationen
Q9s+ = 3*4 Kombinationen
JTs = 4 Kombinationen

GESAMT (Range) = 394

P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 192]/394
P(Villain | Ass) = 198/394
P(Villain | Ass) = 0.503 = 50,03%

P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(K8o+) + P(K4s+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 60 + 36]/394
P(Villain | König) = 0.299 = 29.94%

P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(QJo) + P(Q9s+))]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 12 + 12]/394
P(Villain | Queen) = 0.157 = 15.7%

 

ATS = 40

22+, Ax, K3o+, K2s+,Q9o+, Q5s+, JTs

22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax, 12*16 Kombinationen
K3o+, 10*12 Kombinationen
K2s+, 11*4 Kombinationen
Q9o+, 3*12 Kombinationen
Q5s+, 7*4 Kombinationen
JTs = 4 Kombinationen

GESAMT (Range) = 502

P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = 198/502
P(Villain | Ass) = 0.394 = 39.4%

P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(K3o+) + P(K2s+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 120 + 44]/502
P(Villain | König) = 0.371 = 37.1%

P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(Q9o+) + P(Q5s+))]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 32 + 28]/502
P(Villain | Queen) = 0.195 = 19.5%

 

ATS = 45

22+, Ax, Kx+,Q7o, Q2s+, J9o+, J7s+, T8s+

22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax, 12*16 Kombinationen
Kx, 11*16 Kombinationen
Q7o+, 5*12 Kombinationen
Q2s+, 10*4 Kombinationen
J9o+, 12*2 Kombinationen
J7s+, 4*4 Kombinationen
T8s+, 2*4 Kombinationen

GESAMT (Range) = 594

P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 192]/594
P(Villain | Ass) = 198/594
P(Villain | Ass) = 0.33 = 33.3%

P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(Kx+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 176]/594
P(Villain | König) = 0.493 = 49.3%

P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(Q7o+) + P(Q2s+))]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 60 + 40]/594
P(Villain | Queen) = 0.232 = 23.2%

Wie man sieht, nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass Villain ein Ass hält, mit größerem ATS-Wert stark ab. Somit können wir am Flop nicht entscheiden, ob er ihn getroffen hat und werden nicht oft genug von seinen kleineren Assen ausgezahlt. Deshalb ist es hier besser preflop zu pushen, da er einen Teil seiner Range folden wird.

Anmerkungen: Viele Gegner raisen eher suited Connectors als K2. Dadurch ändert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Villain ein Ass hält nicht. Es gibt aber nur wenige Gegner, die 54s gegen ein Reraise All-In callen werden.

Die Spielweise gegen tighte Stealraiser mit ATS zwischen 20 und 25 können wir auch gegen loose Stealraiser anwenden, die aus MP mit einer Range von 20%-25% raisen.


Fazit

Durch die Verwendung von PT&PA erhalten wir in manchen Fällen sehr gute Informationen über den Gegner, durch die wir sehr gute Spots finden können, um guten Spielern wertvolle Chips zu stehlen.
 

Kommentare (14)

#1 CitizenJolly, 26.02.08 16:53

Ist bei ATS = 45 nicht P(Villain | Ass) = P(Villain | König)? Glaub da hat sich ein kleiner Rechenfehler eingeschlichen. Und bei selbem ATS in der zweiten P(Villain | Ass) Zeile ist die Range mit 498 statt 594 angegeben.

#2 Tromeo, 26.02.08 17:16

nice

#3 Dublette, 26.02.08 18:21

ATS 25: Wir liegen bei einem Flop Q 9 4 mit A9o gegen 22 oder 55 hinten? Wie das?<br /> <br /> Ansonsten: Sehr schön weiter so! :)

#4 Opi, 26.02.08 20:28

da stimmt doch was nicht - oder raff ich das nicht ??<br /> Bei ATS=20 ; ATS=25 heißt es : "Es fällt auf, dass Villain hier in den meisten Fällen ein Ass hält. Gegen ein Reraise All-In wird er aufgrund der Odds fast keine Hand aus seiner Range folden. Da wir seine Range so genau kennen, können wir das Wissen am Flop gegen ihn verwenden." und im Beispiel "Flop A: A T 5" wird empfohlen zu check-raisen ???? Wieso das denn ? Ich weiß doch, das er bei einem Stealraise mit ca. 60%-iger Sicherheit ein A hält, oder ? Ich halte A9 - auf dem Flop kommt ein A und Villain hat auch ein A ... und da soll ich check-raisen ???? Ich mach doch dann mein Spiel ausschließlich vom Kicker abhängig - das ist ja nix besseres als ein Coinflip !! Es gibt immerhin noch T J Q K und ein weiteres A was Villain halten könnte. Außerdem liegt ja auch die 5 (vom Flop) in seiner Range (also A5) - das sind dann 6 ungünstige Kicker und 7 günstige Kicker für mich.<br /> Ich denke den Stealraise zu pushen wäre eine bessere Alternative.<br /> <br /> Opi

#5 Bobbs, 27.02.08 15:40

@Opi: Mit deiner Aussage hättest du vielleicht Recht, wenn er auf dem Board nur eine Continuationbet machen würde, wenn er das Ass auch getroffen hat.

#6 TurboAC, 28.02.08 15:28

Sehr interessanter Artikel. Nützt mir zwar online (noch) nix so richtig ohne PT/PA, aber für meine Heimrunde ist es echt geil.

#7 Falfaris55, 28.02.08 15:48

Mir geht es genau so wie TurboAC, würde ich von Stars getrackt werden wär ich min gold. Deshalb find ich es auch gut wenn die Contentwoche allen zusteht.

#8 Falfaris55, 28.02.08 15:50

sry wollte das zum anderen Artikel posten

#9 jayR209, 29.02.08 12:46

hmm also so richtig versteh ich das auch nicht. Bei größerem ATS ist die Wahrscheinlichkeit doch geringer dass wir mit einer Ax -hand auf einem Ass high flop hinten liegen. Bietet sich doch nicht ein c/r an? <br /> Bei geringerem ATS bleibt die absolute Range für die Asse zwar gleich groß bis 25%, aber je geringer der ATS umso öfter bin ich doch beat wenn er auch ein A hält... Wo ist mein Denkfehler?<br /> <br /> Feedbackthread wäre ne schöne Sache zu diesem Artikel!

#10 Opi, 09.03.08 10:42

@Bobbs : es geht doch hierbei nicht um die Contibet. Es geht doch darum, den ATS-Wert zu interpretieren - das hat nix mit der Conti zu tun (zumindest in diesem Artikel nicht)<br /> <br /> @jay : so sehe ich das auch....<br /> <br /> Opi

#11 Bobbs, 15.03.08 18:51

@Opi,Jay:<br /> Ich konnte mich hier lange einfach nicht einloggen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ihr das hier lest, aber ich poste es trotzdem.<br /> <br /> Ihr müsst die ganze Situation sehen.<br /> 1) Er bettet den Flop auch in den meisten Fällen, in denen er kein Ass hat.<br /> -> Durch den c/r nehmen wir seine Conti mit<br /> Er hält ein Ass AK-A2, wir halten A9-AK, hier liegen wir öfter vorne als hinten.<br /> Unsere C/R Linie falls ein Ass liegt ist also gegen seine Range (fast schon) alleine profitabel.<br /> 2)Kommt kein Ass, so haben wir eine super Gelegenheit ihn bei geeigneten Flops rauszu"bluffen".<br /> <br /> Stealt er mit einer zu großen Range, so fällt 2) (fast) vollkommen weg, weil wir garnicht abschätzen können, ob er den Flop getroffen hat. Weiter liegen wir gegen seine Range, (etwa 40% (ohne FE) 55/45 vorne) und können somit profitabel pushen.<br /> <br /> Gegen eine tighte Stealrange liegen wir nicht weit genug vorne um hier (ohne FE) profitabel zu pushen, können den Gegner aber dank seiner tighten Range am Flop ausspielen.<br /> <br />

#12 jtpied, 07.04.08 14:28

"Anmerkungen: Viele Gegner raisen eher suited Connectors als K2. Dadurch ändert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Villain ein Ass hält nicht."<br /> <br /> Naja, in gewisser Weise schon. Was raist du denn aus dem BU u. CO eher A2o-A5o oder JT, QJ? Ich lass da doch lieber die kleinen Aces raus, weil wenn der Gegner mich callt, was oft genug passiert, dann hab ich ein Problem preflop wenn das A kommt.

#13 Sickk, 05.11.08 20:57

Danke für den Artikel. Echt nice.<br /> Wenn der Elephant dann bald für SnG's läuft gehts rund.<br /> Interessante Thematik :)

#14 celeste1987, 16.10.09 09:06

mir bringt der artikel nur bedingt was. es wäre schöner nach jedem ATS eine kleine konsequenz zu ziehen was diese range für mich bedeutet. vor allem da das hier ein ein basic-artikel ist